Bamberg
Gartentipps

Beerensträucher: Schnitt und Anbau - so wird's gemacht

Ob Stachelbeeren, Johannisbeeren, Himbeeren oder Heidelbeeren: In keinem Garten sollten leckere Beerenfrüchte fehlen. Welche Beeren Sie jetzt anpflanzen, und welche schneiden sollten, erfahren Sie hier.
Artikel drucken Artikel einbetten
Beeren sind nicht nur lecker, sondern sehen im Garten auch noch toll aus! Symbolfoto: pixabay.com/MrGajowy3
Beeren sind nicht nur lecker, sondern sehen im Garten auch noch toll aus! Symbolfoto: pixabay.com/MrGajowy3

Nach den hoffentlich letzten kühlen Tagen in Franken, bricht nun endlich der Frühling über uns herein! Dann können Hobbygärtner wieder Schere, Schaufel und Co. auspacken. Zum Beispiel Beerensträucher können jetzt, wo der Boden aufgetaut ist und sich langsam wieder erwärmt, angepflanzt werden. Alte Beerensträucher sollten auch nicht vernachlässigt werden - hier empfiehlt sich zum Beispiel ein neuer Schnitt.

Jetzt Beerensträucher schneiden

Bei Stachel- und schwarzen Johannisbeeren nimmt man jetzt vor allem alte und zu dicht stehende Triebe bis zur Basis weg. Dies dient der fortlaufenden Verjüngung. Es können sich dann, durch den aufsteigenden Saftdruck im Frühjahr bedingt, von unten her neue Triebe bilden. Diese sollten nicht länger als drei Jahre verbleiben. Anders ist es bei den roten und weißen Johannisbeeren, die auch noch am älteren Holz tragen. Es sollten aber auch hier jährlich 2-3 neue Triebe von unten her nachgezogen werden, um ein Vergreisen des Strauches zu verhindern. Eine Unsitte ist es, die Triebe gleichmäßig einzukürzen. Dies führt zu besenartigen Verwachsungen, die auch den Nachschub von der Basis hemmen. Nur bei Stachelbeeren, die mit dem amerikanischen Stachelbeermehltau im vergangenen Jahr befallenen waren, sollen die kranken Triebspitzen weg kommen, um eine neue Infektion zu verhindern. Diese sind an der Braunfärbung leicht zu erkennen.

Beerensträucher pflanzen

Bei der Aussaat und Anzucht von Jungpflanzen sollten nur saubere Gefäße verwendet werden. Am besten ist es, wenn diese neu sind. Gebrauchte Anzuchtgefäße können wieder benutzt werden, wenn sie gründlich gereinigt und mit heißem Wasser ausgewaschen worden sind. Für empfindliche Aussaaten eignet sich zudem nur keimfreie neue Erde ohne Düngerzusatz. In jedem Saatkorn ist auf Vorrat viel Kraft. Diese reicht aus, um Sämlinge zu bilden.

Sie wollen die warmen Frühlingstage nutzen, um Beeren anzupflanzen? Hier entlang.*

Im Gegensatz zu den Himbeeren sind Brombeeren tief zu pflanzen. Sehr zu empfehlen ist die dornenlosen Sorte "Loch Ness", die von Anfang August bis Mitte September reift und deren Früchte einen sehr guten Geschmack haben. Die Sorte bildet lange Ruten und braucht ein Gerüst. Bei der Sorte "Navaho" dagegen handelt es sich um eine besonders frostharte und dicht wachsende Neuheit, die von Anfang August bis Ende September große und sehr aromatische Früchte trägt. Durch den kompakten und trichterförmigen Wuchs wird das sonst notwendige Gerüst bei dieser Sorte überflüssig.

Kulturheidelbeeren im eigenen Garten erfreuen sich zunehmender Beliebtheit. Dabei ist unbedingt darauf zu achten, dass der Boden sehr sauer sein muss. Zum Pflanzen eignet sich eine Erdmischung von Sand, Sägespäne und Rindenmulch von Nadelgehölzen zu gleichen Teilen. Anstelle dieses Substrates kann auch Rhododendronerde genommen werden. Eine etwa 5 Zentimeter starke Mulchschicht aus Fichtennadeln hält den Boden sauer und verhindert das oberflächige Austrocknen. Das Erdloch sollte mindestens 80/80/60 cm groß sein und einen Wasserabzug haben. Die Erdwände sind mit Folie zu schützen. Als Alternative kann man auch eine große runde Mörtelwanne verwenden, die in den Boden eingegraben wird. Unten müssen aber Löcher sein und eine Kiesschicht als untere Lage, die für einen guten Wasserabzug sorgt. Da Heidelbeeren einen Boden mit einem pH-Wert von 4,0 bis 5,0 lieben, darf kein kalkhaltiges Wasser zum Gießen genommen werden. Kompost und Mist ist zum Düngen nicht geeignet. Dazu nimmt man am besten einen spezieller Heidelbeer- oder Rhododendrondünger. Heidelbeeren lieben einen sonnigen Standort. Gute Sorten sind Duke, Patriot und die niedrige Top Hat. Der Verjüngungsschnitt der Sträucher ist nur alle 3 bis 4 Jahre vorzunehmen. Dabei werden alte Triebe mit wenigen Blütenansätzen kurz über dem Boden abgeschnitten. Ein Strauch sollte etwa 6 bis 8 Triebe haben, die nicht älter als 3 bis 4 Jahre sind. Jungtriebe bleiben unbeschnitten. Damit der Strauch sich gut ausbreiten kann, ist ein Pflanzabstand von 1,5 Meter einzuhalten.

Für wärmebedürftige Gewächse, Wein, Brom- und Himbeeren hat sich die Pflanzung im zeitigen Frühling bewährt.

Lesen Sie außerdem auf inFranken.de: Tipps, um Ihre Schnittpflanzen vor dem Vertrocknen zu retten

was sagen sie zu diesem Thema?
jetzt anmelden jetzt registrieren