Bamberg
Gartentipps

Rückschnitt und Düngen bei Stauden: Profitipps aus der Gartensprechstunde

Bei sommerlichem Wetter gaben Jupp Schröder und Johann Strobler vor einem großen Publikum Expertentipps zum Rückschnitt und Düngen von Stauden. inFranken.de hat die wichtigsten Themen für Sie zusammengefasst.
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Die Gartensprechstunde von Johann Strobler und Jupp Schröder lockte viele Gartenbegeisterte an. Foto: Christoph Beckmann/inFranken.de
Die Gartensprechstunde von Johann Strobler und Jupp Schröder lockte viele Gartenbegeisterte an. Foto: Christoph Beckmann/inFranken.de
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Rückschnitt ist kein Herbstthema

Rückschnitt von Stauden hört sich zuerst nach einem Thema für den Herbst an. Doch das ist ein Trugschluss, denn durch einen Schnitt im Herbst nimmt man der Staude das Winterkleid und auch Vögeln das Futter. Zusätzlich gibt der Sommerschnitt Stauden die Chance, sich noch einmal zu entwickeln, um gesund und kraftvoll in den Winter zugehen. Daher ist für Stauden der Rückschnitt nach der Sommerblüte von hoher Bedeutung.

Der Sommerschnitt ist recht einfach durchgeführt: Nach der Sommerblüte im Juni/Juli werden die Pflanzen beherzt, aber nicht zu kurz zurückgeschnitten. Man lässt ca. 10 - 15 cm der Staude stehen.

Johann Strobler erklärt: "Danach beginnt die Pflanze noch einmal zu Pushen und es kann sogar sein, dass man eine zarte Blüte sieht." Viele abgeschnittene Blütenstängel, so auch bspw. vom Tränenden Herz, lassen sich als Blumenstrauß dekorativ einsetzen.

Eine kleine Ausnahme gibt esbei den beliebten Christrosen: Durch Entfernen der Samenstände bleiben die Blüten etwas länger stehen. Sobald die Blüten nach längerer Standzeit welk sind, werden auch Christrosen zurückgeschnitten.

Eine Besonderheit sind remontierende Pflanzen wie z.B. der Heilsalbei. Diese Pflanzen haben eine zweite Blütenphase im Jahr. Man sollte sie nach der ersten Blüte recht kurz schneiden. Innerhalb von einer Woche treibt die Pflanze erneut aus und blüht ein zweites Mal.

Gräser werden häufig viel zu kurz abgeschnitten und so mit einem Schnitt dauerhaft geschädigt. Stattdessen sollten einige Zentimeter stehengelassen werden. Lange Gräser können sogar oben zusammengebunden werden und haben so eine Art Wintermantel. Auch wenn die äußeren Blätter anfaulen, der Pflanzenstand in der Mitte bleibt trocken und gesund.

Der Sommerrückschnitt ist der zweite Schnitt von Stauden im Gartenjahr. Der Frühjahrsschnitt erfolgt bei Stauden Ende Februar/Anfang März.

Pflanzenschonende Gartenschere

Richtig Düngen: Viele Fragen und Grundlagen

Das zweite Thema der Gartensprechstunde ging rund um das Thema Düngen. "Die Pflanzen dürfen nicht hungern und Stauden wie der Rittersporn fressen viel" sagt Johann Strobler.

Beide Gartenexperten sind sich einig: Es sollten ausschließlich organischer Dünger verwendet werden. Ideal sind NPK-Dünger Grad 6 - 10, denn gerade das enthaltene Kalium stärkt die Wurzeln der Stauden. Auch Phosphor und Stickstoff sind wichtig für die Pflanzen. In der Regel braucht jede Staudenpflanze eine halbe Hand Dünger und das ganze zwei Mal im Jahr.

NPK-Dünger

Viele vermeintliche Geheimtipps wurden von Jupp Schröder entmystifiziert:

  • Der Einsatz von Kompost und Dünger sind zwei getrennte Handlungen: Kompost eignet sich hervorragend, um gesunde Böden bereitzustellen. Qualitativ hochwertigen Kompost kann man selbst herstellen. Mit einem Schnellkomposter gelingt das auch fast im Handumdrehen. Kompost aus Fertiganlagen ist zu vermeiden, da dieser meist sehr übersalzen ist.
  • Pferdemist ist gut, sollte aber mindestens mit einem Abstand von 2 Jahren und nie direkt auf Pflanzen eingebracht werden, da er sonst zu scharf ist.
  • Holzasche kann in kleinen Mengen um Obstbäume gestreut werden, besser ist es jedoch diese mit auf den Misthaufen zu geben und so idealen Humus herzustellen.

Raupen, Läuse und Schnecken: Schädlinge dauerhaft loswerden

Viele Fragen der anwesenden Gäste drehten sich auch um die Schädlingsbekämpfung. Bei diesem Thema sind auch Experten nicht immer einer Meinung. In jedem Fall ist ein Rückschnitt notwendig und es können auch Schädlingsmittel auf biologischer Basis eingesetzt werden. Der Nachteil ist: Tot ist tot, das heißt viele Schädlingsmittel sind auch für Nützlinge tödlich.

Ständige Kontrolle und frühzeitiges Ablesen von Schädlingen sind eine gute Prävention. Dem biologischen Gleichgewicht folgend, können gezielt Pflanzen angesiedelt werden, die Nützlinge wie Marienkäfer oder Schwebfliege anziehen.

Schauen Sie doch mal, ob es nicht auch in Ihrer Umgebung eine Gartensprechstunde gibt.

Johann Strobler vom Bamberger Staudengarten. Stauden sind für ihn Beruf und Leidenschaft. Der Gartenbautechniker, Fachrichtung Stauden, kultiviert mit seinem Mitarbeiterteam ein Sortiment von mehr als 2800 winterharten Stauden, Gräsern, Kräutern, Farnen und Wasserpflanzen.

Jupp Schröder In drei Jahrzehnten als Kreisfachberater für Gartenbau in Lichtenfels hat Jupp Schröder mit fast jedem Gartenproblem schon einmal zu tun gehabt. Sein Lebensmotto lautet auch heute noch: "Wenn man die nötige Geduld aufbringt, stellt sich der Erfolg von selber ein".

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