Bamberg
Shitstorm in den sozialen Netzwerken

Tiefgekühltes Zebrasteak bei Netto: Dieses Angebot sorgt aktuell für Empörung

Außergewöhnliches Angebot bei Netto: Der Discounter bietet derzeit Zebrasteak an und die Nutzer der sozialen Netzwerke sind empört.
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Der Discounter Netto bietet derzeit tiefgekühltes Zebrasteak an und sorgt damit bei Vielen für Empörung. Foto: Screenshot Netto-Prospekt und pixabay.com
Der Discounter Netto bietet derzeit tiefgekühltes Zebrasteak an und sorgt damit bei Vielen für Empörung. Foto: Screenshot Netto-Prospekt und pixabay.com

Zur Weihnachtszeit landen schon mal außergewöhnlichere Speisen auf unseren Tellern. Dementsprechend locken sämtliche Supermärkte und Discounter bereits in der Adventszeit mit besonderen Angeboten für ihre Kunden. So derzeit auch bei Netto. Der Discounter preist in seinem aktuellen Werbeprospekt tiefgekühltes Zebrasteak an. Zwischen "Stangenspargel", "Grünkohl Pfanne" und "Eis-Törtchen" prangt ganz oben auf der Seite des Prospekts tiefgefrorenes "Zebrasteak" zum Aktionspreis von 6,99 Euro für die 300-Gramm-Packung.

Wer an den Feiertagen also keine Lust hat auf den klassischen Gänsebraten mit Rotkohl und Klößen, sondern viel lieber ein exotisches Wildtier verspeisen möchte, der kommt bei Netto aktuell auf seine Kosten. In den sozialen Netzwerken hingegen stößt dieses spezielle Angebot allerdings auf wenig Begeisterung.

Shitstorm über Netto

Der Discounter wird auf seiner Facebookseite geradezu überhäuft mit wütenden Kommentaren. Von "Perversion" und "Ausrottung" ist die Rede. Auch die Tierschutzorganisation "Pro Wildlife" kritisiert den Discounter für den Verkauf des Wildtiers. "Das Fleisch stammt in aller Regel von Tieren aus freier Natur, die meisten Wildtierbestände sind aufgrund von Wilderei und Lebensraumverlust bereits rückläufig. Der Trend zu exotischem Fleisch von Tieren aus weit entfernten Ländern ist sehr bedenklich", so Daniela Freyer von Pro Wildlife in einer aktuellen Mitteilung.

Vermutlich stammt das Zebrafleisch, das Netto anbietet, von Steppenzebras. Deren Bestände seien in den vergangenen Jahren bereits um 24 Prozent zurückgegangen. Die Art steht bereits auf der Roten Liste und steht an der Grenze zur Gefährdung.

Zebrafleisch aus Südafrika

Woher das Fleisch wirklich stammt, ist im Werbeprospekt nicht angegeben. Das Nachrichtenmagazin Stern hat beim Discounter nachgefragtund keine genauen Informationen erhalten. Lediglich, dass das Fleisch aus der Aktionswoche aus Südafrika stamme, sei bekannt. Die Firma, die das Zebrafleisch anbietet hat ihren Sitz im französischen Straßburg und vertreibt neben Zebrafleisch auch Krokodil, Schlange und Kamel.

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Die Organisation für Natur- und Artenschutz WWF verurteilt den Konsum von Zebras nicht. "Es kommt darauf an, wo die Tiere herkommen, ob sie aus einer Zucht stammen und wenn ja, wie sie gehalten werden", sagt Roland Gramling von der Naturschutzorganisation WWF gegenüber RP-Online. WWF macht allerdings darauf aufmerksam, dass es in Europa genug Wild gebe. Daher sei es unangebracht, Fleisch aus anderen Kontinenten einzuführen.

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