Egal in welchem Alter - wir werden immer dazu angehalten genug zu trinken. Bei der richtigen Menge an Flüssigkeit galt lange die Regel, dass wir 2 bis 3 Liter Wasser täglich zu uns nehmen sollten, doch mittlerweile ist klar: So viel Wasser braucht unser Körper gar nicht.

Zwar stimmt die Angabe von 2 bis 3 Litern Flüssigkeit, die ein Erwachsener zu sich nehmen sollte, allerdings passiert die Aufnahme der Flüssigkeit nicht nur durch Wasser oder andere Getränke, die wir trinken. Denn: Auch über die Nahrung bekommt unser Körper Flüssigkeit - und zwar nicht zu knapp. Gerade Lebensmittel wie Obst oder Gemüse enthalten meist 70-95% Wasser, sodass wir über Getränke nur noch 1 bis 1,5 Liter benötigen, wie die Techniker Krankenkasse erklärt.

Die richtige Menge macht´s

Als grobe Orientierung dienen laut der Krankenkasse circa 35 Milliliter pro Kilogramm des Körpergewichts. Bei Kindern und Säuglingen liegt dieser Wert noch ein wenig höher. Wichtig ist auch, dass in diesem Fall nicht gilt, "viel hilft viel". Trinkt man zu viel, kann es zur sogenannten Hyponatriämie, einer Wasservergiftung. In seltene Fällen kann diese auch zum Tod führen, wie beispielsweise bei einem Teilnehmer des Ironman 2015 in Frankfurt, über den der WDR berichtete.

Auch diese Mythen stimmen nicht

Ein weiteres gängiges Vorurteil ist, dass koffeinhaltige Getränke wie Kaffee dem Körper sogar Wasser entziehen würden. Im Gegenteil: Auch die Tasse Kaffee am Morgen kann in die tägliche Flüssigkeitsbilanz eingerechnet werden. Das liegt daran, dass sich das Koffein nur kurzfristig auf die Funktion unserer Niere auswirkt. Somit scheiden Personen, die Kaffee trinken mit 84 Prozent der täglichen Flüssigkeitsmenge nur 3 Prozent mehr wieder über den Urin aus als Menschen, die auf Kaffee verzichten, so der Bundesverband Deutscher Internisten (BDI).

Auch das Gerücht, dass man trinken sollte, wenn man noch gar keinen Durst hat, stimmt so nicht. Wissenschaftler der australischen Monash-University haben herausgefunden, dass sich unser Körper gegen zu viel Flüssigkeit sogar wehrt, indem der Schluckreflex gehemmt wird.
Demnach ist es besser auf den Körper zu hören und dann zu trinken wenn er uns durch das Durstgefühl mitteilt, dass er Flüssigkeit braucht.

Selbst erkennen ob man genug trinkt

Um selbst zu prüfen, ob man genug Flüssigkeit zu sich nimmt, muss man nur die Farbe seines Urins beobachten. Normalerweise ist dieser aufgrund der Gallenfarbstoffe hell- bis dunkelgelb. Umso mehr man trinkt, desto heller wird der Urin. Eine dunklere Färbung ist demnach ein Hinweis auf Flüssigkeitsmangel und dass man öfter ein Glas Wasser mehr trinken sollte.

red/jh