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Eisdielen in der Kritik: So erkennen Sie gutes Eis

Die Verbraucherzentrale warnt: "Eis aus eigener Herstellung" kann eine komplette Mogelpackung sein, auf die Verbraucher häufig hereinfallen. Wir erklären Ihnen, woran Sie eine gute Eisdiele - und gutes Eis - erkennen.
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Eis, Erdbeere
Nur weil Eis aus der Eisdiele stammt, ist es nicht unbedingt "selbst gemacht". Foto: silviarita/pixabay.com.

Ein Sommer ohne Eis aus der Eisdiele ist nur ein halber Sommer. Und Bezeichnungen wie "selbstgemachtes Eis" oder "Eis aus eigener Herstellung", wie sie in vielen Eisdielen zu finden sind, ziehen alle Eisliebhaber magisch an.

Doch ist auf solche Prädikate zu vertrauen? Gibt es Grundlinien, die die Eishersteller verfolgen müssen? Das klären wir in diesem Artikel und sagen Ihnen, woran Sie eine gute Eisdiele und gutes Eis erkennen können. 

Eis "aus eigener Herstellung" ist oft Mogelpackung

Oft werben Eisdielen mit Eis "aus eigener Herstellung" oder mit dem Prädikat "selbst gemacht". Das sehen viele Verbraucher als Qualitätsmerkmal an und sind sich sicher, dass sie in dieser Eisdiele hochwertiges Eis bekommen - das ist jedoch ein Trugschluss. Denn diese Bezeichnungen sind keineswegs verbindlich und ein jeder Eisverkäufer kann seine Ware so betiteln, wenn er möchte. "Eisdielen können damit werben und dennoch Fertigpulver anrühren oder ein geliefertes Grundeis anreichern", so die Verbraucherzentrale

Wenn das Eis jedoch als "Fruchteis", "Sahneeis" oder "Vanilleeis" deklariert ist, sollte das Eis Mindestanforderungen erfüllen, beispielsweise einen Mindestfruchtanteil. Hierbei handelt es sich jedoch lediglich um Leitsätze für Speiseeis und nicht um rechtsverbindliche Grundsätze. Das bedeutet: Eine Eisdiele kann Eis auch als "Vanilleeis" verkaufen, selbst wenn kaum Vanille enthalten ist. Das bietet also die Möglichkeit einer echten Mogelpackung.

Verbraucherzentrale kritisiert Eisdielen

Die Verbraucherzentrale kritisiert die Intransparenz in den Eisdielen: Der Verbraucher habe kaum eine Chance, zu erkennen, wie das Eis tatsächlich hergestellt wurde. Optisch ersichtlich ist die Herstellungsart nicht, das Werben mit entsprechenden Prädikaten wie "selbst gemacht" verschleiert die tatsächliche Herstellung zusätzlich. Deshalb fordert die Verbraucherzentrale eine gesetzliche Definition solcher werbender Begriffe. Das Ziel soll eine leichtere Erkennbarkeit der Produktion für den Verbraucher sein. Auch die komplette Zutatenliste sollte für die Käufer einsehbar sein.

Lavendel-Eis ohne Eismaschine selber machen

Leitsätze für Speiseeis

Die Deutsche Lebensmittelbuch-Kommission formuliert Mindestanforderungen an bestimmte Arten von Speiseeis. Diese sehen beispielsweise so aus:

  • Sahneeis: beinhaltet mindestens 18 Prozent Milchfett, das aus der bei der Herstellung verwendeten Sahne stammt.
  • Milcheis: beinhaltet mindestens 70 Prozent Milch.
  • Fruchteis: beinhaltet mindestens 20 Prozent Frucht.
  • Frucht-Sorbet: darf in keinem Fall Milch oder Sahne beinhalten, dafür mindestes 25 Prozent Frucht (außer Zitrusfrüchte).
  • Achtung bei der schlichten Bezeichnung "Eis": Diese beinhaltet gegebenenfalls günstige pflanzliche  Fette wie Kokosfett, anstatt Milchfett. 

