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Franken
Ratgeber

Fränkische Bier-Vielfalt: So facettenreich sind Frankens Biere

Franken ist Weinland? Stimmt, aber Franken ist auch Bierland und trägt entscheidend zur weltweiten Bierkultur bei. Zentrum der fränkischen Braukunst ist Oberfranken. Hier erfahren Sie alles rund um die fränkische Bierkultur.
 
Bierland Franken: Die fränkische Bier-Vielfalt ist nahezu einzigartig. Symbolfoto: Pixabay/ Alexas_Fotos

Franken ist Weinland, so heißt es. Dass Franken aber tatsächlich auch Bierland ist und sogar in zwei Wein- und Bierregionen geteilt werden kann, ist für die meisten Franken wahrscheinlich nicht überraschend, überregional allerdings weniger bekannt. Zwar hat Franken mittlerweile nicht mehr die höchste Brauereidichte der Welt (mehr Informationen hierzu am Ende des Artikels), trägt aber dennoch erheblich zur weltweiten Bierkultur bei. 

Auch interessant: Genießen Sie Frankens Bierkultur zuhause - mit unseren exklusiven Bierpaketen.

Trotz dieses herben Ruf-Verlustes wird in Franken immer noch von circa 300 Brauereien das Brauereihandwerk ausgeübt, wobei der Schwerpunkt Bierfrankens im Großraum Bamberg liegt. Übrigens: Wenn es um historische Brauereien geht, ist Franken immer noch weltweit führend. Wir verraten Ihnen alles rund um die fränkische Bierkultur.

"Bierfranken" vs. "Weinfranken"

Ober-, Mittel- und Unterfranken? Fehlanzeige. Franken wird in Bier- und Weinfranken aufgeteilt. Ursprünglich nur eine scherzhaft genutzte Bezeichnung als Gegengewicht zu Weinfranken, hat sich Bierfranken mittlerweile als Begriff etabliert.  Zu Bierfranken gehören die Regionen in Ober-, Mittel- und Ostunterfranken, in denen sowohl eine hohe Brauereidichte als auch eine ausgeprägte Bierkultur zu finden sind. Zentrum Bierfrankens sind die Gebiete, in denen Bambergisch und Oberfränkisch gesprochen wird.

In Bierfranken wird, im Gegensatz zu Weinfranken, mehr Bier gebraut und kaum Wein angebaut. Zu Bierfranken gehören die Regionen um Bamberg, Bayreuth, Hof, Kulmbach, Nürnberg/Fürth/Erlangen und der Frankenwald. Hier sind nicht nur die Kultur, sondern auch die Stadtbilder von Brauereien geprägt: Überall finden sich Spuren ehemaliger oder sogar noch aktiver Brauereigebäude.

Lese-Tipp: Sehen Sie sich den fränkischen Bier-Reiseführer "33 Biere. Eine Reise durch Franken" von Anders Möhl und Elmar Tannert* an und lassen Sie sich auf eine genussvolle Reise durch fränkische Brauereien und Wirtshäuser mitnehmen.

Bierfranken besitzt ungefähr 160 Brauereien, die meisten davon - unglaubliche 100 Stück - befinden sich in der Fränkischen Schweiz. Zu Weinfranken gehören die Regionen um Würzburg, Kitzingen und Schweinfurt. Übrigens: Weinfranken und Bierfranken überlappen sich im Kreis Haßberge, welcher sowohl Weinanbaugebiete als auch eine hohe Brauereidichte besitzt.

Fränkisches Bier begeistert nicht nur Franken

Franken lieben ihr Seidla. Ihre Leidenschaft für den Gerstensaft ist so ausgeprägt, dass sie 1907 im sogenannten Bamberger Bier-Krieg mündete. Damals wollten die Brauereien die Bierpreise anziehen, woraufhin die Bamberger Bevölkerung streikte: Eine Woche lang wurde in Gaststätten nur das günstigere Forchheimer Bier verkauft. Die Aktion hatte Erfolg, denn die Brauereien zogen die Preiserhöhung zurück. Die Bamberger jubelten: der Preis für einen halben Liter blieb bei zehn Pfennig.

Fränkische Biere - einzigartig auf der Welt

Natürlich sind alle fränkischen Biere etwas ganz Besonderes, aber drei Biersorten aus Franken sind tatsächlich einzigartig auf der Welt. Sie sind sowohl in Sachen Herstellung als auch im Geschmack Unikate und deswegen auch zurecht auf der ganzen Welt beliebt. Diese drei Biersorten aus Franken gibt es nur hier:

Zwickl

Das Keller- beziehungsweise das Zwickelbier gilt als Frankens "flüssiges Brot". Der Grund hierfür ist, dass das Zwickelbier, im Volksmund Zwickl genannt, nicht gefiltert wird. Damit behält das Bier nicht nur seine Naturtrübe, sondern auch die vielen wichtigen Nährstoffe bei.

