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Zöliakie

Symptome von Glutenunverträglichkeit: 10 Anzeichen dafür, dass du den Inhaltsstoff nicht verträgst

Eine Glutenunverträglichkeit kann sich auf unterschiedliche Arten und Weisen äußern. Wann du besser einen Arzt konsultieren solltest und bei welchen Symptomen du vorsichtig sein solltest, erfährst du hier.
 
Glutenunverträglichkeit Symptome: Bauchschmerzen
Bei Verzehr von Gluten kommt es bei Zöliakie zu einer Entzündung des Dünndarms, was zu Durchfällen führen kann. Foto: Büro, Schmerzen, Bauchschmerzen, Periode, Menstruationsbeschwerden, Menstruation, Krämpfe, Durchfall, Magen Darm Symbolfoto: Pixel-Shot/Adobe Stock (239319682)
  • Zöliakie: Symptome für eine Glutenunverträglichkeit
  • So entsteht eine Zöliakie
  • Bei diesen Symptomen solltest du einen Arzt konsultieren

Das knackige Bauernbrot am Morgen, die frischen Brötchen am Wochenende oder die Haferflocken für die Extra-Portion Energie - Gluten kommt in zahlreichen Lebensmitteln vor. Und eigentlich ist das auch kein Problem für den Menschen. Zum Problem wird das Gluten erst dann, wenn das Immunsystem fälschlicherweise annimmt, dass das Gluten gefährlich ist. Dieses Phänomen heißt Zöliakie und wird umgangssprachlich auch als „Glutenunverträglichkeit“ oder „Gluten-Allergie“ bezeichnet. 

Glutenunverträglichkeit Ursachen: So kommt es zu einer Zöliakie 

Bei Menschen mit Zöliakie kommt es zu einer übermäßigen Reaktion des Immunsystems auf Gluten sowie eines körpereigenen Enzyms, das Gluten spaltet. Das hört auf den Namen Gewebetransglutaminase. Durch die Angriffe des Immunsystems kann langfristig sogar die Schleimhaut stark geschädigt werden. Das hat dann zur Folge, dass die Nahrung möglicherweise nicht mehr richtig aufgenommen werden kann. 

Daraus resultieren dann etwa Dünndarmschleimhaut-Entzündungen oder durch die verschlechterte Nährstoffaufnahme auftretende Mangelerscheinungen. Ob eine Zöliakie nun als Allergie oder Autoimmunerkrankung eingestuft werden sollte, darüber streiten sogar Fachleute. Fakt ist jedoch: Eine Zöliakie zeigt sowohl Merkmale einer Allergie als auch die einer Autoimmunerkrankung. Der umgangssprachliche Begriff der „Glutenallergie“ wird von Forschenden allerdings abgelehnt. 

Ob man selbst an einer Glutenunverträglichkeit leidet, ist am ehesten an Symptomen ablesbar. Bei dem Verdacht auf eine Zöliakie ist jedoch ein Besuch bei einem Arzt oder einer Ärztin unerlässlich. Nur so kann mit einem Bluttest der letzte Zweifel beseitigt werden. Bei den folgenden zehn Symptomen ist jedoch ein Arzt-Besuch zu empfehlen. 

Bauchschmerzen

Menschen, die an einer Glutenunverträglichkeit leiden, klagen nach dem Essen regelmäßig über dumpfe oder leichte Bauchschmerzen. Die einzige Abhilfe schafft hier nur eine Ernährungsumstellung. Nimmt man Nahrungsmittel ohne Gluten zu sich, dann verbessert das die Symptome wirksam. 

Blähungen 

Blähungen werden durch Entzündungen des Verdauungstraktes verursacht. Die wiederum entstehen durch die Reaktion des Immunsystems auf das körpereigene Gewebetransglutaminase. Dass Blähungen sogar das vierthäufigste Symptom einer Glutenunverträglichkeit sind, belegt eine Studie aus dem Jahr 2013. Rund 11 Prozent der Erkrankten sind davon betroffen.

