Bayreuth
Bierpreis

Frankens Bier wird teurer - Kostendruck belastet Brauereien

Bier wird teurer - zwar erhöhen zunächst die großen Brauereien ihre Preise, es könnten aber auch bald kleinere Brauereien folgen.
Artikel drucken Artikel einbetten
Bier wird teurer - zwar erhöhen zunächst die großen Brauereien ihre Preise, es könnten aber auch bald kleinere Brauereien folgen.  Foto: Pixabay.com
Bier wird teurer - zwar erhöhen zunächst die großen Brauereien ihre Preise, es könnten aber auch bald kleinere Brauereien folgen. Foto: Pixabay.com

Bier ist wieder mal in aller Munde: Erst die Schlagzeile, dass in Deutschland 2017 so wenig Bier wie seit Jahrzehnten nicht mehr verkauft wurde. Und jetzt, dass die großen Brauereien den Bierpreis erhöhen wollen. Dabei zeichnet sich ab, dass in der Bierregion Franken die eine oder andere kleine Brauerei den Windschatten der Konzerne nutzt.
Schon lange sind Schnäppchenpreise beim Bier von unter zehn Euro pro Kiste der Branche ein Dorn im Auge. Nun haben die großen Brauer erstmals seit rund vier Jahren wieder eine Preiserhöhungsrunde gestartet. Nach Beobachtung des Fachmagazins "Lebensmittel Zeitung" sind die Preise für die Kiste Premium Pils derzeit bei vielen großen Handelsunternehmen bereits gestiegen. Marken wie Krombacher, Bitburger, König Pilsener, Radeberger oder auch Veltins würden jetzt nahezu durchgängig in großen Getränkemärkten für 14,79 Euro statt 13,79 Euro oder 13,49 Euro verkauft, hieß es. Für Bernd Sauer in Bayreuth ist klar, dass beim Bier grundsätzlich "Preiserhöhungen notwendig sind".

Der Geschäftsführer des Vereins "Bierland Oberfranken" mit 173 angeschlossenen Brauereien sieht die Betriebe unter einem gehörigen Kostendruck - ausgelöst vor allem durch die Tatsache, dass die Tariflöhne in der bayerischen Brauwirtschaft zum 1. März um 2,5 Prozent angehoben worden sind. Auch die teurer gewordene Braugerste trage zum Kostendruck bei, so Sauer. Unterm Strich sei das gerade in den kleinen Brauereien noch handwerklich hergestellte Bier "eigentlich zu billig".

In welchem Maße die fränkischen Brauereien nun mit dem Preis nach oben gehen, darüber hat Sauer keine Kenntnis. "Da sagen die wenig drüber." Er habe jedoch beobachtet, dass es bei Frankens Bier in jüngster Vergangenheit immer wieder Preiserhöhungen gegeben habe. Insofern seien die aktuellen Schlagzeilen für ihn nichts Neues. Ähnlich sieht dies Geschäftsführer Walter König vom Bayerischen Brauerbund in München mit 640 angeschlossenen Betrieben. Die gestiegenen Kosten seien ein Thema, "das viele Brauereien drückt". Vor allem die Löhne "sind unsere größte Baustelle".

Wie Bier-Experte Sauer in Oberfranken geht auch König davon aus, dass die Brauereien im Freistaat "alle einzeln reagieren", was Preiserhöhungen angeht. Er rechnet vor, dass die Verbraucher pro Kiste Bier 80 Cent mehr hinlegen müssten, wenn eine Brauerei um 50 Cent mit Preis hochgehe. Die Differenz sei das, was der Getränkehandel drauf sattle.

Deutschlandweit wird heftig an der Preisschraube gedreht. "Viele große Brauer haben seit Mitte Januar ihre Abgabepreise erhöht", sagte Branchenexperte Niklas Other, Herausgeber des Getränke-Fach-Magazins "Inside". Die Preiserhöhungen würden nun vom Handel an die Verbraucher weitergegeben.


was sagen sie zu diesem Thema?
jetzt anmelden jetzt registrieren