Laden...
Franken
Tipps & Tricks

Kleine Stecklingskunde: So vermehrt man ganz einfach Pflanzen und Kräuter

Pflanzen vermehren ist ganz einfach! Mit diesen einfachen Tipps können Sie mit einem Steckling ganz viele Zimmerpflanzen, Kräuter und Gartenpflanzen heranziehen. inFranken.de erklärt worauf es ankommt und wie auch Sie zum Pflanzenvermehrer werden.
 
Stecklinge
So einfach geht Pflanzenvermehrung! Mit kleinen Stecklingen kann man aus einer Mutterpflanze viele neue Pflanzen ziehen. Bild: dirtjoy/ unsplash.com
Kostenfreie Garten-App
Jetzt installieren
Tipps für Garten & Balkon lesen!

Die Pflanzenvermehrung mithilfe von Stecklingen ist eine sehr einfache und zuverlässige Methode, die auch Anfängern gut gelingt. Das beste daran: Aus einem Steckling werden wieder viele neue Pflanzen. Es handelt sich dabei um eine sogenanne vegetative Vermehrungsmethode, mit der sich aus einer Mutterpflanze exakt gleiche Tochterpflanzen ziehen lassen. Diese Methode steht im Gegensatz zu der generativen Aussat. Also der Aussaat von Saatgut, bei der es immer auch zu Variationen kommen kann. 

Es gibt verschiedene  Arten von Stecklingen. Je nachdem aus welchem Teil der Pflanze sie stammen, untescheidet man zwischen Trieb-, Blatt- und Wurzelstecklingen. Die Gruppe der Triebstecklinge lässt sich weiter in Kopf- und Teilstecklinge sowei Risslinge unterteilen: Kopfstecklinge werden von der Spitze eines Triebs geschnitten, Teilstecklinge aus einem Abschnitt darunter. Risslinge können von Pflanzen mit verholzten Seitenästen genommen werden, indem junge Seitentriebe mitsamt einem kurzen Stück Rinde vom Haupttrieb abgerissen werden. Am häufigsten - so auch bei der Vermehrung von Küchenkräutern - werden Kopfstecklinge vermehrt. 

Einen Kopfsteckling vermehren

Für die Vermehrung sollte man nur gesunde und vitale Pflanzen verwenden. Am besten nimmt man Triebspitzen, die keine Knospen oder gar Blüten tragen. Gibt es solche Triebe an der ausgewählten Pflanze gerade nicht, entfernt man die Knospen vorsichtig mit den Fingernägeln. 

Dann schneidet man die Triebspitzen mit einem scharfen desinfizierten Messer der einer Schere ab. Je nach Wuchsform der Pflanze und Blattgröße entfernt man idealerweise einen Steckling mit drei bis fünf Blattpaaren. Ist die Pflanze kleiner, können es natürlich auch deutlich mehr sein. Es ist wichtig, dass die Klingen des Schneidewerkzeugs scharf und desinfiziert sind. So verhindert man das zerquetschen des Pflanzensprosses und stellt sicher, dass keine (unsichtbaren) Krankheiten von anderen Pflanzen auf den Steckling übertragen werden. 

Damit der Steckling auch so schnell und so gut wie möglich anwächst, ist es wichtig, die entnommenen Triebspitzen noch passend zuzuschneiden. Da der Steckling ja noch keine Wurzeln hat, und deshalb zunächst kein Wasser aufnehmen kann, darf die Blattfläche - über die Wasser verdunstet - nicht zu groß sein. Es ist deshalb ratsam die unteren Blattpaare zu entfernen und zu große Blätter etwa um die Hälfte zu kürzen.

Neue Wurzeln müssen her

Die allermeisten Pflanzen bewurzlen recht unkompliziert in Wasser. Für die Bewurzelung in Wasser benötigt man ein Glas oder eine Vase in passender Größe,  sodass der Steckling aufrecht stehen, nicht umfallen und nicht komplett untertauchen kann. Das Wasser sollte man möglichst frisch sein, und mehrmals die Woche gewechselt werden. 

Alle Gartenbegriffe einfach erklärt
Jetzt das Garten-ABC in der kostenfreien Garten-App entdecken!

Man kann Stecklinge aber auch wunderbar in der Erde bewurzeln. Dafür füllt man in kleine Töpfe oder Schalen, ein nährstoffreiches Substrat, wie zum Beispiel Aussaat- oder Anzuchterde. Den Steckling in die Erde setzen, leicht andrücken und mit einer feinen Brause oder einer Sprühflasche angießen, damit sich die Hohlräume in der Erde schließen. Man sollte darauf achten, dass die Stecklinge zwei bis drei Knoten (Blattansatzstellen) tief in das feuchte Substrat gesteckt werden, aber nicht zu tief, sodass der Steckling nicht den Gefäßboden berührt.

Hat ein Steckling sehr weiche Triebe, lohnt es sich, vor dem Einsetzen mit einem Hölzchen ein Loch vorzubohren, damit sie nicht abknicken. Das unterste Blattpaar sollte keinen Kontakt mit dem Substrat haben, damit es nicht zur Fäulnis kommen kann. 
Die Töpfchen oder Schalen stellt man am besten ins Freie (wenn es warm genug ist), ins Gewächshaus oder an einen vor Wind und direkten Sonneneinstrahlung geschützten Platz, um die Verdunstung zu reduzieren. Zusätzlich kann man die Pflanzen auch mit einer durchsichtigen Haube abdecken, unter der die Luftfeuchtigkeit konstant höher ist. Gerade im Winter oder bei der Bewurzelung von tropischen Pflanzen ist das ein Erfolgsgarant. Dazu eignen sich kleinere Folienhäuser, spezielle Glas- oder Kunststoffglocken oder ein durchsichtiger Folienbeutel, der über Pflanze und Topf gestülpt wird. 

Verwandte Artikel