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Gartentipps

Natürlicher Lebensraum: Garten als Lehrmeister

Viele Menschen verspüren eine Sehnsucht nach ursprünglichen Lebensräumen. Sie erkennen, dass sie mit allen Folgen selbst Teil der Natur sind. Der Garten scheint dabei ein guter Lehrmeister zu sein. Es hilft wenn mehr Natürlichkeit im Garten zugelassen wird.
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Im Garten wieder mehr Natürlichkeit zulassen und mit beglückenden Beobachtungen und neue Erkenntnissen  belohnt werden. Bild: liefsvanstellaphotography/ unsplash.com
Im Garten wieder mehr Natürlichkeit zulassen und mit beglückenden Beobachtungen und neue Erkenntnissen belohnt werden. Bild: liefsvanstellaphotography/ unsplash.com
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Jetzt ist die richtige Zeit, leer stehende Beete mit einer Gründung aufzubessern. Es gibt keine billigere Methode, die gleichzeitig so wirksam ist, als mit geeigneten Pflanzen wie Lupinen, Perserklee, Ölrettich, Raps, Bienenfreund, Sommerblumen, Futtererbsen, Senf oder einem Gemisch aus vielen dieser Pflanzen zu arbeiten.

Gut bewährt haben sich für die Aussaat im August die Mischungen Landsberger Gemenge, Bodenkur Grünhumus, Grünaktiv und Bodenkur. Auch kann Roggen ausgesät werden. Dieser bleibt im Winter stehen und wird erst im Frühjahr eingegraben. Dadurch können Pflanzennährstoffen aufgefangen werden. Sie driften dann nicht in den Untergrund ab. Dies ist gerade unter Umweltgesichtspunkten heute von besonderer Bedeutung. Gleichzeitig schont die Gründüngung den Boden im Herbst und im Winter.

Gartenhelfer Schmetterlingsblüher

Die Schmetterlingsblüher unter den Grünendüngungspflanzen sind in der Lage, aus der Luft Stickstoff zu entnehmen und mit Hilfe von Knöllchenbakterien diesen in den Wurzeln einzulagern. Nach dem Abfrieren und Vergehen der Pflanzen wird der Stickstoff langsam wieder frei gesetzt und kann von Jungpflanzen zum Aufbau neuer Pflanzenmasse genutzt werden. Gleichzeitig wird die Fruchtbarkeit zusätzlich von kleinen Lebewesen, Pilzen und Bakterien gefördert.

Die Aussaat all dieser Pflanzen wird auf den Beeten breitwürfig vorgenommen und mit einer Harke oder einem Grubber flach eingearbeitet. Nach dem Abfrieren der Pflanzen können diese kompostiert oder als Bodenbedeckung bis zum Frühjahr liegen bleiben. Ihre Masse jedoch steht für die Humusbildung zur Verfügung. Bei ihrem Wachstum durchdringen die Wurzeln außerdem tiefere Bodenschichten und lockeren sie. Dadurch gelang Luft in den Boden, was der Bodenstruktur hervorragend bekommt. Ganz nebenbei wird der Boden noch beschattet.

Geschmacksprobe bei Gurken

Bei Gurken gibt es leider noch keine Pflanzen, die gegen den Falschen Mehltau resistent sind. Die Krankheit beendet meist vorzeitig den ganzen Bestand. Bauerngurken sollten im Querschnitt etwas dreieckig sein. Wenn sie ganz rund geworden sind, werden sie als überreif bezeichnet. Bei einer Schwemme erntet man am besten viele kleine Exemplare, die sich dann einlegen lassen. Aus größeren Gurken kann man aber noch eine gute Suppe machen oder, sie als Gemüse kochen. Eine Geschmacksprobe sollte aber vor Verbrauch immer gemacht werden, ob die älteren Früchte nicht bitter schmecken.

Gärtnertrick: Salz

Sellerie benötigt besonders den Nährstoff Kali, um gut gedeihen zu können. Ein alter Gärtnertrick ist das Nachhelfen mit einer Prise Salz, die vorsichtig mit dem Salzstreuer an der Pflanze ausgebracht wird.

