Lichtenfels
Gartentipps

Nach dem Hitzesommer: Das gibt es bei der Ernte zu beachten

Durch die lange Periode der Trockenheit und Hitze müssen viele Obst- und Gemüsesorten heuer früher geerntet werden als sonst. Unser Gartenexperte gibt Tipps für die Erntezeit und verrät, was es im September sonst noch im Garten zu tun gibt.
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Äpfel müssen in diesem Jahr früher geerntet werden als sonst. Foto: pixabay/cbaquiran
Äpfel müssen in diesem Jahr früher geerntet werden als sonst. Foto: pixabay/cbaquiran

Die große Trockenheit und Hitze haben u. a. den Erntezeitpunkt durcheinander gebracht. So fangen viele Kartoffeln, die noch im Boden sind, schon das Keimen an. Auch die Äpfel und Birnen gehören heuer sehr zeitig vom Baum, damit sie im Lager länger halten. Die meisten Früchte haben die Bäume schon frühzeitig abgeworfen, um selbst überleben zu können. Von dem sehr großen Fruchtbehang ist oft nicht mehr viel übrig. Man traut seinen Augen kaum, wenn ganze Astpartien, besonders bei Apfelbäumen, schon das Blühen anfangen. So stehen sogar einige Kastanien in voller Blüte. Wenn Landwirte jetzt ihre Felder bestellen, steigen riesige Erdstaubwolken auf. Jetzt bleibt nur die Hoffnung, dass sich die Natur langsam wieder einpendelt und durch ein "normales" Wetter Landwirte und Gärtner unterstützt.

Keine nassen Früchte ernten

Nasse Früchte sollten nach Möglichkeit nicht geerntet werden. Beim Einlagern kann sich die Feuchtigkeit längere Zeit an den Berührungspunkten halten. Dadurch wird an diesen Stellen die schützende Wachsschicht auf der Fruchtschale zerstört. So können dann leicht Schadpilze wie Fäulnisbakterien eindringen.

Anfang September Pflücksalat säen

Am Anfang des Monats kann immer noch Pflücksalat ausgesät werden. Er bringt bis zum Ende der Wachstumsperiode gute Erträge. Rotblättrige Sorten sind im Herbst deutlich frosthärter als die gelbblättrigen. Erstere können bis zu minus 7 Grad Celsius ohne Schaden überstehen. Bewährte Sorten sind "Red Salad Bowl" und "Red Fire". Besonders interessant ist Pflücksalat für Hochbeete. Bequem können so die Salatblätter laufend von unten nach oben in passenden Portionen geerntet werden. Das ist auch für Rollstuhlfahrer möglich.

Winterroggen als Gründüngung

Als Gründüngung kann Winterroggen, -wicke oder -weizen auf leere Beete ausgesät werden. Die Pflanzen bleiben über Winter stehen und sorgen für eine Lockerung des Bodens. Im Frühjahr wird dann das Grünmaterial untergegraben. Neben der Lockerung, bleiben die Pflanzennährstoffe im Boden erhalten. Die Gründung ist besonders für Sandböden von Vorteil. "Schwere" Böden aber sind im Spätherbst umzugraben, damit der Frost seine sprengende Wirkung auf die Ackerkrume entfalten kann.

Möhren und Pastinaken mit Laub ernten

Um den Nitratgehalt in Möhren und Pastinaken auch noch nach der Ernte abzusenken, ist vorteilhaft sie mit Laub zu ernten. Dieses sollte mindestens 2 Tage nach der Entnahme aus dem Boden an den Pflanzen verbleiben. So kann Nitrat, welches in der Frucht eingelagert ist, noch weiter abgebaut werden. Die beste Erntezeit für Wurzelgemüse am Nachmittag.

Möhren eine dünne Haut haben, sollten sie nicht gewaschen werden, da dann die Haut kleine Schäden erleidet. Gewaschene Möhren kann man deshalb nicht lange lagern. Durch die beschädigte Haut entweicht leicht Feuchtigkeit, so dass die Möhren "wabbelig" werden können. Auch Schadpilze können über die Verletzungen leichter eindringen.

Junge Erdbeerpflanzen: Das gilt es zu beachten

Die günstigste Zeit des Erdbeeranbaues ist zwar Mitte August, doch Trockenheit und Urlaubszeit brachten den Termin durcheinander. Jetzt sollte die Arbeit aber bald in Angriff genommen werden. Beim Einkauf von Jungpflanzen ist besonders auf gute Qualität zu achten. Der Topfballen sollte vor allem gut durchwurzelt sein. Auf schweren Böden ist es vorteilhaft, Erdbeeren auf hochgezogenen Dämmen zu kultivieren. Hier leiden die Wurzeln bei einer Regenperiode nicht unter Staunässe. Weil sich die Erdwälle im Frühjahr relativ schnell erwärmen, beginnen die Erdbeerpflanzen sehr bald mit ihrem Wachstum. Da die Erde in den Wällen weder zu nass, noch zu kalt ist, leiden die Erdbeeren hier kaum unter der Roten Wurzelfäule. Die Kultur auf Erddämmen beugt auch dem Auftreten des Grauschimmelpilzes vor, weil die Früchte oberhalb der bodennahen Luftschicht heranwachsen. Auch die Luft kann so besser zirkulieren und unterhalb des Laubes hindurch streichen.

Hornissen und Wespen sterben langsam ab

Nach der Hochzeit der Hornissen und Wespen hatten die Völker so Mitte August ihren Höhepunkt erreicht. Jetzt sterben sie aber langsam ab. Nur befruchtete Weibchen überwintern mit viel Glück an geschützten Stellen und können als neue Königinnen im nächsten Jahr neue Völker gründen. Die alten Nester werden schon aus hygienischen nicht mehr angenommen. Hektische Bewegungen sind in der Nähe dieser Insekten zu vermeiden. Besonders ratternde Maschinen reizen die Völker in ihrer Nähe sehr. Übrigens, brauchen Wespen und Hornissen sich nicht mehr um den Aufbau ihrer Brut mit proteinreicher Nahrung wie Raupen und Fliegen zu kümmern. So machen sie sich jetzt mit Vorliebe zu Eigenversorgung über süße Nahrung wie Früchte und Kuchen her.



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