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Rapsöl im Öko-Test: Markenprodukte überzeugen nicht - welches Öl ist gut?

Öko-Test knöpfte sich 23 vermeintlich gesunde Rapsöle vor und kam zu dem erschreckenden Ergebnis, dass die meisten Öle bedenkliche Rückstände von Mineralöl enthalten - Schlusslicht ist die bekannte Marke Thomy. Der Test zeigt aber auch, dass Qualität nicht teuer sein muss: Einen Liter Testsieger-Öl gibt es für gerade einmal 96 Cent.
 
Bratpfanne: Öko-Test hat Rapsöl getestet. Viele Öle enthalten Mineralöl.
Gesundes Öl oder belastet mit Schadstoffen? Öko-Test knöpfte sich beliebte Rapsöle vor. Erschreckend: Nur fünf von 23 getesteten Rapsölen sind frei von Mineralöl. Hersteller Thomy zählt zu den großen Verlierern des Tests. Symbolfoto: pixabay.com/schaedlich

Das wurde getestet: Im Test von Öko-Test (Ausgabe 11/2020) befinden sich 23 Rapsöle. Darunter sowohl raffinierte, als auch kaltgepresste Öle. Erneut unterscheiden lassen sich die Rapsöle in native und gedämpfte Öle: Native Öle sind vollkommen naturbelassen, gedämpfte Öle werden im Anschluss an die Pressung mit Wasserdampf behandelt. Die Rapsöle wurden auf Mineralölrückstände, polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe (PAK), die Fettschadstoffe 3-MCPD und Glycidol, sowie auf Pestizide und Weichmacher untersucht. Auch Geschmack und Geruch der Öle wurde unter die Lupe genommen. 

Das Ergebnis: Drei Öle sind "sehr gut", acht "gut", einige bewegen sich im Mittelfeld - wirklich schlecht ist das Rapsöl von Thomy vom Riesen-Konzern Nestlé. Bei diesem Öl konnte Öko-Test stark erhöhte Mineralölbestandteile und erhöhte PAK-Werte feststellen - gesund und lecker geht anders!

Öko-Test: Mineralöl in fast allen getesteten Rapsölen

Wer gesund kochen möchte, sollte auf einige Rapsöle* im Test von Öko-Test besser verzichten. Aber keine Sorge: Es gibt genügend Alternativen, die gänzlich ohne schädliche Stoffe, wie etwa Mineralölbestandteile, auskommen - und diese Öle sind zum Teil sehr preiswert.

Erschreckend: Nur 5 von 23 Ölen enthalten kein Mineralöl - "Thomy" ist Schlusslicht

Das negative Ergebnis des Rapsöl-Tests von Öko-Test: 18 der 23 getesteten Öle enthalten Rückstände von Mineralöl - lediglich fünf sind frei davon. In insgesamt neun Ölen ist der Mineralöl-Wert zwar gering, aber dennoch vorhanden. So beispielsweise beim K-Bio Rapsöl nativ kaltgepresst und beim Gut & Günstig Pflanzenöl aus Raps. Von acht Rapsölen raten die Tester allerdings ab: Diese enthalten stark erhöhte Mineralölbestandteile, die laut den Testern nichts in einem gesunden Öl zu suchen haben. Darunter fallen unter anderem Dennree Rapsöl kaltgepresst nativ, dm Bio Rapsöl kaltgepresst nativ, Alnatura Rapsöl nativ und Brändle Vita Rapsöl

Absolutes Schlusslicht laut Öko-Test ist das Reine Rapsöl von Thomy (Nestlé). Hier konnten im Labor stark erhöhte Mineralölbestände entdeckt werden. Zwar sei laut Öko-Test noch nicht zu 100 Prozent klar, was Mineralölbestandteile im Körper anrichten, sicher ist aber, dass sie sich im Körper anreichern, was Anlass zur Sorge gibt. Solche Mineralölbestandteile sind eindeutig Fremdstoffe und haben in unseren Körpern nichts verloren.  Immerhin positiv: Die krebserregenden MOAH (aromatische Mineralölkohlenwasserstoffe) konnten in keinem Öl im Test nachgewiesen werden. Doch wie kommt das Mineralöl ins Rapsöl? Das ist oft nicht vollständig klar. Beispielsweise gelangt das Mineralöl über Mittel ins Öl, die bei der Extraktion verwendet wurden. Oder durch Schmieröle der Ölpresse. 

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Gesundheitsgefährdend: Krebserregende Stoffe in zwei Rapsölen

Die polyzyklischen Kohlenwasserstoffe (PAK) konnten in zwei der getesteten Rapsöle entdeckt werden: Im Thomy Reines Rapsöl und im Alnatura Rapsöl. Diese PAK sind deshalb kritisch zu betrachten, weil sie nachweislich als krebserregend gelten. 

