Franken
Gartensprechstunde

Gartenarbeit im Herbst: Gartensprechstunde mit Jupp Schröder

Ein Garten hat in jeder Jahreszeit einen ganz besonderen Charme. Doch der Übergang von Sommer auf Herbst sorgt für Abwechslung. Gärtner sollten sich vom Wechselspiel der Natur leiten lassen und die Unterschiede in vollen Zügen genießen. Gartenexperte Jupp Schröder spricht über den Garten im Herbst....
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Der Garten im Herbst hat seinen ganz besonderen Charme. Um ihn für die kühle Jahreszeit vorzubereiten, stehen aber  auch einige Aufgaben an. Unser Gartenexperte informiert... Bild: Syndy/ adobe.stock.com
Der Garten im Herbst hat seinen ganz besonderen Charme. Um ihn für die kühle Jahreszeit vorzubereiten, stehen aber auch einige Aufgaben an. Unser Gartenexperte informiert... Bild: Syndy/ adobe.stock.com

Die verschiedenen Jahreszeiten sind eine schöne Abwechslung und können im Garten gleichberechtigt sein. Der Gärtner kann sich von diesem Wechselspiel der Natur leiten lassen und die Unterschiede in vollen Zügen genießen. Jetzt im Spätsommer gibt es eine Fülle von Blumen, die uns mit herrlich warmen Färbungen erfreuen. Diese Blumen sind jetzt als Saugpflanzen für Schmetterlinge, Bienen und Co jetzt besonders wichtig. Jetzt erstrahlen viele Gärten in warmen Herbstfarben wie zum Beispiel mit Fette Henne, Herbstastern, Monarda und Topinambur. Diese späten Blüten sind überlebenswichtig für Bienen und Co.

Nicht nur im Garten sondern auch als Schnittblume

Dahlien sind vor allem in Bauerngärten anzutreffen. Auf dem Lande gibt es für die Knollen in kühlen und feuchten Kellern noch gute Überwinterungsmöglichkeiten. Die Lagerung hat wie bei den Kartoffeln zu erfolgen. Tausende von Dahliensorten haben die Züchter von der Urform aus Amerika inzwischen hervorgebracht. Dahlien sind auch wunderschöne Schnittblumen, die sich lange in der Vase halten. Sie wurden früher auch Georginen genannt. Diese Bezeichnung kommt noch in manchen Liedern und Gedichten vor, in denen die schöne Blume verherrlicht wird. Dahlien sollten laufend hochgebunden werden. Für eine lange Blüte benötigen sie möglichst viel Wasser. Das Schneiden von Blumen für Sträuße regt das Wachstum für den Neuzuwachs und der Blüten an. Dies gilt besonders für Zinnien und Edelwicken. Wenn Samen angesetzt wird, lässt bei allen Pflanzen die Blühwilligkeit nach.

Gartenrefugien

Man sollte im Garten auch mal Refugien aussparen, die extensiver gepflegt werden. Dabei können sich manchmal schöne Überraschungen ergeben. So bilden Zweijahresblumen wie Königskerzen und Fingerhüte im ersten Jahr sogenannte Rosetten. Aus diesen schießen dann im nächsten Jahr mit gesammelter Kraft die Blütenstängel.

Zwiebelblumen im Rasen

Im Rasen lassen sich einige Zwiebelblumen gut verwildern. Dazu gehören vor allem Schneeglöckchen, Märzenbecher, Krokus, Schneestolz und Blausternchen. Als Faustregel für die Pflanztiefe gilt: Die Unterseite der Zwiebel sollte etwa zwei- bis dreimal so tief liegen, wie die Zwiebel groß ist. So kommt die Kaiserkrone mindestens 20 cm in den Boden, während bei Schneeglöckchen 4 cm Erdabdeckung genügt.

Die Zwiebeln der Feuerlilie und der Madonnenlilie, die jetzt dringend gepflanzt werden sollten, werden nicht mehr als 2 bis 3 cm hoch mit Erde bedeckt. Sonst neigen sie nämlich zu Fäulnis. Bei allen anderen Lilien lohnt es sich aber auch, eine durchlässige Schicht anzulegen. Viele andere Linienarten dürfen noch bis November gepflanzt werden.

Empfehlenswert ist bei den Lilien ein Platz auf einem voll sonnigen Beet, jedoch eng zwischen anderen Stauden, damit die Zwiebel beschattet ist. Besonders zarte Blüten kommen am besten zur Wirkung, wenn man sie in lockere Gruppen anordnet. Die meisten Blumenzwiebelarten brauchen durchlässigen Boden und reagieren sehr empfindlich auf Staunässe. In feuchten Lagen empfiehlt sich, etwas Sand in den Untergrund zu mischen. Nicht ganz verrotteter Kompost oder Mist führt ebenfalls zur Fäulnis der Zwiebel.

Unermüdlich blühende Kübelpflanze

Die Gewürzrinde ist eine unermüdlich blühende Kübelpflanze. Wichtig ist es, die Früchte ständig zu entfernen, sonst lässt das Blühen sehr nach. Abends gehen die Blüten und Blätter "schlafen", um in der Frühe wieder aufzuwachen. Das Zusammenziehen der Blätter ist dann kein Wassermangel, wie viele glauben, sondern ein ganz natürlicher Vorgang.

Palmkohl als Herbstdeko

Der Palmkohl, der auch italienischer Kohl genannt wird, ist eine sehr dekorative Gemüsepflanze. Die Blätter werden etwa 60 bis 80 cm lang und sind palmartig aufgerollt. Die Ernte führt immer von unten nach oben. Die oberste Rosette bleibt dabei stehen und wächst dann immer weiter in die Höhe. Palmkohl ist milder als der Grünkohl. Er wird nach den Eisheiligen ausgepflanzt. Es sollte immer beachtet werden, dass die älteren Blätter viel mehr Nitrat gespeichert haben als die jüngeren.

Besserer Nährstoff- und Wasserspeicher

Winterharte Gründünger wie Roggen, Inkarnatklee und Spinat sind gute Humuslieferanten. Die Aussaatzeit beginnt im August und endet im Oktober. Diese Pflanzen sorgen nicht nur für einen kurzlebigen Nährhumus, der der rasch düngt, sondern lassen im Boden auch Dauerhumus entstehen. dieser verleiht der Erde Struktur. So werden Wasser und Nährstoffe besser gespeichert. Mäht man im zeitigen Frühjahr den grünen Winterschutz ab und arbeitet ihn oberflächlich ins Beet ein, beginnen die Mikroorganismen in der Erde mit der Arbeit. Sie bauen die Pflanzenmasse ab und setzen dabei die gebundenen Nährstoffe frei. Diese ermöglichen den jungen Pflanzen einen guten Start in die Saison. Bei Versuchen mit Winterwicken und Roggen fanden Wissenschaftler heraus, dass diese Pflanzen dem Boden ähnlich viele Nährstoffe zuführen wie Stallmist. Ist die Gründüngung den Herbst und Winter über sehr üppig gewachsen, kann man auch einen Teil der organischen Masse kompostieren oder damit mulchen.

Unser Gartenexperte: In drei Jahrzehnten als Kreisfachberater für Gartenbau in Lichtenfels hat Jupp Schröder mit fast jedem Gartenproblem schon einmal zu tun gehabt. Sein Lebensmotto lautet auch heute noch: "Wenn man die nötige Geduld aufbringt, stellt sich der Erfolg von selber ein".

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