Lichtenfels
Winter

Die Mistel ist ein begehrter Weihnachtsschmuck

Die Mistel wird nicht nur als Symbol der Liebe gewertet, sie dient vielmehr als Nahrungsspender im Winter und im Frühling. Zudem ist die Mistel seit jeher als Heilpflanze bekannt.
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Die Mistel, immergrüne Blätter und weiße Früchte im Winter. Foto: Monika Schuetz
Die Mistel, immergrüne Blätter und weiße Früchte im Winter. Foto: Monika Schuetz

Die Pflanze, mit ihren immergrünen Blättern und den weißen Früchten im Winter, hat Menschen schon immer fasziniert.

Eine alte Sitte ist es, zu Weihnachten an der Zimmerdecke oder über der Haustür, Mistelzweige aufzuhängen. Dahinter steckt der Glaube, das Mistelgrün andauerndes Glück bringt. Die immergrüne Farbe gilt als Symbol der Fruchtbarkeit und des Wachstums. Gut angesehen ist bei Liebenden der Brauch, sich unter einem Mistelzweig zu küssen. Angeblich verheißt diese Geste Glück in der Liebe.

Die Mistel ist widerstandsfähig

Besonders in den kahl gefegten Zweigen unserer Laubbäume, vor allem aber in Pappeln und Obstbäumen, bilden die Mistelbüsche über den ganzen Winter grüne Blickpunkte. Sie überstehen alle Stürme, da ihre am Grunde leicht gedrehten Blätter den Wind in einzelne Ströme zerlegen. Dabei kreuzigen sich die Zweige in auffallender Weise. Man verglich sie früher mit dem Kreuz Christi. Als "Heiliges Kreuz" wurden der Mistel deshalb übernatürliche Kräfte zugeschrieben. Daraus erklärt sich dann auch, dass im Mittelalter Rosenkränze aus Mistelholz bestanden.

Vielfalt von Mistelarten

Es ist wenig bekannt, dass es verschiedene Mistelarten gibt. In unserer Region ist es besonders die Laubholzmistel, die gerne auf Pappeln, Apfel- und Birnbäumen wächst so wie auch die Kiefern- und die Tannenmistel bekannt. Beim Holzeinschlagen werden die mit der Mistel bewachsene Zweige für den Weihnachtsschmuck gleich mitgeerntet. Die immergrünen Pflanzen gehören zu den Halbschmarotzern. Das heißt, sie holen sich nur die Nährsalze wie Kali und Magnesium aus der Wirtspflanze. Organische Stoffe wie Zucker, Stärke und Eiweiß kann sie mit ihren immergrünen Blättern dann selbst herstellen. Inzwischen ist diese Pflanzenart immer mehr zu einem begehrten Weihnachtsschmuck geworden. Nicht alle Naturschützer sind darüber erfreut.

Mistel selber anbauen

Auf die weißen Beeren der Mistel, die jetzt heranreifen, haben die Amseln, Drosseln und viele andere Vogelarten sehnlich gewartet. Beim Verzehr der Frucht bleibt das sehr klebrige Samenkorn am Schnabel hängen. Der botanische Name der Mistel Viscum bedeutet nämlich Leim. Wetzt der Vogel das Samenkorn dann an einem Zweig ab, bleibt es dort hängen. Die keimende junge Pflanze schickt ihre Wurzeln bis in das Innere des Holzgewebes. Ein neuer Mistelbusch kann damit entstehen.

Wer Misteln selber anbauen will, kann das jetzt mit den weißen Beeren machen, die meist an den gekauften Zweigen hängen. Man braucht nur den Vorgang, den uns die Vögel zeigen, nach zu ahmen. Gern werden Apfelbäume und Pappeln von den Laubholmisteln angenommen. Da es bei Misteln männliche und weibliche Pflanzen gibt, sollte versucht werden, gleich mehrere Exemplare anzusiedeln. So kann es später zu einer Befruchtung kommen, die neue Samenkörner hervor bringt.

Nahrungsspender in verschiedenen Jahreszeiten

Schon Mitte März entfalten sich die unscheinbaren, aber angenehm duftenden Blüten der Mistel. Da Sie Honig enthalten, bilden eine der ersten Nahrungsquellen der Bienen und vielen anderen Insekten im zeitigen Frühjahr. Eine artenreiche Pflanzengesellschaft sorgt für einen Ausgleich in der Natur. Die Mistel ist ein wichtiger Nahrungsspender in einer sonst kargen Zeit.

Heilmittel Mistel

Sicher konnte sich die Mistel nie fühlen, da sie schon lang als Heilpflanze bekannt ist. Schon Plinius der Ältere empfahl sie in der Mitte des 1. Jahrhunderts n. Chr. in seinen Büchern zur Naturgeschichte, als Mittel gegen Fallsucht. 1000 später erwähnte die heilige Hildegard von Bingen die Birnbaummistel als Medizin zur Behebung von Asthma. Noch heute wird aus der Mistel ein blutdrucksenkendes Mittel hergestellt.

Eisfreier Gartenteich

Zum Eisfreihalten im Gartenteich eignet sich ein Bündel Schilfrohre. Dieses fördert auf einfache Weise den Luftaustausch während des Winters. Am besten ist es, das Bündel am Ufer schräg bis zur Hälfte der Länge ins Wasser zu führen und mit einem Bindfaden zu befestigen. Die Lebewesen im Teich bleiben so ungestört.

Künstliches Licht provoziert unnatürliches Verhalten

Künstliche Lichtquellen bedeuten einen Eingriff in den natürlichen Rhythmus in der dunklen Jahreszeit. Sie führen bei den Menschen zu Schlafstörungen. Es haben Ornithologen herausgefunden, dass Kunstlicht auch das Verhalten zum Beispiel von Blaumeisen durcheinander bringt. So konnte man in den letzten Wochen im Garten beobachten, wie sich die Meisen schon intensiv an Vogelkästen zu schaffen machten. Je mehr Lichtquellen, desto unnatürlicher das Verhalten.

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