Durchfälle

Häufig tritt bei Zöliakie auch fettiger, lockerer und wässeriger Durchfall auf. Dieser ist möglicherweise auf „eine durch Gluten verursachte Darmentzündung zurückzuführen“ wird Dr. Patrick Griffin, Spezialist für Gastroenterologie und Chief Medical Officer von „9 Meters Biopharma“ von Business Insider zitiert. 

Ausschlag

Fast jeder fünfte Mensch mit Zöliakie leidet unter Ausschlägen, oder genauer einem „Dermatitis herpetiformes“. Darunter versteht man einen juckenden Ausschlag, der beispielsweise in Form von kleinen Bläschen an Ellenbogen, Knien, dem unterem Rücken oder Gesäß auftreten kann. Der Ausschlag tritt bei Erkrankten üblicherweise etwa einen Monat nach dem Konsum von Glutenhaltigem auf. Oft sogar als erstes Symptom, noch vor Bauchschmerzen, Verdauungsbeschwerden oder Durchfall. 

Anämie

Eine nicht behandelte Zöliakie kann dazu führen, dass die Dünndarmschleimhaut dauerhaft beschädigt wird. Dadurch könnten dann wichtige Nährstoffe nicht mehr aufgenommen werden. Das wiederum kann zu einem erheblichen Eisenmangel führen, der eine Anämie auslösen könnte. Das bedeutet: Der Körper hat nur noch wenige rote Blutkörperchen. Daraus resultieren etwa Kopfschmerzen, Brustschmerzen, extreme Müdigkeit, Schwäche oder Schwindel. 

Gewichtsverlust

Nimmt man ohne ersichtlichen Grund ab, kann das ebenfalls ein Indikator für eine Zöliakie sein. Dieser Gewichtsverlust liege daran, dass über den Darm keinerlei Nährstoffe mehr aufgenommen werden, sind sich Forschende einig. Laut einer Erhebung von 2012 leidet fast jeder vierte Zöliakie-erkrankte unter Gewichtsverlust. 

Verstopfungen

Ebenfalls als Symptom für Zöliakie bekannt sind Verstopfungen. Der beschädigte Darm absorbiert dabei die Feuchtigkeit des Stuhlgangs. Der dadurch verhärtete Stuhl ist schwer für den Körper auszuscheiden. Besonders besorgniserregend: Selbst nach einer strengen Diät klagen Patientinnen und Patienten weiter über Verstopfungen. 

Neuropathie

Jeder zehnte an Zöliakie erkrankte klagt unter neurologischen Begleiterscheinungen. Eine davon ist die sogenannte „periphere Neuropathie“. Die könnte durch fehlendes Vitamin B12 entstehen. Zusammen mit einer „peripheren Neuropathie“ treten auch Schmerzen und ein brennendes Gefühl in den Händen und Füßen auf. Eine Neuropathie entsteht in der Regel aber erst in einem späten Stadium einer unbehandelten Zöliakie.

Stimmungsschwankungen oder Depressionen

Zu untypischen Symptomen der Glutenunverträglichkeit zählen Stimmungsschwankungen oder Depressionen. Durch die verringerte Aufnahme an wichtigen Nährstoffen kann sich eine nicht entdeckte Zöliakie daher auch psychisch bemerkbar machen. 

Blutungen und Nachtblindheit 

Auch, wenn es A-typisch klingt. Selbst Blutungen und Nachtblindheit können Indikatoren einer nicht erkannten Glutenunverträglichkeit sein. Blutungen etwa werden durch das Fehlen von Vitamin K begünstigt, Nachtblindheit verschlimmert sich erwiesenermaßen ohne Vitamin-A-Zufuhr. Beides wird durch die geschädigte Darmschleimhaut bei einer Zöliakie erheblich erschwert.