Rauchbier

Das fränkische Rauchbier ist nicht nur bei Einheimischen beliebt, sondern hat seinen Weg in die Getränke-Regale auf der ganzen Welt gefunden. Rauchbier ist ein herb-würziges und schwarz-braunes Bier mit einer Stammwürze von 13,5 Prozent und einem Alkoholgehalt von knapp fünf Prozent. Die Stammwürze ist beim Bier, was der Most beim Wein ist, und bezeichnet den Anteil des Malzzuckers, der vor der Gärung aus dem Malz im Wasser gelöst wurde. 

Die hoch geschätzte Rauchnote kommt daher, dass das Malz vor der Vermischung mit den anderen Zutaten in Buchenrauch geräuchert wird. Dadurch erhält das Rauchbier seine markante Note. Übrigens: Trotz des rauchig-fleischigen Aromas ist Rauchbier auch für Veganer geeignet. Da es nach dem Bayrischen Reinheitsgebot von 1516 gebraut wird, sind außer den vier Zutaten Wasser, Malz, Hopfen und Hefe keine weiteren erlaubt. Auch im Filterprozess werden keine tierischen Produkte verwendet, erklärt die Bamberger Schlenkerla-Brauerei.

Ungespundetes

Normalerweise wird Bier zwischen einem Monat und sechs Wochen unter Druck, dem sogenannten "Spundungsdruck", gelagert. Ungespundetes Bier wird ebenso lange gelagert, allerdings ohne diesen Druck. Dadurch hat es weniger Kohlensäure und einen ganz eigenen Charakter.  Ungespundetes Bier hat ein intensives Malzaroma sowie eine ausgeprägte Bitternote. Übrigens: Das Wort Spundungsdruck kommt vom sogenannten Spundloch des Bierfasses. Bei normalem Bier ist dieses dem Druckausgleich dienende Loch mit einem Holzzapfen verschlossen, bei ungespundetem Bier ist es unverschlossen.

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Das beste fränkische Bier

An der Frage, welches fränkische Bier denn nun das beste sei, scheiden sich die Geister. Bei unserer Facebook-Umfrage 2016 stimmten unsere Leser ab. Die drei beliebtesten fränkischen Biere waren demnach 1. das Huppendorfer Vollbier* mit 2290 Stimmen, 2. das Kronacher Gampertbräu mit 1424 Stimmen und 3. das Fässla-Lager aus Bamberg mit 1043 Stimmen.

Auch das Aecht Schlenkerla Rauchbier* aus Bamberg ist ein beliebtes Bier aus Franken. Kurios: Das "Schlenk" ist nicht nur bei Touristen und Bambergern beliebt, auch in anderen Ländern wie etwa Griechenland wird es von Bier-Feinschmeckern sehr geschätzt.

Verlust der "höchsten Brauereidichte"

"In der Tourismuswerbung und unter der fränkischen Bevölkerung wird fälschlicherweise auch heute noch öfters von der höchsten Brauereidichte der Welt gesprochen", weiß Wikipedia. Eventuell könne der Superlativ sogar heute noch zutreffen, würde man nur die Brauereien zählen, die traditionelles Bier brauen und zu denen es keine statistischen Vergleichswerte gibt. Aber: In Deutschland und leider auch in Franken findet seit einigen Jahren ein Brauerei- und Wirtshaussterben statt. Der abendliche Wirtshausbesuch fällt immer öfter einem veränderten Lebensstil zum Opfer. Viele Menschen verzichten heutzutage zudem aus gesundheitlichen Gründen auf Alkohol. Zweitens gibt es hierzulande immer stärkere Einschränkungen beim Alkoholgenuss, man denke ans Autofahren, aber auch an den Arbeitsplatz. Drittens, und das darf man nicht unterschätzen: Durch die Craft-Bier-Bewegung schießen, vor allem im angelsächsischen Raum, Klein- und Kleinstbrauereien wie die Pilze aus dem Boden.

Auch interessant: Wussten Sie eigentlich schon, warum man in Franken Bierkeller und nicht Biergarten sagt? Hier finden Sie interessante Fakten rund um die fränkischen Bierkeller. Und was ist eigentlich der Unterschied zwischen Lager, Pils oder Bockbier? Hier verraten wir es Ihnen.

 

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