Franken
Gartentipps

Platzwunder Säulenobst: Warum die Bäume im heimischen Garten so beliebt sind

Immer öfter verwenden Gärtner Säulenobst in ihren Gärten. Denn Säulenobstbäume sind nicht nur platzsparender, sondern benötigen auch weniger Pflege und Schnitt. Gartenexperte Jupp Schröder erklärt worauf es bei der Pflege ankommt.
Artikel drucken Artikel einbetten
Platzsparende Säulenobstbäume werden immer beliebter. Auch Säulenbeeren werden gerne gepflanzt. Bild: Skitterphoto/pixabay.com
Platzsparende Säulenobstbäume werden immer beliebter. Auch Säulenbeeren werden gerne gepflanzt. Bild: Skitterphoto/pixabay.com

Das kühle Wetter und der leichte Regen haben der Natur unheimlich gut getan. Man spürt förmlich das Aufatmen der Bäume und Sträucher, die mit einer besseren grünen Farbe und einem Johannitrieb antworten. So gewappnet, können Pflanzen Krankheiten und Schädlingen besser entgegen treten. Nach der langen Trockenheit und oft großen Hitze befinden sie sich zurzeit in einer Situation der Erholung, die dringend notwendig war. Der Regen hat die Vegetation zwar erfrischt, aber die Wurzeln haben noch nicht viel Feuchtigkeit bekommen. Doch die zunehmend kürzeren Tage helfen den Pflanzen durch die Kühle und dem Tau der Nächte der Bodentrockenheit entgegen zu wirken. Auch die Sonne verliert zunehmend an Kraft.

Optimale Temperatur für Gurken und Tomaten

Die einzelnen Gartenkulturen gedeihen in jedem Jahr anders. Tropische Temperaturen sind für Gurken und Tomaten fast ideal. Das kühle Wetter bekommt diesen Pflanzen nicht so gut. Dafür gedeihen zum Beispiel Kohl- und Gänsefußgewächse bei diesem Wetter umso besser. Auch das Obst darf so langsamer reifen. Im vergangenen Jahr wurden um diese Zeit schon die Klaräpfel geerntet. Die Frühreife des Obstes bewirkte, dass es sich überhaupt nicht gut lagern ließ. Ein bedeckter Himmel gibt zudem Schutz vor der immer mehr gleißenden Sonne, die auch heuer schon Blätter von Beerensträuchern verbrennen ließ.

Durch den warmen Boden und die sommerliche Luft keimen die Saaten jetzt oft innerhalb weniger Tage. Das sollte der Gärtner ausnutzen, bevor es kälter wird. Nicht nur die Saaten kommen schnell, sondern auch die Pflanzen vom Gärtner oder aus eigener Anzucht wachsen zügig an und weiter. Auch muss man nicht mehr auf das Schossen wie im Langtag achten wie zum Beispiel beim Anbau von Radieschen und Salat. Der letzte Pflanztermin für Eissalat, Kohlrabi und Grünkohl ist Anfang August.

Erdbeerpflege und Neupflanzung

Das alte Laub von Erdbeeren kann man jetzt schon herunter schneiden. Danach sind die Pflanzen besonders empfindlich gegen Trockenheit. Eine Düngung mit Kompost von circa 3 l pro Quadratmeter baut die Pflanzen mit frischen Blättern wieder auf. Anfang August ist die beste Zeit für eine Neupflanzung. Nach zwei Jahren Standzeit beginnen die Erdbeerbestände mit dem Abbau. Der Standort sollte bei Neupflanzungen immer gewechselt werden. Eine Zwischenpflanzung mit Knoblauch bei alten und neuen Erdbeerbeständen verbessert das Wachstum beider Arten. Außerdem werden Pilzkrankheiten bei Erdbeeren durch diese Mischkultur etwas abgewehrt.

