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Tomaten

Kühlschrank oder nicht? So lagern Sie Tomaten richtig

Die Tomate ist das Lieblingsgemüse der Deutschen. Rund 25 Kilogramm verzehrt jeder Bürger pro Jahr. Obwohl man das Nachtschattengewächs in fast jeder deutschen Küche finden kann, wird es in den meisten Haushalten falsch gelagert und verdirbt dadurch.
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Die Deutschen lieben Tomaten. Das Fruchtgemüse besteht zu 94 Prozent aus Wasser und hat nur 17 Kalorien pro 100 Gramm. Zudem liefert es Vitamin C, Kalium, Ballast- und Pflanzenstoffe. Auch die zahlreichen Verwendungsmöglichkeiten der Tomate sind sicherlich ein Grund für ihre große Beliebtheit: Sie schmeckt warm und kalt in Suppen, in Salaten, eingelegt, gegrillt, überbacken oder auf einem Brot. Die Rezepte sind bekannt. Nur wie man sie richtig lagert, wissen die Wenigsten.

Aroma leidet im Kühlschrank

Das wichtigste zuerst: Tomaten gehören nicht in den Kühlschrank! Das erklärte das Bundeszentrum für Ernährung (BZfE) in einer neuen Mitteilung. Wie bekannt wurde, befasste sich eine Studie des amerikanischen Landwirtschaftministeriums 2015 mit dem Aromaverlust von Tomaten. Die Wissenschaftler fanden heraus, dass das Aroma besonders unter kühler Lagerung leidet. Aldehyde, Alkohole und Ketone, die den Geschmack der Frucht ausmachen, nehmen bei Kühlung bis zu 68 Prozent ab. Beim Blanchieren gehen sie zu 63 Prozent verloren. Für das Experiment behandelten die Forscher vollreife, rote Tomaten auf drei unterschiedliche Art und Weisen: Sie bestimmten die Aromaprofile der Tomaten nachdem je 20 Früchte für vier Tage bei fünf Grad beziehungsweise bei 20 Grad gelagert oder nach vier Tagen bei Raumtemperatur für fünf Minuten in 50 Grad heißes Wasser getaucht ("blanchiert") wurden.

So sollte man Tomaten lagern:

  • Tomaten an einem luftigen und schattigen Platz lagern
  • Am wohlsten fühlen sich Tomaten bei 12 bis16 Grad Raumtemperatur. Rispentomaten bei 15 bis 18 Grad. Dann kann sich das Aroma voll entfalten.
  • Unreife Tomaten legt man am besten an einen warmen, hellen Ort. Das beste Ergebnis erzielt man beim Nachreifen, wenn die Früchte groß sind und noch einen Blütenansatz am Stängel haben.
  • Tomaten geben das Reifegas (Ethylen) frei. Aus diesem Grund reifen und verderben andere Früchte in der Nähe schneller. Diesen Effekt kann man nutzen und beispielsweise unreifes Obst neben der Tomate nachreifen lassen.

Verbrauchertipps

Da Licht, Wärme und Sauerstoff den Nährstoffgehalt der Tomate verringern, sollten sie immer innerhalb einer Woche verzehrt werden. Geöffnete Tuben und Gläser mit Tomatenspeisen sollte man stets im Kühlschrank aufbewahren und gut verschließen. Zudem sollte man sie innerhalb von wenigen Tagen verbrauchen. Ist die Oberfläche mit Öl bedeckt, verdirbt das Produkt langsamer.

Das BZfE empfiehlt: Frische Tomatensoße bietet sich gut zum portionsweisen Einfrieren an. Frische Tomaten hingegen nicht, da durch die Kälte ihre Zellen platzen und sie dadurch matschig werden.

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