Lichtenfels
Gartentipps

Oleander, Lavendel und Co.: Das gibt es jetzt zu tun

Der Sommer neigt sich langsam dem Ende zu. Unser Experte Jupp Schröder weiß, was jetzt im Garten wichtig ist.
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Der Oleander braucht viel Sonne und möglichst kalkhaltiges Wasser. Foto: Jupp Schröder
Der Oleander braucht viel Sonne und möglichst kalkhaltiges Wasser. Foto: Jupp Schröder
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Die Trockenheit und Hitze hat der Natur heuer außerordentlich zu schaffen gemacht. Die Dürreschäden sind besonders an exponierten Stellen unübersehbar. Wir haben praktisch in diesem Jahr ein Wetter der Extreme. Die Pflanzen und der Boden ersehnen jetzt dringend einen Regen. Leider entfernt sich die Mehrheit der Menschen immer mehr von der Natur und wünscht sich den ganzen Sommer ein "schönes" Wetter. Viele machen sich kaum mehr Gedanken darüber, wie es dabei der Umwelt ergeht. Wer ein Grundstück bebaut, lebt mit der Natur und fühlt noch die "Sorgen" der Pflanzen.

Herbstzeitlose blüht vier Wochen zu früh

Die ersten Herbstzeitlosen sind schon gesichtet worden. Man ist bei dem Anblick ganz erschrocken, da die Blüte in diesem Jahr etwa vier Wochen zu früh dran ist. Herbstzeitlosen kommen auf meist ungedüngten Wiesen vor. Die Blüten erscheinen ganz ohne Blätter. Es ist gerade so, als hätten sich die Blumen in der Zeit vertan. Es werden bis zu drei Blüten pro Pflanze entwickelt. Sie sind blassrosa bis violett und selten weiß. Die Blütenblätter sind zu einer langen Röhre verwachsen, die bis zum Fruchtknoten tief in der Erde geht. Jetzt im Herbst, findet über Blüte mithilfe der Bienen die Befruchtung statt. Die länglich eiförmige Kapselfrucht wird im zeitigen Frühjahr und Frühsommer zusammen mit den Blättern über die Erde geschoben. Bei der Reife sind die Kapseln angeschwollen und brau. Die kleinen schwarzbraunen Samen besitzen ein weißes klebriges Anhängsel, das die Verbreitung durch Ameisen sichert.

Die Herbstzeitlose ist eine mehrjährige Pflanze und überwintert als ausdauernde Zwiebel tief im Boden. Bauern sehen es gar nicht gern, wenn diese schönen Blumen in ihren Wiesen sind. Die Blätter und die Fruchtkapsel sind nämlich nicht nur für den Menschen, sondern auch für viele Tiere wie Rinder, Schafe und Pferde sehr giftig. Es kommt bei den Menschen immer wieder zu Vergiftungsfällen durch Verwechslung der Blätter mit denen vom Bärlauch. Erschwerend kommt hinzu, dass man bei den Herbstzeitlosen Blätter und Blüten nie gleichzeitig sieht. Während die Blüten leicht zu erkennen sind, trifft dies aber nicht bei den Blättern zu. Die Herbstzeitlose wird in der Homöopathie und bei verschriebenen Medikamenten als sehr wirksames Heilmittel verwendet, das vor Allem bei Gichtanfällen hilft.

Oleander benötigt viel Sonne

Zurzeit blüht der Oleander besonders schön. Er benötigt unbedingt einen vollsonnigen Standort. Bei Regenwetter treten gern Pilzkrankheiten auf. Der Wasser- und Nährstoffbedarf sind sehr hoch. Oleander liebt mehr kalkhaltiges Wasser. Regenwasser ist dagegen nicht so gut geeignet. Außerdem sollte das Substrat lieber lehmig- schwer sein und darüber hinaus viele mineralische Bestandteile enthalten. Torfreiche Blumenerde oder eine Mischung mit hohem Kompostanteil erscheint weniger geeignet. Wenn der Oleander verkahlt, sollte man bei ihm jährlich einen Teil der alten Triebe bis 10 cm zurück schneiden. Viele Sorten haben schon im Herbst Knospen und wollen mit ihnen überwintern. Diese Blütenstände sollten aber nicht mehr geschnitten werden.

Nicht bei großer Hitze den Rasen gießen!

Eine Unsitte ist es, bei großer Hitze den Rasensprenger einzuschalten. Hier wird ein Großteil des Wassers gleich wieder verdunstet. Von dem kalten Wasser aus der Leitung erschrecken die Pflanzen am Rande der Rasenfläche sehr. Das bekommt ihnen nicht gut.

Video: Garten gießen im Sommer - Wann ist die beste Zeit?

Beerensträucher sind Flachwurzler und leiden deshalb besonders unter der Trockenheit. Für sie sind das Mulchen und das richtige Gießen jetzt besonders wichtig. Das Gleiche gilt auch für Obstspindeln, die ihr ganzes Leben lang einen offenen Boden mit Mulchschicht benötigen so wie einen Pfahl, an dem sie angebunden bleiben müssen. Die flachen Wurzeln ergeben bei dieser Baumform auch nach vielen Jahren kaum Stabilität.

Der erste Lavendelflor geht so langsam dem Ende entgegen. Nach dem Rückschnitt von verwelkten Blüten und Stielen kann der Lavendel noch ein zweites Mal blühen.

Weintrauben nicht zu stark zuschneiden, Dahlien hochbinden

Bei Weintrauben sollten nicht zu viele Triebe und Blätter abgeschnitten werden. Sonst können nämlich die Früchte Sonnenbrand bekommen. Gegen Wespen und Vogelfraß helfen am besten spezielle Nylonbeutel. Viele Weintrauben sind leider durch Amseln dezimiert worden, obwohl die Trauben zum großen Teil noch sauer sind.

Dahlien sollten laufend hochgebunden werden. Für eine lange Blüte benötigen sie möglichst viel Wasser. Das Scheiden von Blumen für Sträuße regt das Wachstum für den Neuzuwachs und der Blüten an. Dies gilt auch für Zinnien und Edelwicken.

Kaktusblüte zu Weihnachten

Wenn man den Weihnachtskaktus ab jetzt kaum noch gießt, blüht er pünktlich zu Weihnachten. Er benötigt erst dann wieder mehr Wasser, wenn die Blütenknospen erscheinen. Auch die Amaryllis braucht jetzt eine Ruhezeit, die bis zum Oktober geht. Dabei muss die Zwiebel solange völlig trocken gehalten werden, bis sich ein neuer Blütenschaft zeigt.



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