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Drinnenblüher

Zimmerpflanzen mit Fingerspitzengefühl gießen

Sie erfreuen uns das ganze Jahr in Küche, Wohn- und Schlafzimmer: Die Pflanzen im Topf. Wenn der Blumenfreund ein paar Details bei Gießen und Temperatur beachtet, gedeihen die zarten Geschöpfe auf der Fensterbank sehr gut.
 
Es gibt unzählige Arten von Zimmerpflanzen, wie hier den Drachenbaum, die Zimmerpflanze des Monats Februar. Doch fast alle Sorten wollen vorsichtig gegossen werden. Foto: obs/Blumenbüro
Es gibt unzählige Arten von Zimmerpflanzen, wie hier den Drachenbaum, die Zimmerpflanze des Monats Februar. Doch fast alle Sorten wollen vorsichtig gegossen werden. Foto: obs/Blumenbüro

Topfpflanzen umgeben unser Heim mit lebendiger Schönheit. Bei der Pflege muss man sich immer wieder vorstellen, unter welchen Bedingungen sie in der Heimat leben. Die meisten Zimmerpflanzen kommen aus tropischen oder subtropischen Gebieten oder sogar - wie die Kakteen - aus Gegenden in Amerika, wo das Wasser nur saisonal zur Verfügung steht. Topfpflanzen machen aber nur dann Freude, wenn ihr Platz so gewählt wird, dass er dem eigentlichen Standort in der Heimat ähnlich ist. Schon beim Kauf sollte man sich im Fachhandel nach den Ansprüchen der einzelnen Pflanzen erkundigen.

Im Winter besonders vorsichtig gießen
Für das Gießen ist es wichtig, dass man das richtige Maß findet. Es können keine Regeln aufgestellt werden, wie oft gegossen werden soll. In einem warmen Zimmer geben die Pflanzen natürlich mehr Wasser ab, als in einem kühlen Bereich. Blumenfreunde mit dem grünen Daumen haben aus dem Bauch heraus das richtige Gefühl für die Bedürfnisse ihrer Pfleglinge. Sie begreifen, dass Pflanzen auch Lebewesen sind und leiden mit, wenn es diesen nicht gut geht. Das Gießen ist das A und O der Blumenpflege.

Im Winter wird besonders viel Fingerspitzengefühl benötigt. Es gilt, das richtige Wasser zur richtigen Zeit und in der richtigen Menge zu verwenden. Meist werden aber die Pflanzen zu Tode gegossen. Vor allem geschieht dies in kühlen Räumen. Wenn die Blätter an den Zimmerpflanzen welken, ist das nicht immer auf Trockenheit zurückzuführen, sondern oft auf zu hohe Nässe. Wenn dann die vermeintlichen trockenen Gewächse noch mehr gegossen werden, faulen deren Wurzeln ab und die Pflanze stirbt. Die Diagnose lautet dann: Tod durch Ertrinken. Genauso tödlich für Zimmerpflanzen sind aber auch "staubtrockene Füße", die öfter in Ton-, als in Plastiktöpfen stecken.

"Nasse Füße" immer vermeiden
Vor jedem Gießen sollte geprüft werden, ob die Schützlinge tatsächlich Wasser brauchen. Oberflächlich erscheint die Erde meist trocken. Darunter kann sie aber noch feucht sein. Zur Probe bohrt man mit dem Finger gut zwei Zentimeter tief in die Erde. Hilfreich ist auch, die Töpfe anzuheben. Mit etwas Übung erkennt man einen mit Wasser vollgesogenen Wurzelballen schnell an seinem Gewicht. Bei den Tontöpfen hilft auch ein Klopfen an den Rand. Erst wenn ein hohler Ton erklingt, sollte zur Gießkanne gegriffen werden.

Eine halbe Stunde nach dem Gießen sind die Untersetzer oder Übertöpfe zu kontrollieren. Wenn noch überschüssiges Wasser vorhanden ist, sollte man es wegschütten. Beim Begießen ist die Erde auf der ganzen Oberfläche einzunässen, statt nur an einer Stelle. Aber bei Pflanzen mit empfindlichen Knollen oder dicken Blattpolstern wie beim Bubikopf oder Alpen- und Usambaraveilchen sollte man das Wasser in den Übertopf oder den Untersetzer geben, damit sich der Boden von unten her vollsaugen kann. "Nasse Füße" sind aber immer zu vermeiden.

Lauwarm für den Menschen - zu heiß für die Pflanze
Zum Gießen sollte immer Wasser mit Zimmertemperatur verwendet werden. Was wir Menschen aber als lauwarm empfinden, ist den Wurzeln meist schon zu heiß! Fast alle Zimmerpflanzen reagieren empfindlich auf kalkhaltiges und damit "hartes" Wasser. Die bekanntesten davon sind Kamelien, Azaleen und Hortensien.

Leitungswasser sollte vor dem Gießen mindestens einen Tag stehen bleiben. Somit können sich in Ruhe die gasförmigen unerwünschten Zusätze verflüchtigen so wie ein Teil des Kalkes auf dem Boden des Gießgefäßes absetzen. Kleinere Mengen von "hartem" Leitungswasser kann man auch abkochen oder durch einen Tischfilter laufen lassen. Besonders "weich" ist natürlich Regenwasser oder eine Entnahme aus dem Gartenteich im temperierten Zustand. Ein idealer Durstlöscher für Pflanzen fällt beim Kartoffelkochen an, wenn dazu kein Salz verwendet wird. Das Kartoffelwasser ist zudem sehr nährstoffreich und lässt die Pflanzen üppig wachsen.