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Leckeres aus dem Garten

Frische Vitamine im Winter: Sprossen von der Fensterbank

In der Regel decken wir einen Teil unseres Vitaminbedarfes im Winter mit Gemüse und Obst aus der ganzen Welt. Die langen Transportwege verursachen jedoch hohe CO2-Emissionen und schaden unserem Klima. Wesentlich umweltfreundlicher kommen wir im Winter zu gesunden Vitaminen, wenn man entweder saisonales und regionales Gemüse und Obst verwendet oder einfach mal Sprossen auf der heimischen Fensterbank zieht. 
 
Sprossen auf der Fensterbank züchten
Im Winter ist es wichtig genügend Vitamine aufzunehmen. Wer dabei auf Regionalität achten möchte, kann es mit Microgreens auf der eignen Fensterbank probieren. Foto: famifranquoi/unsplash.com Foto: Famifranquoi
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Vitaminmangelkrankheiten, wie Skorbut, waren bereits im Mittelalter bekannt und man lernte erst im Laufe der Zeit, wie wichtig frisches Gemüse und Obst war, um den Ausbruch dieser Krankheit zu verhindern. Besonders bei längeren Seefahrten breitete sich die ansteckende Krankheit rasant unter den Matrosen aus, bis man herausfand, dass es durch Vitamin-C-haltige Früchte oder Sauerkraut behoben werden kann.

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So schlimm wird es heute natürlich keinen mehr treffen, da immer ein großes Angebot an Gemüse und Obst zur Verfügung steht. Nachhaltiger ist es dennoch, seine Salat-Vitamine im Winter aus selber gezogenem Gemüse zu erhalten. Besonders die vitaminreichen Sprossen bereichern den Speisezettel in der lichtärmeren Jahreszeit mit den verschiedensten frischen Vitalstoffen. Sehr beliebt ist auch ein Topping von Sprossen auf dem Butterbrot, auf Quark oder auf einer Gemüsesuppe. 

Sprossen keimen auf der Fensterbank

Vielleicht haben Sie schon einmal zugeschaut, wie schnell Erbsen keimen. Dieser Versuch ist immer sehr beliebt, um Schulkindern die Biologie der Pflanzen zu erklären, um dann vielleicht sogar beim Wachsen zuzuschauen, bis man die Schoten ernten kann. Bei der Anzucht von Sprossen erhalten Sie Vitamine ohne lange Wartezeiten und mit wenig Aufwand.

Zum Keimen sind viele Gemüsesamen, wie Erbsen, Brokkoli, Radieschen, Rettich, Kohlrabi, Lauch oder Zwiebeln geeignet. Grundsätzlich sind alle Sorten verwendbar, bei denen auch  Blätter, Stängel oder Fruchte essbar sind. Nachtschattengewächse, wie Tomaten oder Kartoffeln, sind daher nicht zur Sprossenzucht geeignet, da sie das giftige Solanin enthalten.

Zubehör für die Keimung

Zur Sprossenzucht benötigen sie ein Anzuchtgefäß, in dem die Samen zum Keimen gebracht werden können. Gut geeignet ist ein Sprossenglas, bei dem der Schraubdeckel als Sieb ausgeführt ist. Verwenden Sie nach Möglichkeit frisches Bio-Saatgut, da die Inhaltsstoffe der Körner in sehr konzentrierter Form aufgenommen werden.

Für verschiedene Aussaaten, und um für geschmackliche Abwechslung zu sorgen, lohnt sich die Anschaffung mehrerer Gläser.  Natürlich kann so ein Gefäß auch selber gebastelt werden, indem man einen Schraubdeckel selber locht, bis genügend Öffnungen zum Ablaufen des Wassers vorhanden sind. 

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Regelmäßiges Spülen der Sprossen

Bei der Sprossenzucht ist es besonders wichtig, auf Hygiene zu achten, damit sich kein Schimmel bei den übereinander liegenden Keimlingen bildet. Die Samen sollten täglich mit frischem Wasser gespült werden und dann kopfüber und leicht schräg so aufgestellt werden, dass das Wasser gut ablaufen kann. Auch vor der ersten Anwendung müssen die Samen gut gespült und von Verunreinigungen befreit werden.

Es sollte unbedingt sauberes Trinkwasser verwendet werden. Bei Zweifeln an der Wasserqualität sollte das Wasser vorher gefiltert werden. Auch bei alten Leitungen im Haus gibt es oft die Empfehlung, das Wasser vor der Verwendung erstmal ca. 20 - 30 Sekunden laufen zu lassen. Nach der ersten Reinigung sollten die Körner eingeweicht werden, damit der Keimmechanismus angeregt wird. Die Dauer ist unterschiedlich, je nach Sorte, und liegt zwischen 4 und 12 Stunden. 

Sprossenwachstum

Bei Verwendung eines Sprossenglases ist das tägliche Spülen mit Wasser sehr wichtig. Ideal wäre ein zwei- bis dreimaliges Spülen. Bei Verwendung eines Keimglases mit Sieb-Aufsatz geht das schnell von der Hand und darf nicht vergessen werden. Das Wachstum der Sprossen kann im durchsichtigen Glas gut beobachtet werden. Der Samen keimt zwischen einem und acht Tagen, wenn das Glas an einem hellen Platz ohne direkte Sonneneinstrahlung aufgestellt wird.

Damit es im Glas nicht schimmelt, muss das Wasser immer vollständig ablaufen können. Ein bis zwei Tage nach der Keimung bilden sich watteartige, mit weißem Flaum bedeckte Faserwurzeln, aus denen sich später die richtigen Wurzeln bilden würden. 

Ernte der Sprossen

Auf der Verpackung von speziellem Sprossen-Saatgut ist oft die empfohlene Keimdauer aufgedruckt. Wenn eigenes Saatgut aus dem Garten verwendet wird oder man unsicher ist, ob die Sprossen schon fertig gekeimt sind, kann eine Geschmacksprobe helfen. Einfach ein paar Sprossen aus dem Glas entnehmen und probieren.

Sind die Samen schon zu lange gekeimt, schmecken sie bitter. Nach einiger Zeit bekommt man im Umgang mit den Sprossen Routine und der richtige Zeitpunkt wird kein Problem mehr sein.

 

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