Bei diesen Leitsätzen handelt es sch jedoch lediglich um freiwillige Leitlinien: Kein Hersteller ist verpflichtet, sich daran zu halten. Ob das gekaufte Eis den Leitsätzen entspricht, ist teilweise schwer herauszufinden. Bei Eis aus dem Supermarkt können Sie sich auf die Zutatenliste berufen, bei Eis aus der Eisdiele hilft lediglich nachfragen. Denn ausgeschildert werden meist nur Allergene und Zusatzstoffe, nicht jedoch die komplette Zutatenliste.

So erkennen Sie eine gute Eisdiele

Es gibt einige Kriterien, die Sie beachten sollten, wenn Sie nicht auf eine minderwertige Eisherstellung reinfallen wollen.

  • Zum Einen sollten Sie den Eiskauf in Eisdielen vermeiden, die eine Vielzahl an bunten Eissorten in den verrücktesten Farben anbieten. Öko-Test weist darauf hin, dass dieses Eis oft Industrieprodukte und künstliche Zusatzstoffe enthält.
  • Außerdem ist es ebenso verdächtig, wenn sich das Eis geradezu türmt. Das ist zwar eindrucksvoll, jedoch auch ein Indiz dafür, dass hier Emulgatoren eingesetzt wurden und das Eis eventuell auch nicht anständig gekühlt wurde.
  • Zu guter Letzt sollten Sie auch immer auf die Hygiene in der Eisdiele achten: auf saubere Schürzen, Eisportionierer und -behälter. Sind diese verunreinigt, können sich Keime breit machen.
  • Dort, wo Speiseeis handwerklich hergestellt wird, sind meist nur wenige Sorten zu finden, die aus hochwertigen Zutaten hergestellt sind. Eine komplette Liste der Zutaten müssen die Hersteller hier allerdings auch nicht aushängen - Sie müssen also dennoch nachfragen.  

Ist Supermarkt-Eis eine Alternative?

Eis aus dem Supermarkt ist nur bedingt eine Alternative zu Eis aus der Eisdiele. Denn auch hier findet sich oft eine große Menge an künstlichen Zusatzstoffen. Öko-Test hat diesbezüglich bereits Vanille- und Schoko-Eis aus dem Supermarkt unter die Lupe genommen. Das Ergebnis ist eher durchmischt, da in vielen Fällen wenig Schokolade beziehungsweise Vanille enthalten ist und stattdessen ein teilweise sehr hoher Anteil an Zusatzstoffen. Den vollständigen Artikel finden Sie auf der offiziellen Website von Öko-Test.

Eine echte Alternative: Selbst gemachtes Eis

Das verdient wahrlich das Prädikat "aus eigener Herstellung": selbst gemachtes Speiseeis. Ob Vanille-, Schoko-, Himbeer-, Pfirsich- oder Bananeneis - die Auswahl ist nahezu grenzenlos. Der Vorteil liegt klar auf der Hand: Selbst zubereitetes Eis kommt gänzlich ohne künstliche Farb- und Aromastoffe aus, ist besonders gesund und eine frisch hergestellte Abkühlung an heißen Tagen. 

Für ein Erdbeer-Joghurt-Eis benötigen Sie:

  • 250 Gramm (Tiefkühl-)Erdbeeren
  • 500 Gramm Naturjoghurt
  • 3 Esslöffel Honig
  • 3 Esslöffel Puderzucker

Im ersten Schritt werden die Erdbeeren püriert und anschließend der Joghurt zu diesem Brei hinzugefügt. Anschließend sieben Sie den Puderzucker über diese Masse und geben auch den Honig hinzu. Dann verrühren Sie das Ganze ordentlich und stellen das Eis-Gemisch für mehrere Stunden in die Tiefkühltruhe - dann müssen Sie das Eis nur noch genießen, komplett ohne Bedenken. Tipp: Wer sein Eis professionell herstellen möchte, findet auf Amazon.de eine Vielzahl an Eismaschinen.*

Eis ist so lecker, doch kann jede Diät versauen: Lesen Sie unseren Artikel über die versteckten Kalorienbomben, die das Abnehmen verhindern.

 

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