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Qualität aus der Region

Qualität und kurze Wege

Gesünder und nachhaltiger leben und gleichzeitig die heimische Wirtschaft stärken: Warum regional kaufen und konsumieren die bessere Alternative ist.
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Foto: JackF - stock.adobe.com
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Die Sehnsucht nach Vertrautheit, Natürlichkeit, Authentizität und Sicherheit wächst. Regionaler Konsum gilt inzwischen als Gegentrend zur komplexen Globalisierung und zu unübersichtlicher Massenware. Eine echte Definition von Nähe ist allerdings ebenso kompliziert: Der Begriff Region zeigt sich gesetzlich ungeschützt und entfernungsmäßig dehnbar; regionale Produkte sind manchmal nach Herkunft der Rohstoffe, nach dem Herstellungsort des Produktes oder auch nach Verkaufsort eingegrenzt. Ob im Umkreis von zehn, 20 oder 50 Kilometern - im Idealfall bezieht sich echte Regionalität auf die gesamte Wertschöpfungskette eines Produktes. Am sichersten gelten deswegen Direktanbieter von unverarbeiteten Waren oder maximal transparent hergestellten Erzeugnissen: Die offerieren dem Verbraucher ordentlich Potenzial für bessere Lebensqualität.

Das Prinzip der Transparenz

"Die Qualität regionaler Produkte ist besser" sagen 49 Prozent und "Produkte können guten Gewissens gekauft werden, Herkunft und Zusammensetzung sind bekannt" wiederum 43 Prozent der Befragten einer Finanz-Studie zu Motiven für regionalen Konsum. In den Augen europäischer Verbraucher geht es beim Kauf von Produkten aus der unmittelbaren Umgebung primär um Werte - und deren bessere Kontrollierbarkeit aufgrund von Nähe. Ganz oben auf der Liste der erhofften Vorteile stehen dabei Qualität, Aroma und positive Auswirkungen für die Gesundheit. Gerade beim Thema Obst und Gemüse aus heimischem Anbau - verkauft vom Hersteller direkt oder vom Dorfladen oder Wochenmarkt als lokalem Verteiler - dreht sich alles um das Prinzip der Transparenz. Regionale Lebensmittel eröffnen die Möglichkeit, Landwirte und Verarbeiter vor Ort zu besuchen und so Vertrauen in die Qualität und Sicherheit der Produkte aufzubauen. Umgekehrt achten die Anbieter zwangsläufig besonders auf Qualität: Regionale und persönlich vernetzte Erzeuger haben den wirtschaftlichen Druck zu hoher Qualität. Wer mangelhafte Produkte anbietet, gerät regional in Verruf und muss Umsatzeinbußen hinnehmen - und im Zweifelsfall um seine Existenz bangen.

Frisch in den Handel

Unreif geerntet, mit Zügen, LKW und Flugzeugen unterschiedlich lang zum Verkaufsstandort transportiert: Selbst wenn genau diese Optionen eine Rund-ums-Jahr-Verfügbarkeit diverser Produkte bedeutet, zeigen sich aufgrund des Überangebotes und so mancher Lebensmittelskandale viele Konsumenten inzwischen überreizt und fürchten um ihre Gesundheit. Wohnortnah geerntete oder hergestellte Produkte kommen logischerweise frischer in den Handel - und ebenso auf den Esstisch. Weil zum Beispiel Obst und Gemüse aus der näheren Umgebung oft im Freilandanbau kultiviert wird, handelt es sich dann oft um Saisonales, was zum optimalen Reifezeitraum geerntet wird. Laut Fachleuten macht sich das nicht nur beim Aroma bemerkbar: Möhren, Äpfel und alle anderen kulinarischen Wachstumskandidaten haben außerdem mehr Zeit, Vitamine und Mineralstoffe aufzubauen. Auf den kurzen Transportwegen besteht auch keine Gefahr, dass die wertvollen Inhaltsstoffe verloren gehen. Auch beim Fleisch kann regionale Herkunft ein Pluspunkt sein: Wenn der Transportweg vom Bauernhof zum Schlachthof beispielsweise kurz ist, sind die Tiere weniger Stress ausgesetzt und produzieren dementsprechend weniger Stresshormone. Bei hofeigener Schlachtung und Direktvertrieb ist noch weitere Stressminimierung angesagt. Darüber hinaus ist gerade bei kleinen Erzeugern Bio-Anbau oder artgerechte Tierhaltung selbstverständlich.

Umweltschutz fördern

Kein Garant für den Umweltschutz, aber eine Chance: Gerade der kurze Weg von Lebensmitteln ist auch für die Umgebung verträglicher, weil reduzierte räumliche Abstände die CO2-Bilanz verbessern. Wenn es viele Verbraucher nicht weit haben, wenn frisch verkauft und nicht ausdauernd und beheizt gelagert wird, wenn Verpackungen sparsam gehalten werden - dann kann ein regionaler Hersteller umfassend positiv für die Klimabilanz arbeiten. Eine besondere Rolle spielen regionale Erzeuger und Anbieter übrigens auch beim Artenschutz und bei der Landschaftspflege. Regionale Sorten aus speziellen Landstrichen erhalten bei nachhaltiger Züchtung die Artenvielfalt vor Ort. Darüber hinaus werden zum Beispiel örtliche Streuobstwiesen gepflegt oder reaktiviert und mehr extensive Weidehaltung betrieben - sodass regionale Lebensmittel einen wachsenden Anteil an der Landschaftspflege haben.

Lokale Wirtschaft ankurbeln

Heimische Landwirte, Gastronomen und kulinarische Kollegen als unmittelbar erreichbare Genussgaranten zu nutzen, birgt ökonomisches als auch soziales Potenzial: Regionale Lebensmittel gehören zur heimatlichen Identität. Bäuerliche Landwirtschaft, urbane Gärtnereibetriebe, traditionelle Kenntnisse, regionaltypische Rezepte oder auch handwerkliche Fähigkeiten zur Herstellung kulinarischer Spezialitäten gelten immer mehr als wichtige Bestandteile einer jeweils einzigartigen Kulturlandschaft.

Konsum von heimischen Produkten pflegt lokale Traditionen und Merkmale - und trägt dazu bei, das spezielle Gesicht einer Region und ihre Individualität zu stärken. Sozialforscher sehen die Chance, gleichzeitig die regionale Wirtschaft und deren Arbeitsplätze plus Miteinander und Wir-Gefühl zu fördern. Dass nebenbei touristische Strukturen gestützt werden, wird als Zusatznutzen interpretiert. Wenn beispielsweise spezielle Obst- oder Wurstsorten oder auch raffinierte lokale Gerichte ausschließlich in bestimmten Regionen zu haben sind, erhöhe das definitiv die Attraktivität nach außen.

Inzwischen haben auch Supermärkte Regionalmarken im Angebot und laden Hersteller aus der Umgebung zur Teilhabe ein. Was Direktanbieter, Hofläden, Gastronomen & Co. betrifft, gibt es viele Möglichkeiten, ganz in der Nähe seines Wohnortes fündig zu werden.

Mit dem Ziel, gemeinsam gesünder und nachhaltiger zu leben - und gleichzeitig die heimische Wirtschaft zu stärken.Annette Gropp

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