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Gartenpflege

Kalt, Kälter, Kaltkeimer: Jetzt beginnt die Saatzeit

Kaltkeimer wie Primeln, Fette Henne oder Christrosen brauchen die kalten Temperaturen die derzeit herrrschen, um keimen zu können. Werden sie jetzt in Saatschalen ausgesät, kann in ein paar Wochen schon im Garten bewurzelt werden.
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Rotkehlchen bauen ihr  Nest  oft in eine Bodenvertiefung unter Reisig. Bild: manfredrichter/ pixabay.com
Rotkehlchen bauen ihr Nest oft in eine Bodenvertiefung unter Reisig. Bild: manfredrichter/ pixabay.com

Jetzt ist die richtige Zeit, Kaltkeimer auszusäen. Früher wurden sie Frostkeimer genannt. Es sind bestimmte Pflanzen, die zur kalten Jahreszeit im Freiland ausgesät werden müssen. Sie benötigen niedrige Temperaturen, bevor sie im Frühjahr keimen können. Das hat die Natur weise eingerichtet, damit die Keimung nicht schon im Herbst erfolgt. Die zarten Pflänzchen würden sonst im Winter erfrieren. Die Kaltkeimer brauchen mehrere Wochen eine Temperatur um den Gefrierpunkt. Das Säen kann in Schalen erfolgen. Anschließend wird der Samen mit Erde überdeckt. Da der Boden jetzt noch nicht gefroren ist, kann man die Schalen bis zum Topfrand im Freien in die Erde senken. An geschützten Standorten wie im Zimmer, Frühbeetkasten oder Gewächshaus findet dann später die Keimung statt. Nach dem Heranwachsen müssen die Pflänzchen pikiert und später in kleine Töpfe gesetzt werden. Nach dem Durchwurzeln ist eine Pflanzung an Ort und Stelle im Garten möglich. Kaltkeimer sind z. B. Königskerzen, Tränende Herzen, Duftveilchen, Christrosen, Primeln, Arnika, Fette Henne und Trollblumen.

Menschennahe Türkentaube

Es ist noch keine 50 Jahre her, dass die Türkentaube aus Vorderasien zu uns gewandert ist. Sie ist inzwischen voll bei uns integriert. Diese Taubenart kann als ein echter Kulturfolger bezeichnet werden. Sie sucht förmlich die Nähe des Menschen und zeigt dabei wenig scheu. Meistens erscheinen die Türkentauben auch jetzt im Winter als ein unzertrennliches Paar, das liebevoll miteinander umgeht. Auch Futterstellen werden bei Schnee und Eis sehr gerne gemeinsam besucht. So gibt es also nicht nur Vogelarten die bei uns aussterben, sondern auch solche, die neu hinzu kommen.

Herrlicher Rotkehlchen Gesang

Was uns an den daheim gebliebenen Rotkehlchen besonders freut ist die Tatsache, dass sie auch mitten im Winter mit ihrem wohltönenden und glasklar dahinperlenden Gesang zu hören sind. Beide Geschlechter bekunden damit ihr Revier. Die Rotkehlchen verfügen als Weichfresser über keine großen Nahrungsansammlungen. Das Nest wird oft in eine Bodenvertiefung unter Reisig gebaut. Aber auch Baumstrünke, Ranken, Geräteschuppen und Gartenlauben werden gerne angenommen.

Aktive Maulwürfe

Der Maulwurf schläft nicht durchgehend im Winter. Im Gegensatz zur Wühlmaus nimmt er nur tierische Nahrung wie Engerlinge und Drahtwürmer zu sich. Er ist somit ein sehr nützliches Tier. Der Maulwurf gehört nach dem Bundesnaturschutzgesetz zu den geschützten Tierarten und darf nicht getötet werden. Da er besonders gut hört, ist es möglich, ihn mit Lärm und Schwingungen zu verscheuchen. Flaschen, mit der Öffnung nach oben eingegraben, erzeugen durch Wind unheimliche Laute im Boden. Diese werden durch kleine aufgesteckte Spielzeugwindräder noch verstärkt. Im Fachhandel gibt es Lavasteine, die mit Kräutern oder Ölen getränkt sind und zur Abwehr in den Boden gesteckt werden. Es ist eigentlich ein gutes Zeichen, wenn sich Maulwürfe im Garten aufhalten. Sie fühlen sich da wohl, wo der Boden fruchtbar ist und sich in ihm ausreichend Nahrung befindet. Haben Maulwürfe Gefallen an einem Stückchen Erde gefunden, findet sich oftmals sehr schnell ein Nachfolger ein, sobald ein Tier vertrieben wurde. Maulwürfe werfen zu ganz bestimmten Zeiten den Boden auf. Graureiher und Störche nutzen das Verhalten der Maulwürfe und sind zur richtigen Zeit zur Stelle. Beim Aufwerfen des Hügels stechen sie mit ihren spitzen Schnabel blitzschnell zu und heben das Tier aus dem Boden.

Seit einiger Zeit werden die ersten angetriebenen Tulpen verkauft. Somit kündigt sich der kommende Frühling auch in der Wohnung schon an. Die Wildform der Tulpen ist übrigens nicht rot, sondern gelb. Bei den Osterglocken dauerte es noch eine Zeitlang, bis man diese schönen Blumen bekommen kann. Schnittblumen halten sich länger frisch, wenn man in das Blumenwasser etwas Backpulver schüttet. Außerdem setzt sich dann an der Vasenwand innen kein grüner Rand ab.

Überreife und schon faulende Früchte setzen hohe Mengen des Reifegases Ethylen frei. Besonders ist das bei Äpfeln der Fall. Da Ethylen ein Gas ist, entweicht es und beschleunigt die Reife der Früchte in der Nähe. Deshalb sollten faule Äpfel ständig aussortiert werden. Sie sind übrigens ein hervorragendes Futter für Amseln.

Über unseren Gartenexperten: In drei Jahrzehnten als Kreisfachberater für Gartenbau in Lichtenfels hat Jupp Schröder mit fast jedem Gartenproblem schon einmal zu tun gehabt. Sein Lebensmotto lautet auch heute noch: "Wenn man die nötige Geduld aufbringt, stellt sich der Erfolg von selber ein".

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