Lichtenfels
Wetter

Doch kein Frühling in Sicht: Verzögerungen kann die Natur schnell wieder aufholen

Der Frühling verschiebt sich weiter nach hinten. Die Natur kann die Verzögerung durch eine später einsetzende Wärme innerhalb weniger Tage aufholen.
Artikel drucken Artikel einbetten
Der Frühling verschiebt sich weiter nach hinten.  Die Natur kann  die Verzögerung   durch eine später einsetzende Wärme innerhalb weniger Tage  aufholen.  Symbolbild: Caroline Seidel/dpa
Der Frühling verschiebt sich weiter nach hinten. Die Natur kann die Verzögerung durch eine später einsetzende Wärme innerhalb weniger Tage aufholen. Symbolbild: Caroline Seidel/dpa
Nun ist der Winter noch einmal mit Schnee und Eis so richtig eingekehrt. Vögel, die schon aus dem warmen Süden angekommen sind, verhalten sich völlig irritiert. In ihrer großen Not kommen sie gern in Hausgärten, in der Hoffnung, hier Futter vorzufinden. So ist es jetzt spannend, wie sonst kaum, auch seltene Vogelarten wie Zeisige, Wacholderdrosseln und Grasmückenarten zu bestimmen.

In dieser Eiseskälte brauchen die Vögel viel Nahrung. So verspeisen nicht nur Amseln, sondern auch die neu angekommenen Singdrosseln, mit Vorliebe faulende Äpfel. Aber auch Haferflocken und spezielles Winterstreufutter lindern jetzt vorübergehend die Not der vielen Singvögel im Garten.


Frühling kommt immer später

In den letzen Jahren hat sich der gefühlte Frühling immer mehr nach rückwärts verschoben. Die Natur kann aber die Verzögerung schnell wieder durch eine später einsetzende Wärme innerhalb weniger Tage wieder aufholen. Je später die Bäume und Sträucher austreiben und blühen, umso eher sind sie vor Spätfrösten sicher. So fiel im vergangenen Jahr die Walnuss- und Zwetschgenernte in den meisten Gegenden unserer Region fast komplett aus. Auch Äpfel gab es nur sehr wenig.

Ein Frost im Frühling schadete den Blüten sehr. Übrigens, Kälteeinbrüche um diese Zeit sind keine Seltenheit. Noch ist der Schaden durch Frost gering, da die Vegetation sich noch zurück gehalten hat. Heute, am 20. März, verheißt der Kalender offiziell den Frühlingsanfang. Mit der Forsythienblüte aber beginnt nach dem Naturkalender erst der richtige Frühling. Das bedeutet für den Gärtner, sich noch einige Tage in Geduld zu üben. Bisher wurde heuer noch nicht viel versäumt.


Frühlingsblumen in kühlen Raum stellen

Bepflanzte Schalen oder Körbe mit Frühlingsblumen sind jetzt bei diesem Wetter besser in einem kühlen, aber frostfreien Raum, aufgehoben. Hat man die Blumen aber draußen vergessen, so sollte man sie dort lassen. Gefrorene Pflanzen dürfen ohnehin nicht bewegt werden. Hängen die Blüten von Osterglocken und Co. herunter, so können sich diese bei einsetzender Wärme wieder aufrichten.

Auf keinen Fall dürfen die vermeintlich trockenen Pflanzen bei dieser Kälte draußen gegossen werden. Dann bilden sich im Boden Eisklumpen, die den sicheren Tod der Frühlingsboten verursachen. Der Schnee, der zusammen mit der Kälte kam, bietet zurzeit den Pflanzen einen natürlichen Schutz. Die Triebe der frostempfindlichen Tränenden Herzen, die teilweise schon aus dem Boden gekommen sind, kann man jetzt mit einem umgedrehten Kübel schützen.


Empfindliches Gehölze

Mit dem Schneiden an empfindlichen Gehölzen wie Rosen, Hibiskus, Sommerflieder, Blaurute und Bartblume sollte noch gewartet werden, bis man sicher ist, das es nicht mehr richtig kalt wird. Bei diesen handelt es sich um Pflanzen, die nur am Holz blühen, welches sich in diesem Jahr neu bildet. Sie benötigen deshalb einen starken Rückschnitt. Nur so können sich neue kräftige Triebe von unten her bilden. An diesen entwickeln sich dann viele und große Blüten im Sommer.

Fehlt dieser starke Schnitt, kommt es sehr schnell zu einem Vergreisen der genannten Sträucher. Dazu gehört auch der Sommerspierstrauch, der allerdings nicht so empfindlich ist. Es sollte aber, wie zum Beispiel beim Sommerflieder, unbedingt von den Vorjahrstrieben ein Ansatz mit Knospen stehen bleiben, um einen guten Zuwachs zu sichern. Aus dem alten Holz ist wenig Austrieb zu erwarten.

Das Rundschneiden der Ziersträucher wie Forsythien und Weigelien ist zu einer schlimmen Mode geworden. Es lässt jedes Wissen um Naturgesetze vermissen. Ein Gärtner, der gelernt hat, dass jede Baum- und Strauchart anders behandelt werden muss, ist das eine richtige Provokation.

Die rund geschnittenen Sträucher bringen fast keine Blüten hervor und vergreisen im Inneren sehr schnell, da keine Verjüngung von der Basis mehr erfolgt. Was dann übrig bleibt, ist in Zukunft ein struppiges Knäuel altes Holz. Den Bienen und anderen Insekten werden zudem Nektar und Pollen entzogen.

Für wärmebedürftige Gewächse wie Pfirsiche, Aprikosen, Kiwi, Wein, Brom- und Himbeeren hat sich die Pflanzung im zeitigen Frühling bewährt. Aber auch für Rosen ist dieser Pflanztermin besonders gut. Bei Kernobst, Zwetschgen, Kirschen- und Nussbäume lohnt sich die Herbstpflanzung. Wichtig ist, dass bei Pflanzungen kein Schnee oder gefrorener Boden an die Wurzeln kommt. Das bedeutet meistens den sicheren Tod der Pflanzen.
Verwandte Artikel

Für diesen Artikel wurde die Kommentarfunktion deaktiviert.