Lichtenfels
Vegetation

Der Sommer 2018 kam zu früh - deshalb müssen Gärtner heuer umdenken

Die Natur ist bei den fast tropischen Temperaturen förmlich explodiert. Die zu frühe Vegetation muss jetzt bei vielen Gartenarbeiten berücksichtigt werden.
Artikel drucken Artikel einbetten
Die Natur ist bei den fast tropischen Temperaturen förmlich explodiert. Die zu frühe Vegetation muss jetzt bei vielen Gartenarbeiten berücksichtigt werden.  Symblfoto: Armin Weigel/dpa
Die Natur ist bei den fast tropischen Temperaturen förmlich explodiert. Die zu frühe Vegetation muss jetzt bei vielen Gartenarbeiten berücksichtigt werden. Symblfoto: Armin Weigel/dpa
Der Mai 2018 soll der wärmste seit 150 Jahren gewesen sein. Die Natur ist bei den fast tropischen Temperaturen förmlich explodiert. So konnte die Vegetation mit einem Vorsprung von etwa zwei Wochen davon eilen. Das ist jetzt bei vielen Gartenarbeiten zu berücksichtigen.


Sommerschnitt für Obstbäume

So sind zum Beispiel die Obstbäume im Wachstum heuer der normalen Entwicklung weit voraus. Sie können deshalb jetzt schon, falls notwendig, mit einem Sommerschnitt behandelt werden. Überschüssige Triebe sind dabei ganz herauszunehmen. Grundsätzlich bremst der Sommerschnitt das Wachstum, während der Winterschnitt dieses anregt. Die Bäume leiden bei einer Behandlung während der Vegetationszeit am wenigsten, da sie jetzt ihre Wunden abschotten können.

An den empfindlichen Süßkirschen darf überhaupt nur im Sommer geschnitten werden. Jetzt, beim Ableeren der Kirschen, ist dazu der beste Zeitpunkt. Auch die Ernte wird durch den Sommerschnitt ein wenig erleichtert. Große Astwunden am Stamm sind aber immer zu vermeiden. Der Schnitt sollte beim Baum von außen nach innen erfolgen und nicht umgekehrt. Damit es zu keiner Verbrennung der Blätter durch zu starke Sonneneinstrahlung in den unteren Bereichen kommt, ist trübes Wetter bei größeren Eingriffen abzuwarten.


Keine Sträuche schneiden

Jetzt in der Hitzeperiode sollte man auch nicht an Hecken oder Sträuchern schneiden. Ligusterhecken stehen zurzeit in voller Blüte. Deshalb, und auch wegen der Vogelnester mit Jungen, sollte man hier noch ein wenig mit dem Heckenschnitt warten. Normal heißt es ohnehin, dass diese Arbeit an Johanni durchzuführen ist.

Wer eigene Erdbeerjungpflanzen heranziehen will, kann diese mit Ausläufer gewinnen. Mit einem Stab sind diejenigen Pflanzen zu kennzeichnen, die jetzt am besten tragen. Von diesen sollte man dann die Ausläufer nehmen, um die guten Erbanlagen weiterzugeben. Die kräftigsten Pflänzchen werden dann im August abgetrennt und auf ein Beet gepflanzt. Ideal ist eine Neupflanzung im Wechsel auf andere Flächen im Turnus von zwei Jahren, um Abbauerscheinungen zu vermeiden.


Tomaten mit Rasenschnitt mulchen

Tomaten, die mit Rasenschnitt gemulcht sind, gedeihen besonders gut und bleiben viel gesunder. So können die Bakterien und Viren aus dem Boden bei Regen oder beim Gießen nicht an die Blätter spritzen. Zudem bleibt die Feuchtigkeit in der Erde besser erhalten und das Bodenleben wird gefüttert. Gleichzeitig findet durch die Zersetzung der organischen Masse eine Düngung statt. Bei Stabtomaten soll man zeitig die Geiztriebe, die aus den Blattachseln kommen, ausbrechen. Das verhindert eine starke Verzweigung, die auf Kosten von Blüten und Fruchtansatz geht. Bei den niedrigen Buschtomaten ist dieser Vorgang aber nicht notwendig.

Durch das Angebot der Baumschulen mit Pflanzen in Containern ist es praktisch möglich, immer noch Sträucher, Stauden und Rosen zu setzen. Man hat dabei die Möglichkeit, die blühenden Exemplare gleich zu sehen. Somit erlebt man bei der Sortenwahl im unbelaubten Zustand keine Überraschungen. Bei Rosen in Containern, stehen die Veredlungsstellen fast immer bodengleich. Diese sollten aber beim Pflanzen in den Garten etwa drei bis fünf Zentimeter tief als Schutz in den Boden kommen.


was sagen sie zu diesem Thema?
jetzt anmelden jetzt registrieren