Bamberg
Obst und Gemüse

Von Sommer auf Winter: So lagern und pflegen Sie Erdbeeren, Tomaten, Gurken, Topinambur richtig

Der heiße Sommer mit neuen Rekordtemperaturen neigt sich dem Ende zu. Bald werden wieder kühlere Winde durch Deutschland wehen und nicht nur den Menschen, sondern auch Pflanzen zu schaffen machen. Wie Sie das Beste daraus machen, erfahren Sie hier.
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Feuerdorn Topinambur in seiner Blütezeit. Bild: Josef Schröder
Feuerdorn Topinambur in seiner Blütezeit. Bild: Josef Schröder

Es lohnt sich, sonnengereifte Tomaten für den Winter durch Trocknen zu konservieren. Dabei entsteht ein einmaliger würziger Geschmack. Die gewaschenen Tomaten werden halbiert, der Stieleinsatz entfernt und die Kerne herausgeschabt. Dann kommen die Früchte in einen Dörrapparat oder Backofen und werden bei 50 bis 70° Celsius, je nach Sorte und Menge, 12 bis 20 Stunden getrocknet. Der Backofen ist wegen der langen Trocknungszeit und des hohen Energieverbrauches nur eine Notlösung für das Dörren.

Wer regelmäßig größere Mengen an Obst oder Gemüse trocknet, sollte sich ein elektrisches Dörrgerät zulegen. Die gedörrten Tomaten halten sich am besten in einem Schraubglas an einem kühlen und trockenen Ort. Sie sorgen für den richtigen Pep in vielen warmen und kalten Gerichten bis zur nächsten Saison und darüber hinaus. Gedörrte Tomaten, die als Antipasti auf den Teller kommen sollen, werden am besten mit getrockneten Kräutern wie Rosmarin, Organo und Thymian und ein wenig Knoblauch in Olivenöl eingelegt.

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Herbstsalate helfen gegen Krankheiten und Kälte

Endivie, Zuckerhut und Radicchio sind Herbstsalate, die im Anbau recht ähnlich sind. Eine Gemeinsamkeit besteht darin, dass sie einen hohen Anteil an Bitterstoffe haben. Diese werden durch Einweichen im lauwarmen Wasser sehr stark reduziert. Allerdings verliert der Salat dabei einen erheblichen Teil seiner Vitamine. Auch die Schossempfindlichkeit beim Sommeranbau haben diese Salat-Typen gemeinsam. Deshalb, und wegen ihrer Robustheit gegen Krankheiten und Kälte, werden sie stets im Spätsommer und bis in den Herbst hinein angebaut. Sie bilden eine ideale Fortsetzung des Anbaues von Sommersalaten.

Für die Herbsternte kann Spinat noch bis Ende August angesät werden. Oder, wenn man aber eine Überwinterung anstrebt, ist der beste Aussaattermin Mitte September bis Anfang Oktober. Den besten Spinat gibt es nämlich im Herbst und nicht im Frühjahr.

Erdbeerbeet sollte jährlich neu anlegen werden

Die Erdbeeren sollten normal bis Mitte des Monats gepflanzt sein. Dies ist bis jetzt bei der Hitze kaum möglich gewesen. Wenn man getopfte Ware beim Gärtner kauft, ist das Pflanzen aber auch noch Anfang September möglich. Beim Zukauf der Jungpflanzen ist auf gute Gesundheit zu achten. Am einfachsten ist es, im Garten jährlich ein Beet neu anzulegen. Eine Kultur sollte nicht älter als zwei Jahre werden. Dann wird die Erdbeerkultur eingegraben. Die Anbauflächen sind dabei ständig zu wechseln, um den Fruchtfolgekrankheiten vorzubeugen.

Bei Gurken gibt es leider noch keine Pflanzen, die gegen den Falschen Mehltau resistent sind. Die Krankheit beendet meist vorzeitig den ganzen Bestand. Bauerngurken sollten im Querschnitt etwas dreieckig sein. Wenn sie ganz rund geworden sind, werden sie als überreif bezeichnet. Bei einer Schwemme erntet man am besten viele kleine Exemplare. die sich dann einlegen lassen. Aus größeren Gurken kann man aber noch eine gute Suppe machen oder, sie als Gemüse kochen. Eine Geschmacksprobe sollte aber vor Verbrauch immer gemacht werden, ob die älteren Früchte nicht bitter schmecken.

Topinambur aus Nordamerika ist sehr gesund

Der Topinambur ist eine sehr attraktive spät blühende Staude im Garten. Sie hat sich auch als Neubürger in der freien Landschaft ausgebreitet. Topinambur kann bis zu drei Meter hoch werden und ähnelt sehr unseren Sonnenblumen. Die Pflanze kommt aus Nordamerika und wurde schon von den Indianern angebaut. Die unterirdischen Knollen, die auch Erdbirnen oder Erdäpfel genannt werden, schmecken süß, sind sehr gesund und äußerst reich an Mineralien.

Die Erdfrüchte werden wie Kartoffeln gekocht und verzehrt. Die Knollen der gewöhnlichen Topinambur sind winterhart und bleiben am besten im Boden, bis man sie braucht. Bei der Lagerung trocknen sie nämlich sehr rasch aus. Eine Abdeckung mit Laub ist vorteilhaft, da der Frost nicht so tief in den Boden kommt. Besonders zu empfehlen ist dies bei der weniger robusten chinesischen Topinambur.

Bild: Der Topinambur blüht heuer schon sehr früh.

Aufgepasst beim Blumen gießen und Kürbis ernten

Beim Gießen sollte man trotz der Hitze allgemein sehr vorsichtig sein. Die meisten Balkonblumen vertragen keine Staunässe. Besonders empfindlich sind Topfdahlien, Knollenbegonien und Geranien. Bleibt überschüssiges Wasser im Untersetzer oder Übertopf stehen, sollte es umgehend abgegossen werden.

Selbst wenn Kürbisse nicht mehr wachsen, heißt das nicht, dass sie reif sind. Sie sollten erst geerntet werden, wenn der Stiel vorholzt ist und der Kürbis beim Anklopfen hohl klingt. Zu früh gepflückt, halten sie nicht lange im Lager.

Bild: Hokkaidos leuchten im Beet wie die Sonne.

Obsternte dieses Jahr vier Wochen früher als sonst

Sobald sich der Stiel bei Apfel und Birnen leicht abdrehen lässt, ist die Frucht reif. Ein weiteres Indiz für den richtigen Zeitpunkt sind die braun gefärbten Kerne bei Kernobst. Der richtige Pflücktermin ist von Sorte zu Sorte unterschiedlich. Die Obsternte in diesem Jahr vier Wochen früher als normal. Es sollte bei manchen Sorten nicht mehr länger gewartet werden, da überreife Äpfel und vor allem Birnen nicht so gut lagerfähig sind und auch im Geschmack nachlassen.

Zum Lagern ist es deshalb bei vielen Sorten angebracht, dass sie ein wenig vor der Vollreife gepflückt werden. Dann halten sie sich im Lager besser. Besonders bei Birnen ist dies der Fall. Die Pflückreife ist aber nicht immer gleich die Genussreife. So benötigen die Herbst- und Wintersorten nach dem Pflücken noch einige Wochen oder gar Monate, bis sie wirklich genussreif sind.

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