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Illegale Entsorgung

Gartenabfälle in der Natur entsorgen: Diese Strafen erwarten dich

Die Abfälle der der Gartenarbeit im Wald entsorgen? Keine gute Idee. Warum es richtig ins Geld gehen kann, wenn du Gartenabfälle, Grünschnitt, Kompost oder Erdaushub in der Natur entsorgst, haben wir für dich herausgefunden.
 
Gartenabfälle und Erdaushub in die Natur zu kippen, kann ganz schön teuer werden. Die Kosten für das Vergehen erfährst du hier.
Gartenabfälle und Erdaushub in die Natur zu kippen, kann ganz schön teuer werden. Die Kosten für das Vergehen erfährst du hier. Foto: efraimstochter/Pixabay
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  • Illegal: Gartenabfälle dürfen nicht in der Natur entsorgt werden
  • Wilde Deponien schaden der Umwelt
  • Eine Kofferraumladung kostet in Bayern mindestens 50,00 Euro
  • Grundwasserverschmutzung
  • Wie fachgerechte Entsorgung richtig geht
  • Strafen für illegale Entsorgung in den einzelnen Bundesländern im Überblick

Als Gartenbesitzer hat man in der Regel mehrfach im Jahr mit größeren Mengen an Laub, Grünschnitt, Rasenschnitt und anderen Gartenabfällen zu tun. Ist die Biotonne voll, kommt es dem ein oder anderen Gartenbesitzer in den Sinn, den überschüssigen Gartenmüll in der Natur zu entsorgen. Warum das für Wald und Wiese so schädlich sein kann und warum der Staat für dieses Verhalten empfindliche Geldstrafen aufruft, erfährst du hier von uns. Entsorgt man beispielsweise in Bayern mehr als eine Lastwagenfuhre Gartenabfall oder Erdaushub in der Natur, wird es richtig teuer: Im Freistaat kann das bis zu 1300 Euro kosten. Außerdem: Je schädlicher die entsorgte Biomasse für die Natur ist, desto höher können die Bußgeldstrafen ausfallen. Wir erklären dir, wie du Gartenabfälle richtig entsorgst.

Illegale Entsorgung: Gartenabfall in der Natur - der wilde Müll im Wald

In der Natur entsorgter Gartenabfall kann unsere Flora massiv verfälschen, wenn Grünabfall austreibt, wurzelt und sich ausbreitet. Auf diese Weise können sich Pflanzenarten in der Natur ansiedeln, die eigentlich nicht bei uns heimisch sind. Diese "invasiven" Pflanzenarten verdrängen nach und nach einheimische Pflanzen und sind somit gefährlich für unsere Natur.

Zudem kann es für Wildtiere den Tod bedeuten, wenn sie etwa giftige Pflanzenteile aus dem Grünschnitt fressen. In bereits verrottendem Grünschnitt können giftige Schimmelpilze entstehen. Schadstoffe, die in den Gartenabfällen sind, wie etwa Öl oder Benzin aus Gartengeräten, können das Grundwasser von Biotopen stark verunreinigen.

Nicht zu unterschätzen ist außerdem der Gestank von verrottendem Gartenmüll, der eventuell Anwohner an der wilden Gartenmülldeponie belästigen kann. Wilde Gartenmülldeponien im Wald sind zudem kein schöner Anblick für erholungssuchende Spaziergänger oder Radfahrer.

Gartenabfälle richtig entsorgen

Ist die Biotonne voll, gibt es mehrere Möglichkeiten, den unerwünschten Gartenabfall loszuwerden. Vorsicht: Das Verbrennen von Gartenmüll ist genauso verboten, wie das illegale Entsorgen in der Natur. Grünschnitt vom Rasen kann beispielsweise sehr gut kompostiert oder als Naturdünger eingemulcht werden. Hier findest du passende Komposter*.

Preiswerter als das Bußgeld bei einer illegalen Entsorgung von Gartenabfällen in der Natur ist das Mieten eines Containers, sollte es sich um eine größere Menge zur Entsorgung der Gartenabfälle handeln. Diese gibt es in verschiedenen Größen. Außerdem kann man den Gartenabfall unkompliziert am örtlichen Wertstoffhof entsorgen. Viele Privatleute bieten außerdem über Kleinanzeigen einen privaten Entsorgungsdienst an.

