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Nach den Eisheiligen: Mit Kübelpflanzen in den Frühsommer starten

Nach den Eisheiligen dürfen robuste und weniger kälteempfindliche Pflanzen wie Oleander, Kamelie, Palme, Feige, Schmucklilie oder Lorbeer wieder nach draußen auf Terrasse oder Balkon. Um in unseren Gärten kräftig zu blühen benötigen sie gerade zu Beginn des Sommers etwas mehr Pflege.
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Kübelpflanze im Wintergarten
Es ist soweit! Nach den Eisheiligen können die Kübelpflanzen endlich mit gutem Gewissen wieder aus ihrem Winterquartier geholt werden. Bild: WolfBlur/ pixabay.com
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Je nach Wohngegend und Wetterlage können die meisten Kübelpflanzen nach den Eisheiligen wieder aus dem Winterquartier ausgeräumt werden. Kleinere Töpfe können eher nach draußen und bei Frost schnell wieder ins Haus geräumt werden. Doch Besonders die empfindlicheren Sorten wie Zitruspflanzen, Schönmalve, Wandelröschen, Enzianstrauch, Hibiskus, Dipladenia oder Bougainvillea können nun nach den Eisheiligen mit gutem Gewissen wieder nach draußen.

Standort beachten

In den ersten Tagen nach dem Ausräumen stellt man die Kübelpflanzen am besten zunächst an einen geschützten, hellen und schattigen Standort und gewöhnt sie langsam an die Freilandbedingungen, um Blattschäden durch zu viel Sonnenstrahlung zu vermeiden. Auch dicklaubige Kübelpflanzen aus dem Süden, wie Oleander oder Agaven müssen sich langsam an die Sonne gewöhnen, da besonders frische Triebe und Blätter schnell Schaden nehmen. Möglich wäre ein Standort unter dem Carport, die Nordseite des Hauses oder unter einer Terrassenüberdachung. Auf dem Balkon kann eine Jalousie, der Sonnenschirm oder ein Sonnensegel helfen, vor allem die Mittagssonne zu vermeiden. Nach ein bis zwei Wochen haben sich die meisten Kübelpflanzen wieder an den Standort im Freien gewöhnt und die Blätter haben wieder ihren natürlichen Sonnenschutz gebildet.

 

Rückschnitt

Falls nicht schon im Herbst vor dem Einräumen erledigt, können zu lang gewordene Triebe der Kübelpflanzen gekürzt werden. Bei Oleander ist zu beachten, dass er nur an den vorjährigen Trieben blüht. Möchte man nicht auf die Blüten verzichten, ist es besser, nur einen Teil der verkahlten Triebe zu entfernen. Oft bilden sich im dunklen Winterquartier unter Lichtmangel dünne Geiltriebe, mit weichen und hellen Blättern, die stark zurückgeschnitten werden sollten. Die Pflanzen treiben nach dem Formschnitt schnell wieder neu aus. Besonders Hibiskus, Wandelröschen, Bleiwurz  und Jasmin benötigen den Rückschnitt, da sie an den neuen einjährigen Trieben blühen.

 

Umtopfen

Wenn die Erde der Kübelpflanzen vollständig durchwurzelt ist oder sogar Wurzeln aus dem Abzugsloch heraus wachsen, sollten Kübelpflanzen umgetopft werden. Sind die Pflanzen noch nicht so groß und schwer, können sie in größere Kübel umziehen. Der neue Topf sollte mindestens zwei bis drei Zentimeter größer sein, damit die Pflanzen ausreichend neue Erde erhalten können. Soll der Kübel einer größeren Pflanze nicht ausgetauscht werden, kann trotzdem der Wurzelballen der Pflanze mit einem scharfen Messer verkleinert werden. In den Ballen können zwei bis drei Keile geschnitten werden oder wenn möglich, kann auch nur die oberste Schicht im Kübel mit neuer Erde ausgetauscht werden.

Die Schmucklilie bilden einen Sonderfall unter den Kübelpflanzen und sollten erst umgetopft werden, wenn die neuen Triebe deutlich über den Topfrand wachsen. Sie blühen um so besser, je enger es im Kübel ist. Da das Wurzelwerk dann jedoch so verdichtet ist, hilft oft nur noch die Säge, um den Ballen in kleiner Stücke zu teilen. Die eingetopften Teilstücke blühen wieder zuverlässig und reichlich, sobald der Topf gut eingewurzelt ist.

Bei älteren, schweren Pflanzen eigenen sich besonders die leichteren Kunststoffgefäße zum Umtopfen. Damit die Kübel bei Sturm nicht umfallen, sind breite, zylindrische Gefäße gut geeignet. Konische, nach oben breiter werdende Töpfe, sind standfester, wenn sie aus Keramik oder Ton bestehen.

Um Staunässe zu vermeiden, ist eine Drainageschicht aus Tonscherben oder Blähton am Topfboden empfehlenswert. Als Substrat bietet sich eine torffreie Kübelpflanzenerde an.

 

Düngen

Im Frühjahr sollte wieder mit dem regelmäßigen Düngen begonnen werden, um die Kübelpflanzen ausreichend mit Phosphor, Kalium, Stickstoff und Magnesium zu versorgen. Verwendet man Flüssigdünger, kann anfangs die Dosierung niedriger gewählt werden und langsam erhöht werden. Als Depotdünger kann auch ein Langzeitdünger in Form von Kugeln oder Düngestäbchen zum Einsatz kommen. Hier werden die Nährstoffe erst nach und nach an die Pflanze abgegeben. Während der Hauptwachstumszeit im Sommer ist ein schnell verfügbarer Flüssigdünger gut geeignet.  Einige Kübelpflanzen wie Oleander oder Enzianstrauch benötigen eine höhere Nährstoffversorgung und sollten einmal wöchentlich mit Flüssigdünger gedüngt werden.

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Schädlingsbefall kontrollieren

Oft breiten sich auf Kübelpflanzen im Winterquartier unter den ungünstigen Standortbedingungen Schädlinge wie Blattläuse, Schildläusen oder die Weiße Fliege aus. Wenn die Pflanzen nach draußen umziehen, sollte man die Pflanzen unbedingt kontrollieren. Einige Läuse verstecken sich an den Blattunterseiten und werden erst entdeckt, wenn die Pflanzen stärker befallen sind. Betroffene Triebe können zurück geschnitten werden und damit schon von einem großen Teil der Schädlinge befreit werden. Sind die Blätter der Pflanze robust, können Blattläuse mit dem Wasserstrahl abgespült werden. Regelmäßiges Düngen ist besonders wichtig, um die Pflanzen wieder zu stärken.

 

Sigrun Hannemann vom Bergblumengarten mit dem Fokus auf naturnahes Gärtnern. Frau Hannemann ist Gartenbloggerin und schreibt auf ihrem Blog und im Hortus-Netzwerk.de  über ökologisches und insektenfreundliches Gärtnern. Für den Naturgartenverein e.V. testet sie Gärten zum Verleih der deutschen Plakette ‚Natur im Garten‘.

 

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