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Gartentipps

Gemüse liebt leichte Erdwälle: So gelingt der Gemüseanbau

Damit der Gemüseanbau gelingt sollte man ein paar Dinge beachten. Dann wachsen Tomaten, Gurken und Kräuter besonders kräftig. Wir haben die passenden Tipps von Gartenprofi Josef Schröder.
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Damit der Gemüseanbau gelingt sollte man ein paar Dinge beachten. Dann wachsen Tomaten, Gurken und Kräuter besonders kräftig. Bild: jf-gabnor/pixabay.com
Damit der Gemüseanbau gelingt sollte man ein paar Dinge beachten. Dann wachsen Tomaten, Gurken und Kräuter besonders kräftig. Bild: jf-gabnor/pixabay.com
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Auch wer keinen Garten hat, kann auf dem Balkon oder Terrasse Tomaten heranziehen.

Die Pflanzgefäße sollten dabei nie zu klein gewählt werden. Oft werden Tomaten in 10-Liter-Eimer gepflanzt. Je dunkler die Farbe des Gefäßes ist, umso schneller trocknet das Substrat aus. Die Abzugslöcher sollte man mit Tonscherben abdecken, damit keine Staunässe entstehen kann. Dann ist die Erde vorsichtig einzufüllen, dass die Scherben nicht verrutschen. Die Kübel soll man aber nicht gleich ganz voll machen.

Zu viel Nässe schadet Tomatenpflanzen

Die Pflanze wird danach so eingestellt, dass der untere Bereich des Stängels noch leicht in der Erde steht. Wenn diese sich gesetzt hat, kommt erst später die Stütze dazu. Der beste Standort ist eine geschützte Ecke, wo kein Regen hin kommt. Beim späteren Gießen soll man immer kontrollieren, wie der Boden unter die Oberfläche aussieht. Zuviel Nässe schadet den Tomaten nämlich sehr. Für die Anzucht hat sich ein Substrat bewährt, welches zu je einem 1/3 aus guter Blumenerde, Gartenboden und zweijährigen verrottetem Kompost besteht. Wenn die Tomatenpflanzen in reiner Blumenerde stehen, haben die Früchte keinen rechten Geschmack. Die Verwendung von reinem Kompost, so wie es oft geschieht, ist wegen der Überdüngung vollkommen daneben. Bewährt hat sich eine Hand voll Brennnesselblätter als zusätzliche Stickstoffgabe, die man in den Kübel gibt, bevor die Erde eingefüllt wird. Auch eine Hand voll Hornmehl pro Eimer erfüllt bei den stark zehrenden Tomaten den gleichen Zweck.

Hornmehl für Tomatenpflanzen

Basilikum richtig gießen

Basilikum liebt es warm. Nasskaltes Wetter gefällt diesem beliebten Gewürzkraut überhaupt nicht. Besonders empfindlich reagiert Basilikum auf Blattnässe. Es bilden sich dann schwarzbraune Flecken auf den Blättern, welche nach und nach absterben. Deshalb ist beim Basilikum unbedingt beim Gießen darauf achten, dass die Blätter trocken bleiben. Bei einer Topfkultur sollte bei Regen die Möglichkeit bestehen, die Pflanzen an einem trockenen Platz zu stellen.

Stauden mit Reisigzweigen stützen

Große Stauden wie Rittersporn, Sonnenbraut und Pfingstrosen tragen schwer an ihrer Blütenfülle. Deshalb sollte man die Stängel einzeln oder mit einem "Reling" um den ganzen Stock unterstützen, bevor Regen und Wind sie in die Knie zwingt. Schöner als künstliche Stützhilfen aus Plastik oder Draht wirken Bambusstäbe oder Reisigzweige. Ein Holzpflock verhindert zusammen mit der umgebenden Schnur, dass die Triebe auseinanderfallen.

Rankhilfe für Tomatenpflanzen

Profitipp aus dem Bauerngarten

Auf leichten Wällen können die Pflanzen im Gemüse- oder Kräutergarten viel besser wachsen, da sich der Boden so leichter erwärmen kann. Das ist vor allem bei "kalten" Lehm- oder Tonböden wichtig. Dies wussten die Bäuerinnen schon vor langer Zeit. Sie legten im Gemüsegarten deshalb "Beetla" an.

Die Pflanzen dankten dies im hohen Maße mit einem gesunden und kräftigen Wachstum. Der Boden trocknet zudem nach einem Regen durch die Erhöhung viel schneller ab. Auch sind somit die Pflanzen viel weniger anfällig für Pilzkrankheiten.

Wenn die Reihen jeweils mit verschieden Pflanzen angebaut werden, entsteht eine Mischkultur, mit gegenseitig positiver Beeinflussung. Hier können sich zudem trichterförmig wachsende Gemüsearten mit breit werdenden abwechseln, die den Boden beschatten und vor brennender Sonne schützen. Da zwischen den Dämmen gelaufen werden muss, bleibt auf die Erde in den "Beetla" locker und auch feucht.

Frostgeschädigte Walnussbäume

Durch die Frostnächte erlitten viele Walnussbäume in unserer Region großen Schaden. Die erfrorenen Bäume schauen sehr traurig aus. Der Anblick deprimiert Bauern und Hobbygärtner. In geschützten Lagen aber wurden einige Exemplare verschont. Es war der eiskalte Nordwind, der den Schaden brachte. Durch das Erfrieren der Blätter und auch der Blüten werden die Bäume stark geschwächt. Sie werden bestimmt einige Jahre brauchen, bis sie sich wieder richtig erholt haben. Nach einer Rekordernte im letzten Jahr gibt es heuer dagegen an den geschädigten Bäumen einen Totalausfall. Der sehr frühe Austrieb in diesem Jahr hat die Frostempfindlichkeit erhöht. Es ist erstaunlich, dass Trotz der allgemeinen Klimaerwärmung mit solchen Kälteeinbrüchen gerechnet werden muss. Nur wenige Minusgrade reichen im Frühjahr aus, um weit ausgetriebene Nussbäume erfrieren zu lassen.

Über unseren Gartenprofi: In drei Jahrzehnten als Kreisfachberater für Gartenbau in Lichtenfels hat Jupp Schröder mit fast jedem Gartenproblem schon einmal zu tun gehabt. Sein Lebensmotto lautet auch heute noch: "Wenn man die nötige Geduld aufbringt, stellt sich der Erfolg von selber ein".

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