Säcke für Gartenabfälle werden in der Regel in den Gemeinden für Preise von ca. vier Euro angeboten, womit auch die Abholung und die Entsorgung des Inhaltes mit abgedeckt ist. Achtung: Altholz wird meist über den Sperrmüll entsorgt und zählt in der Regel nicht zu Gartenabfällen, da es meist mit irgendwelchen Lasuren behandelt ist.

So hoch sind die Kosten für illegales Entsorgen von Gartenabfällen in den einzelnen Bundesländern:

In Bayern:

  • ein Eimer voll 10 bis 35 Euro
  • ein Kofferraum voll 50 Euro
  • eine Lastwagenfuhre 80 bis 320 Euro
  • die Menge über einer Lastwarenfuhre 320 bis 1.300 Euro

In Baden-Württemberg:

  • ein Eimer voll 10 bis 35 Euro
  • ein Kofferraum voll 50 Euro
  • eine Lastwagenfuhre 80 bis 320 Euro
  • die Menge über einer Lastwarenfuhre 320 bis 1.300 Euro

In Bremen:

  • ein Eimer voll 20 bis 50 Euro
  • ein Kofferraum voll 50 bis 100 Euro
  • eine Lastwagenfuhre 100 bis 500 Euro
  • die Menge über einer Lastwarenfuhre 500 bis 2.000 Euro

In Hamburg:

  • ein Eimer voll 50 Euro
  • ein Kofferraum voll 100 Euro
  • eine Lastwagenfuhre 100 bis 500 Euro
  • die Menge über einer Lastwarenfuhre 500 bis 2.000 Euro

In Hessen:

  • ein Eimer voll 10 bis 20 Euro
  • ein Kofferraum voll 30 bis 50 Euro
  • eine Lastwagenfuhre 50 bis 200 Euro
  • die Menge über einer Lastwarenfuhre 200 bis 1.000 Euro

In Mecklenburg-Vorpommern:

  • ein Eimer voll 10 bis 20 Euro
  • ein Kofferraum voll 40 bis 100 Euro
  • eine Lastwagenfuhre 100 bis 500 Euro
  • die Menge über einer Lastwarenfuhre 200 bis 1.500 Euro

In Niedersachsen:

  • ein Eimer voll 20 bis 40 Euro
  • ein Kofferraum voll 100 bis 400 Euro
  • eine Lastwagenfuhre 100 bis 500 Euro
  • die Menge über einer Lastwarenfuhre 200 bis 1.500 Euro

In Nord­rhein-West­falen:

  • ein Eimer voll (keine Angabe)
  • ein Kofferraum voll 5 bis 30 Euro
  • eine Lastwagenfuhre 50 bis 200 Euro
  • die Menge über einer Lastwarenfuhre 200 bis 820 Euro

In Rhein­land-Pfalz:

  • ein Eimer voll 10,23 bis 25,56 Euro
  • ein Kofferraum voll 25,56 bis 51,13 Euro
  • eine Lastwagenfuhre 51,13 bis 306,78 Euro
  • die Menge über einer Lastwarenfuhre 306,78 bis 1.533,88 Euro

Im Saarland:

  • ein Eimer voll 50 bis 200 Euro
  • ein Kofferraum voll 100 bis 300 Euro
  • eine Lastwagenfuhre 100 bis 500 Euro
  • die Menge über einer Lastwarenfuhre 200 bis 2.500 Euro

In Sachsen:

  • ein Eimer voll 10 bis 25 Euro
  • ein Kofferraum voll 25 bis 50 Euro
  • eine Lastwagenfuhre 50 bis 200 Euro
  • die Menge über einer Lastwarenfuhre 200 bis 1.500 Euro

In Schles­wig-Holstein:

  • ein Eimer voll 5 bis 20 Euro
  • ein Kofferraum voll 30 Euro
  • eine Lastwagenfuhre 50 bis 200 Euro
  • die Menge über einer Lastwarenfuhre 200 bis 800 Euro

In Thüringen:

  • ein Eimer voll 10 bis 20 Euro
  • ein Kofferraum voll 30 bis 50 Euro
  • eine Lastwagenfuhre 50 bis 200 Euro
  • die Menge über einer Lastwarenfuhre 200 bis 1.000 Euro

Zu den Bundesländern Sachsen-Anhalt, Berlin und Brandenburg gibt es diesbezüglich keine Angaben.

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