Jetzt günstig Bio Kompost Dünger auf Amazon kaufen

Zucchini selbst bestäuben

Bei Zucchini gibt es männliche und weibliche Blüten. Der Unterschied ist deutlich zu erkennen. Die Männchen sitzen auf einem langen Stiel. Bei den Weibchen dagegen ist unter der Blüte die Frucht zu erkennen. Damit eine bessere Bestäubung stattfindet, sollte man nicht nur eine Pflanze haben. Sie werden am liebsten von anderen Zucchini befruchtet. Zur Bestäubung brauchen sie aber auch Insekten. Sollten von diesen keine da sein, wenn die weiblichen Blüten bestäubt werden müssen, kann man notfalls auch selbst Hand anlegen und den Pollen mit einem Wattestäbchen von männlichen Blüten auf die Narben der weiblichen Blüten übertragen. Manchmal, besonders bei Stress, kommt es bei Zucchini vor, dass keine Früchte erscheinen. Hier haben sich nur männliche Blüten gebildet. Man sollte Zucchinipflanzen daher einen sonnigen, warmen Platz geben und Extreme bei der Wasser- und Nährstoffversorgung vermeiden.

Säulenobstbäume werden immer beliebter. Schon im zweiten Jahr blühen die kurzen Fruchtspieße am Stamm und tragen bald darauf die ersten Früchte Die schlanken Säulenäpfel brauchen in der Regel keinen Schnitt. Bei Säulenbirnen und -kirschen erscheinen im Sommer aber öfter längere Seitentriebe. Diese sollten jetzt bis auf ca. 10 Zentimeter gekürzt werden. Steile Konkurrenztriebe, die sich an der Spitze entwickeln können, werden ganz entfernt. Ein Schnitt im ausgehenden Winter ist bei Säulenobst nicht ratsam, da dieser einen starken Neuaustrieb verursacht. Der Sommerschnitt bremst dagegen das Wachstum. Die meisten Sorten sollten eher früh geerntet werden, da sie bei voller Reife schnell weich werden.

Wenn jetzt im Obstbau die steil stehenden Fruchttriebe waagerecht gebunden werden, setzen sie vermehrt Blütenknospen an. Die beliebten Betonklötzchen oder kleine Sandsäcken senken aber die Triebenden oft unter die Waagerechte und verfehlen somit den eigentlichen Sinn. Besser ist es, man verbindet die Fruchtäste durch Schnüre mit dem Stamm. Gegen Ende August ist die physiologische Blütenbildung abgeschlossen. Dann werden die Triebe wieder von den Schnüren entfernt. Es kann nämlich sonst zu einem Einwachsen des Bindematerials in die Rinde kommen. Ältere Bäume sollten stets im äußersten Kronenbereich gewässert werden. Dort befinden sich die meisten Feinwurzeln, die hauptsächlich Wasser aufnehmen.

Unser Gartenexperte: In drei Jahrzehnten als Kreisfachberater für Gartenbau in Lichtenfels hat Jupp Schröder mit fast jedem Gartenproblem schon einmal zu tun gehabt. Sein Lebensmotto lautet auch heute noch: "Wenn man die nötige Geduld aufbringt, stellt sich der Erfolg von selber ein".

"Das bedeutet der Einkaufswagen: Es handelt sich bei den in diesem Artikel bereitgestellten und mit einem Einkaufswagen-Symbol gekennzeichneten Links um sogenannte Affiliate-Links/Werbelinks. Wenn Sie auf einen dieser Links klicken und darüber einkaufen, bekommen wir eine Provision von Amazon. Für Sie ändert sich dadurch nichts am Preis. Im Sinne der Nachhaltigkeit und zur Unterstützung der lokalen Gärtner zeigen wir keine Angebote zu Samen, Setzlingen oder Pflanzen. Bitte nutzen Sie dafür das reichhaltige Angebot und die Fachberatung Ihrer Gärtnerei."

Verwandte Artikel

Für diesen Artikel wurde die Kommentarfunktion deaktiviert.