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Gartentipps

Mariä Himmelfahrt: Kräuterbuschen binden

In katholischen Gegenden Bayerns werden zum Fest Mariä Himmelfahrt, am 15. August, Kräuter gebunden. Dieser alte kirchliche Brauch wird besonders noch in den Dörfern unserer Region, beispielsweise im Juragebiet, gepflegt. Unser Gartenexperte hat die Fakten:
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Die Kräuterweihe gehört zu den volkstümlichen Bräuchen der römisch-katholischen Kirche. Symbolfoto: pixabay.com
Die Kräuterweihe gehört zu den volkstümlichen Bräuchen der römisch-katholischen Kirche. Symbolfoto: pixabay.com
In den gebundenen Kräuterbuschen sollen bis zu 32 verschiedene Heil- und Gewürzkräuter aus den Gärten, von Wiesen und Waldrändern in einen Strauß kommen. Es ist aber gar nicht so einfach all diese Kräuter dieses Jahr zu bekommen, denn die große Hitze hat viele Blumen vorzeitig verblühen lassen.


Folgende Kräuter sind zum Binden üblich:

Melisse, Wegwarte, Rainfarn, Johanniskraut, Quendel, Dost, Schafgarbe, Klette, Beifuß, Wermut, Ringelblume, Oregano, Baldrian, Kamille, Odermennig, Alant, Pfefferminze, Wiesenknopf, Frauenmantel, Heilziest, Pastinaken, Thymian, Königskerzen, Leinkraut, Wund- und Buschklee, Eisenkraut, Kletten und sogar Brennnesseln. Im Mittelpunkt soll immer die Königskerze stehen. Ganz unten werden die kleineren Pflanzen wie Thymian und Wilder Majoran angegliedert. Dann wird das Ganze gebunden und überständige Stiele abgeschnitten.

Die Weihe der Kräuterbuschen findet an Maria Himmelfahrt feierlich nach der Messe in den Kirchen statt. Dann werden die Sträuße mit nach Hause genommen und in den Herrgottswinkel der Stube gestellt.
An Weihnachten, Silvester und Dreikönig ist es in vielen Gegenden unserer Heimat immer noch Brauch, mit den geweihten Marienkräutern das Haus und die Ställe auszuräuchern. Das Binden von Kräuterbuschen hat schon eine lange Tradition. Das Fest Maria Himmelfahrt wurde 813 in Deutschland eingeführt. Schon damals war neben der Verehrung der heiligen Jungfrau die Kräuterweihe ein wesentlicher Bestandteil des Festes.


Kräuter mit magischen Kräften

In der mittelalterlichen Erfahrungsmedizin waren die Marienkräuter wegen ihrer heilenden Inhaltsstoffe hoch geschätzt. Mit den geweihten Büscheln hatten die Menschen früher das ganze Jahr hindurch eine wertvolle Naturapotheke für sich selbst und ihre Tiere zur Hand. Es wurde den Kräutern auch magische Kräfte zugeteilt. Sie sollten bei Gewitter schützen so wie Geister, Hexen und andere böse Mächte abwehren. Dabei hatten besonders die Königskerze und das Johanniskraut eine wichtige Bedeutung.


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