Auch die besonders gefährliche Verbindung Benzo(a)pyren konnte in diesen Ölen nachgewiesen werden. Das Alnatura-Öl enthält mehr als die Hälfte des gesetzlichen Grenzwertes laut der Kontaminantenverordnung, das Thomy-Öl enthält mehr als ein Viertel. Beide Öle enthalten zudem noch drei weitere gefährliche PAK. Doch wie entstehen diese PAK? Sie entstehen in erster Linie bei einer nicht vollständigen Verbrennung organischer Stoffe. In unserer Lebensmittel gelangen sie beispielsweise über Abgase oder dem Abrieb von Reifen. Warum die PAK in diesen beiden Ölen stecken, ist fraglich - schließlich ließ sich das in allen anderen Ölen im Test ja auch vermeiden. 

Sensorik-Test: Rapunzel-Öl schmeckt den Testern nicht

Die Rapsöle im Test wurden auch auf Geruch und Geschmack untersucht. Dazu wurden die kaltgepressten Öle einem Sensorik-Test durch drei Experten unterzogen. Dieser Untersuchung wurden ausschließlich die kaltgepressten Öle unterzogen, da diese laut Öko-Test oft durch Mängel beim Geruch und Geschmack auffallen. Unter anderem wird das Rapunzel Rapsöl mild schlecht bewertet: Die Tester beschreiben den Geruch des Öls als "fischig" und den Geschmack als "dumpf". 

Ein sensorisch gut zu bewertendes Rapsöl* riecht und schmeckt laut Öko-Test saatig, intensiv und dezent nussig. Schmeckt ein Rapsöl eher strohig, kann das ein Indiz dafür sein, dass das Öl nicht mehr ganz frisch ist. 

Diese Öle können Sie ohne Probleme genießen

Drei Rapsöle im Test schneiden mit "sehr gut" ab, acht weitere erlangen immerhin ein "gut" - diese Öle können Sie ohne Bedenken genießen. Bei den Top-Ölen handelt es sich um das Moritz Raps Kernöl kaltgepresst, nativ von Kleeschulte, um das raffinierte Ja! Reines Rapsöl von Rewe, sowie um das Feinkost Rapsöl von Kunella. Das Öl von Ja! ist das mit Abstand günstigste unter den Testsiegern: Einen Liter bekommen Sie für 96 Cent. 

Unter den Ölen, die gut abschnitten, sind unter anderem die Marken Norma, Edeka, Kölln, Lidl und Netto vertreten. Fünf weitere Rapsöle werden mit "befriedigend" bewertet, darunter einige Bio-Produkte. 

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Wo liegt der Unterschied zwischen kaltgepressten und raffinierten Rapsölen?

Bei der Herstellung von raffinierten Ölen werden chemische und physikalische Vorgänge angewendet - diese entfallen bei der Herstellung von nativen Ölen komplett. Soll raffiniertes Öl hergestellt werden, wird zu Beginn meist eine Heißpressung durchgeführt und das Öl mithilfe des Lösemittels Hexan extrahiert. Daraufhin wird das Öl entschleimt, gebleicht, desodoriert und entsäuert. Nur durch diese Arbeitsschritte erlangt das Öl seine Haltbarkeit, sowie seine Genießbarkeit und den neutralen Geschmack. Der große Vorteil von raffiniertem Öl ist ganz klar, dass so auch Pestizide und andere Schadstoffe aus dem Öl entfernt werden. Der Nachteil: Auch wichtige Nährstoffe und etwa 30 Prozent der enthaltenen Vitamin-E-Menge werden herausgespült. Die gesunden Fettsäuren sind trotzdem noch enthalten. 

Kaltgepresstes Rapsöl empfiehlt sich, wenn Sie den authentischen Geschmack von Raps mögen: Er erinnert an Kohl, ist sehr frisch. Sollten Sie das nicht mögen und das Öl wegen der enthaltenen gesunden Fettsäuren konsumieren, tut es das raffinierte Rapsöl auch. Im Handel erhältlich sind auch kaltgepresste und gedämpfte Bio-Rapsöle: Diese haben einen weniger intensiven Geschmack. Unter den raffinierten Ölen werden Sie keine Bioprodukte finden, da die Raffination laut Bio-Verordnungen nicht erlaubt ist. 

Das komplette Testergebnis finden Sie auf der offiziellen Website von Öko-Test. 

Fazit: Finger weg vom Thomy-Öl - es gibt gute Alternativen

Der Rapsöl-Test von Öko-Test hat gezeigt, dass in einigen Ölen bedenkliche Mengen an Schadstoffen, beispielsweise Mineralölbestandteile, enthalten sind. Diese sind in Blick auf die Gesundheit kritisch zu sehen und sollten vermieden werden. Verlierer des Tests ist eindeutig das Rapsöl von Thomy (Nestlé) - hier konnten stark erhöhte Mengen an Mineralölbestandteilen und der gefährlichen PAK festgestellt werden. Im Gegenzug dazu gibt es aber auch einige gute und sehr gute Öle, das günstigste "sehr gute" Rapsöl stammt von der Rewe-Marke Ja!.

 

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