Lichtenfels
Gartentipps

So machen Sie Ihren Garten winterfest

Unser Gartenexperte Jupp Schröder verrät, wie man sich im Winter am besten um die Pflanzen und Vögel im Garten kümmert.
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Eine kühle Schönheit: Das Alpenveilchen. Foto: Josef Schröder
Eine kühle Schönheit: Das Alpenveilchen. Foto: Josef Schröder

Eine alte Bauernregel besagt: "Wie sich das Wetter von Christag bis Dreikönig verhält, so ist es das ganze Jahr bestellt". Eine andere Regel beinhaltet, dass jeder der 12 Tage zwischen Christag und Dreikönig in der Reihenfolge den jeweiligen Monat im kommenden Jahr verkörpern soll. Eine richtige Kälte im Januar wird in alten Sprüchen grundsätzlich positiv bewertet. "Januar muss vor Kälte knacken, wenn die Ernte soll gut sacken". Am besten für die Natur ist deshalb ein durchgehender kalter Winter. Ein weiteres Sprichwort lautet: "Ist der Januar hell und weiß, wird der Sommer sicher heiß". Leider hat sich der Winter in den letzten Jahren immer mehr nach hinten verschoben.

Der Frühling wird schon vorbereitet

Der Frühling wird in den Gärtnereien schon vorbereitet. In Kalthäusern wachsen schon Primeln und Co in Töpfen heran. Vielfach zeigen diese Pflanzen schon zaghaft die ersten Blüten. Durch den kühlen Standort wollen die Gärtner, dass die Frühjahrsblüher nicht zu bald in ihrer vollen Schönheit erscheinen. Kritisch wird es dann, wenn, wie im verflossenem Jahr, der Winter nicht enden wollte und die Kundschaft lange auf sich warten ließ.

Eine kühle Schönheit: Das Alpenveilchen

Das Alpenveilchen ist eine kühle Schönheit. Es liebt Temperaturen unter 15°C und einen recht hellen Platz am Fenster. Deswegen sollte man ein Alpenveilchen in eine helle Diele oder ins Schlafzimmer stellen. Wer das Alpenveilchen im Wohnzimmer haben möchte, der gewöhne sie langsam an höhere Temperaturen. Also, zuerst an einen kühleren Platz stellen und dann erst an eine wärmere Stelle gewöhnen. Die Blütenschönheit sollte in jedem Fall möglichst weit entfernt vom nächsten Heizkörper aufgestellt werden. Früher gab es Doppelfenster mit einem großen Zwischenraum zwischen den Scheiben. Dieser kühle Zwischenraum war und ist ein idealer Platz für die Alpenveilchen. Das Gießen sollte immer von unten über den Untersetzer erfolgen. Selbst beim vorsichtigen Gießen von oben kann es passieren, dass das Herz der Pflanze, dass aus jungen Blatttrieben und Knospen besteht, nass wird und zu faulen beginnt. Es ist aber auch unbedingt darauf zu achten, dass das Wasser nie länger als zwei Stunden im Untersatz steht. Das, meist in den Wintermonaten blühende Alpenveilchen, braucht in wärmeren Zimmern entsprechend mehr Wasser.

Meisenknödel als Alternative zu Vogelhäuschen

Auf die üblichen Vogelhäuschen sollte weitgehend verzichtet werden. Bei diesen kommt es leicht zu einer Verschmutzung des Futters mit Kot. Dadurch werden Krankheiten, wie die gefürchteten Salmonellen übertragen. So mit wird oft mehr Schaden angerichtet, als Nutzen. Durch Einzelaufhängungen, sowohl als Futterglocken oder Meisenknödel kommt es aber kaum zu einer Unsauberkeit. Eine hervorragende Alternative zum Futterhäuschen ist die Anbringung von Futtersilos. Diese sind kopfüber aufzuhängen. Hier müssen Vögel von unten her die Nahrung aufnehmen. Da ihr Hinterteil dabei herab hängt, fällt der Kot nach unten weg und es kommt somit kaum zu keiner Verschmutzung. In den Silos werden gern Sonnenblumenkerne und Nüsse so wie gekauftes Mischfutter angenommen. Hierbei ist aber darauf zu achten, dass dieses kein Samen von der gefürchtet Ambrosiapflanze enthält. Beim Kauf von hochwertigem Futter aus Deutschland ist das Risiko gering. Die Samenkörner der Ambrosia sind so klein, dass sie nur unter dem Mikroskop erkannt werden.

Freilandpflanzen nicht in den Keller stellen

Freilandpflanzen in Gefäßen, wie z.B. ein Zwergpfirsich- oder -apfelbaum auf dem Balkon, sollten nicht im Winter, so wie es oft geschieht, in den Keller gestellt werden. Das führt zu einem zu frühen Austrieb und kann den Tod der Pflanze bedeutet. Freilandpflanzen müssen den natürlichen Rhythmus erleben und dürfen nicht mit Kübelpflanzen verglichen werden, die aus wärmeren Gebieten kommen. Der Topf gehört aber draußen auf dem Balkon oder Terrasse im Winter warm eingepackt. Man kann diese Pflanzen auch, wenn es möglich ist, vorübergehend in den Boden versenken, damit die Erde im Topf nicht zu sehr und zu lange durchfriert.

Eisfreihalter für den Gartenteich

Für den Gartenteich können bei Dauerfrost Eisfreihalter eingesetzt werden. Damit wird eine zu hohe Konzentration von Faulgas und Sauerstoffmangel bei geschlossener Eisdecke vermindert. Der Eisfreihalter besteht aus einem Styroporring und einer Abdeckhaube. Sie halten aber das Wasser nur dann offen, wenn sie nicht hoch frieren. Deshalb sollte man einen Eisfreihalter mit Senkkammern verwenden, welche vor dem Einsatz mit Wasser gefüllt werden. Wird es allerdings kälter als zehn Grad minus, bildet sich unter dem Gerät eine dünne Eisschicht. Diese ist dann sehr vorsichtig durchzudrücken. Eisfreihalter mit kleinen Umwälzpumpen oder auch mit Heizstäben halten den Bereich um das Gerät auch unter minus 20 Grad frei. Eine bewährte Methode ist das Einstellen eines Bündels Schilf, welches bei einer Eisdecke ebenfalls einen Abzug von Faulgasen bewirkt.

Allen Lesern der Gartentipps wünschen meine Frau und ich ein gutes Gartenjahr 2019.

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