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Hass auf Koriander? Nur eine Frage der Genetik

Ein Kraut das die Meinungen spaltet. Die einen mögen es, die anderen hassen es. Der Koriander - was steckt dahinter und warum schmeckt es für viele nach Seife? Nicht nur ein Gen macht den Unterschied sondern auch die Kultur der Menschen spielt hier eine Rolle.
 
Koriander weckt die unterschiedlichen Geschmäcker und spaltet die Meinungen.  Foto: Andrea Warnecke
Koriander weckt die unterschiedlichen Geschmäcker und spaltet die Meinungen. Foto: Andrea Warnecke

In vielen Küchen der Welt ist der Koriander weit verbreitet, doch nicht jeder mag ihn. Für viele Menschen schmeckt oder riecht er übel nach Schmutz, Schimmel oder Seife. Woher die unterschiedlichen Meinungen zu dem Kraut kommen, untersuchten verschiedene Studien.

Forscher der Cornell University analysierten in der Nicholas Eriksson Studie dieses Thema und fanden eine der Ursachen heraus. Als Grundlage nutzten die Forscher die Daten der Firma 23andME (diese analysieren Erbgut von jedem gegen Entgelt). Die Firma gab mit Einwilligung der Kunden die Daten über deren Erbgut an die Forscher heraus. Veröffentlicht wurden die Ergebnisse in der Fachzeitschrift nature.

Das Erbgut spiel eine große Rolle

Untersucht wurden rund 30.000 Personen. Das Ergebnis: Das Erbgut spielt eine große Rolle für den Korianderekel. Gefunden wurde ein Gen, das für die Geschmackswahrnehmung zuständig ist. Dieses Gen codiert für einen Geruchsrezeptor ( OR6A2), dieser registriert Aldehyd und macht den Menschen für den Stoff sensibel. Aldehyd ist ebenso für den Geschmack und Geruch von Koriander zuständig. Auch zu finden ist der Stoff in Seife.

Nun wurde herausgefunden, dass ein Teil der Probanden dieses Gen zweifach besitzen - diese Probanden waren auch alle Korianderhasser. Das zweite Gen sorgt dafür, dass die Betroffen noch heftiger auf den Stoff Aldehyd reagieren und den Koriandergeschmack als starkes Seifen-Aroma wahrnehmen.

Eine Studie der Toronto Nutrigenomics and Health Study in Kanada untersuchte dagegen die kulturelle Verbindung zum Koriander. Es wurden über 1.639 Probanden befragt . 17 Prozent der Europäer, 21 Prozent in Ostasien und 14 Prozent der Afrikaner finden den Geschmack des Korianders nicht angenehm. Hingegen mögen ca. 93 Prozent aus Südostasien und dem Mittleren Osten das Kraut sehr. Auch Nicholas Eriksson betont, dass man sich "nach einer Zeit an den Geschmack von Koriander gewöhnen kann" und dass der kulturelle Aspekt nicht zu unterschätzen ist. Es kommt auch immer auf die Kochgewohnheiten der jeweiligen Personen an.