Die meisten unserer Gartenböden haben aber durch den leichtfertigen Einsatz von Blaukorndünger keinen Kalimangel; ganz im Gegenteil. Eine Bodenanalyse gibt eine genaue Auskunft der Hauptnährstoffe. Ein leichtes Abhäufeln der Knolle und das Entfernen der oberen Wurzel werden von erfahrenen Hobbygärtnern mit Erfolg praktiziert. Das Sellerielaub eignet sich übrigens hervorragend zum Würzen vieler Speisen.

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Blaubeere oder Mahonie?

Es ist kaum bekannt, dass die blauen Beeren der Mahonien, eine wichtige Nahrungsquelle der Vögel sind. Auch für den Menschen sind die Früchte essbar. Man kann sie vielseitig in der Küche verarbeiten. Wegen ihrer blauen Farbe wird allgemein geglaubt, dass sie giftig sind. Die Mahonien werden gern als Unterholz gepflanzt. Sie vermehren vor allem durch Wurzelausläufer.

Springkraut auch in der Küche

Sehr schön blüht zurzeit das indische Springkraut besonders an Ufern von Seen und Flüssen. Es kann als Bereicherung unserer Flora angesehen werden, oder als Problem. Das rote Springkraut ist aus Nordindien zu uns eingewandert. Wahrscheinlich hat es aus einem Garten, wo die Pflanze zur Zierde angebaut wurde, fortgepflanzt. Das heimische gelbe Springkraut wird leider immer mehr von der indischen Art verdrängt. An Bächen und Flüssen kann der Neubürger jedes Jahr etwa um 100 Meter im Wasser weiter wandern. Wenn man die reifen Kapseln jetzt anfasst, wird der Samen davon geschleudert. Dabei kommt es bei unwissenden Personen zu einem großen Schreck. Die Blüten haben einen süßlichen Geschmack und lassen sich in kleinen Mengen als essbare Dekoration in der Küche verwenden.

Duftendes Geißblatt

Die Blüten des rankenden Geißblattes verströmen zurzeit in der Dämmerung und nachts einen unglaublich lieblichen und intensiven Duft. Sie laden damit nachtaktive Insekten zur Hochzeit ein. Sie gedeihen als Waldpflanzen am besten an der Ostseite der Hauswand. Regen und kühles Wetter würde ihnen besonders gut tun.

Pflanzzeit Rukola, Kresse, Endiviensalat

Noch immer kann man Endiviensalat zu pflanzen. Im milden Winter überleben die Pflanzen sogar und wachsen dann ihm Frühjahr wieder durch. Auch der Anbau von Rukola, Kresse und Löffelkraut ist noch möglich. Winterportulak ist eine gute Alternative zur Aussaat von Feldsalat. Er kann sogar mehrmals geerntet werden.

Vorsicht bei der Ernte von Wurzelgemüse und Kürbis

Selbst wenn Kürbisse nicht mehr wachsen, heißt das nicht, dass sie reif sind. Sie sollten erst geerntet werden, wenn der Stiel verholzt ist und der Kürbis beim Anklopfen hohl klingt. Zu früh gepflückt, halten sie nicht lange im Lager.

Wenn man jetzt Wurzelgemüse wie Möhren, Rote Beete und Rettiche erntet, sollte man das nicht reihenweise machen. Besser ist es, nur die dicksten auszugraben. So können die auf dem Beet verbleibenden Rüben noch unbehindert von den Nachbarfrüchten zulegen.

Über unseren Gartenexperten: In drei Jahrzehnten als Kreisfachberater für Gartenbau in Lichtenfels hat Jupp Schröder mit fast jedem Gartenproblem schon einmal zu tun gehabt. Sein Lebensmotto lautet auch heute noch: "Wenn man die nötige Geduld aufbringt, stellt sich der Erfolg von selber ein".

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