Bamberg
Gartentipps

Jedes Pflänzchen hat seine Temperatur

Nicht jede Pflanze braucht die gleiche Temperatur um zu gedeihen. Was in der Übergangsjahreszeit bei den verschiedenen Sorten zu beachten ist, erklärt Jupp Schröder in seinen Gartentipps.
Artikel drucken Artikel einbetten
Der Frühling ist die Zeit der Temperaturwechsel. Jupp Schröder erklärt in seinen Gartentipps, worauf bei den verschiedenen Sorten zu achten ist. Foto: Jens Büttner dpa/lmv/lno
Der Frühling ist die Zeit der Temperaturwechsel. Jupp Schröder erklärt in seinen Gartentipps, worauf bei den verschiedenen Sorten zu achten ist. Foto: Jens Büttner dpa/lmv/lno

Rosen deckt und häufelt man ab, sobald sie richtig zu treiben beginnen. Mit dem Rückschnitt sollte aber bei dieser Kälte noch gewartet werden. Ein zu früher Schnitt führt zu einem vorzeitigen Neuaustrieb, der bei einem plötzlichen Kälteeinbruch wieder zurück frieren kann. Stauden und Gräser, die Laub und Fruchtstände den Winter über behalten durften, werden jetzt eine Hand breit über dem Boden zurück geschnitten. Somit hat der Nachwuchs Raum zum Wachsen.

Für die Brombeeren wird jetzt ein Auslichtungsschnitt dringend erforderlich. Rund sechs junge Triebe können stehen bleiben. Sie werden einzelnen am Gerüst aufgebunden. Die vorzeitigen Seitentriebe (Geiztriebe) kann man, wenn es genügend neue Triebe gibt, auf ein oder zwei Augen zurückschneiden. Alle abgetragenen Ruten vom letzten Jahr sind bis zur Basis zu entfernen. Im Gegensatz zu den Himbeeren sind Brombeeren tief zu pflanzen. Sehr zu empfehlen ist die dornenlosen Sorte Loch Ness, die von Anfang August bis Mitte September reift. Sie hat einen sehr guten Geschmack und bildet lange Ruten. Bei der Sorte Navaho handelt es sich um eine besonders frostharte und kompakt wachsende Neuheit, die von Anfang August bis Ende September große und sehr aromatische Früchte trägt. Sie fallen beim Pflücken förmlich "in die Hand". Durch den kompakt wachsenden und trichterförmigen Wuchs wird das sonst notwendige Gerüst bei dieser Sorte überflüssig.

Robuste Kübelpflanzen wie Feigen, Granatapfel oder Oleander, die durchaus einige Grade unter null vertragen können, sollten, sobald es etwas wärmer geworden ist, unbedingt an die frische Luft gebracht werden. Drohen jedoch starke Nachtfröste, sind die Pflanzen vor der Dunkelheit vorübergehend zum Beispiel in die Garage zu stellen. Die langsame Gewöhnung ans Sonnenlicht geschieht am besten auf der meist schattigen Kellertreppe. Die Süd- und Westseiten sind in den ersten Wochen zu meiden, um Verbrennungen an den Blättern von immergrünen Kübelpflanzen zu vermeiden.

Der Oleander sollte jetzt allgemein nur ausgelichtet werden. Beim Einräumen im Herbst konnte man durchaus einige Triebe entfernen, die zu lang waren oder überhingen. Sonst ist es besser, sie im Frühjahr zu schneiden, da der aufsteigende Saft schlafende Augen von unten her wecken kann. Die Triebe, die schon überaltert sind, sollten jetzt ganz entfernt werden, damit wieder junges Holz nachwachsen kann. Auf keinen Fall ist ein zu starkes Schneiden angesagt, da sonst die Blütenansätze mit weg kommen. Oleander vertragen bis zu fünf Grad minus. Als immergrüne Kübelpflanze sollte sie den Winter nicht nur kühl, sondern auch hell verbracht haben.

Die Passionsblume sollte im Winter sehr kühl stehen und eine Ruhepause gemacht haben. Die Triebe, die jetzt kommen, sind meist zu weich. Man kann sie ganz entfernen oder auch bogenförmig einbinden. Die Passionsblume kann sogar einige Frostgrade vertragen. Im Frühling sollte die Pflanze möglichst bald nach draußen kommen. An einem Rankgerüst kann sie dann meterlange neue Triebe bekommen. Im Garten ist der sonnigste Standort zu wählen.

Jetzt, in der Wachstumsphase, braucht die Amaryllis noch einen warmen hellen Standort. Der Blütenstängel sollte nach dem Welken bis auf fünf Zentimeter zurückgeschnitten worden sein. Nach den Eisheiligen wird die Amaryllis ins Freie gestellt. Sie benötigt später von Juli bis September eine Ruhezeit. Dann muss die Pflanze trocken unter einem Dach stehen, damit sie ihr Laub einziehen kann. Wenn sich im Oktober oder Anfang November die ersten Blattspitzen zeigen, kann an einem warmen und hellen Standort vorsichtig angetrieben werden.

Die Petersilie gehört zu den weniger kälteempfindlichen Pflanzen. Wenn es nicht so frostig wäre, könnte man sie jetzt schon aussäen. Da sie aber eine sehr lange Keimdauer hat, ist es deshalb am einfachsten, die Pflanzen später, in Töpfen vorgezogen, beim Gärtner zu kaufen. Dann wird der Ballen vorsichtig auseinander gerupft und die einzelnen Stücke im Garten eingepflanzt. Dabei ist es wichtig, jedes Jahr den Standort zu wechseln, da Petersilie sich selbst gegenüber unverträglich ist. Als zweijährige Pflanze treibt sie in Im ersten Jahr nur Blättern und im zweiten Jahr kommt dann die Blüte. Deshalb hat es keinen Sinn, überwinterte Pflanzen stehen zu lassen. Anders verhält es sich, wenn man Petersilie im Spätsommer aussät. Dann kommt es zu keiner Blüte im kommenden Jahr und die Pflanzen treiben nur Blätter.

Sobald es das Wetter zulässt wird der Schnittlauch durch Teilung vermehrt. Dies soll geschehen, wenn die ersten Sprossen schon sichtbar sind. Die Ballen werden vorsichtig mit dem Spaten aus dem Boden gehoben. Dann ist es möglich, sie mit beiden Händen abzudrehen und in Stücke auseinander zu reißen. Das neue Einbauen erfolgt unbedingt an einem anderen Standort und in gleicher Tiefe. Alle drei bis fünf Jahre sorgt eine solche Teilung und Standortwechsel für eine Neubelebung der Wuchskraft.

Erdbeeren haben in der letzten Zeit durch Kahlfröste etwas gelitten. Alte Blätter sollten entfernt werden. Da der Boden relativ trocken geworden ist, kann ein Gießen bei sandiger Erde fast schon erforderlich sein. Aber zuerst muss der Frost aus dem Boden sein. Sonst entsteht Staunässe mit anschließender Eisbildung. Wenn Knoblauch zwischen den Erdbeeren steht, hat dies einen positiven Einfluss. Es werden dadurch Pilzkrankheiten eingedämmt. Die Pflanzung der Zehen erfolgt üblicherweise im September- Oktober. Es kann aber auch im März und April sein. Dann allerdings ist der Ertrag des Knoblauches geringer.

Für diesen Artikel wurde die Kommentarfunktion deaktiviert.