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Bio-Konfitüre und Marmelade: Darum gibt es sie so selten im Supermarkt

Um eine Bio-Konfitüre oder Marmelade in den verschiedenen Einkaufsläden zu finden, muss man eine Menge Zeit einplanen. Doch warum ist es so schwierig, ein Exemplar des süßen Brotaufstrichs zu bekommen? inFranken.de klärt auf.
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Konfitüre
Bio-Konfitüre ist im freien Verkauf eine echte Seltenheit. Wir erklären, warum das so ist. Foto: silviarita/Pixabay

Für den süßen Brotaufstrich aus Früchten gibt es insgesamt sieben verschiedene Bezeichnungen, zwischen denen streng unterschieden wird. Das geht aus der Konfitürenverordnung (KonfV) der Bundesregierung aus dem Jahr 2003 hervor. Demnach sind die Bezeichnungen „Konfitüre extra“, „Konfitüre“, „Gelee extra“, „Gelee“, „Marmelade“, „Gelee-Marmelade“ sowie „Maronenkrem“ streng getrennt und unterliegen bestimmten Vorgaben, um den jeweiligen Namen im Verkauf tragen zu dürfen.  

Geht man dann noch einen Schritt weiter, und möchte dezidiert Bio-Produkte kaufen, wird die Suche noch schwieriger. Nicht umsonst sind die Begriffe Marmelade und Konfitüre bei Bio-Produkten eher selten zu finden.

Bio-Konfitüre: Die Rezeptur ist etwas besonderes

Der Grund dafür ist die Rezeptur. Die in der Konfitürenverordnung festgelegte Herstellungsweise sieht als wesentlichen Bestandteil von Konfitüren weißen Zucker vor. Gegenüber der Verbraucherzentrale Bayern  erklärt Ernährungsexpertin Susanne Moritz: „Bio-Hersteller arbeiten oft mit alternativen Süßungsmitteln wie Apfeldicksaft, Agavendicksaft oder Rohrohrzucker. Sie bezeichnen ihre Produkte deshalb als Fruchtaufstrich.“ Durch diese Zusammensetzung haben die Fruchtaufstriche zwangsläufig einen erheblich höheren Anteil an Früchten, dafür aber weniger Zucker im Vergleich zu herkömmlichen Konfitüren.

Darüber hinaus dürfen in Bio-Aufstrichen verwendete Früchte nicht vor der Weiterverarbeitung geschwefelt worden sein. Anders als bei herkömmlichen Konfitüren. Mit dem schwefeln sorgen die Hersteller dafür, dass das Produkt länger haltbar ist, und nicht schon innerhalb der ersten Tage verdirbt. Dafür greifen Bio-Fruchtaufstriche auf alternatives Geliermittel wie „Agar-Agar“ oder „Pektin“ sowie „Johannisbrotkernmehl“ zurück.

Trotzdem sind durch diese Alternativen Fruchtaufstriche, die einen geringeren Zuckeranteil aufweisen, weniger lange haltbar. Daher empfiehlt die Verbraucherzentrale Bayern das geöffnete Glas stets im Kühlschrank aufzubewahren und den Aufstrich innerhalb weniger Tage zu verzehren. Sollte der Aufstrich von Schimmel befallen werden, lautet die Empfehlung das Glas samt Inhalt unverzüglich zu entsorgen.

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