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Gartentipps

Hopfen anbauen: So pflanzt und verwendest du ihn richtig

Hopfen kennen die meisten in Verbindung mit Bier. Die Hopfenpflanze macht sich allerdings auch sehr gut im eigenen Garten: Er eignet sich als Sichtschutz, als Insekten-Heim oder für leckere Gerichte.
 
Der Hopfen (Humulus lupulus) ist eine Wildpflanze, die zu den Hanfgewächsen gehört und als solche fast in ganz Deutschland verbreitet.
Der Hopfen (Humulus lupulus) ist eine Wildpflanze, die zu den Hanfgewächsen gehört und als solche fast in ganz Deutschland verbreitet. Foto: hansbenn/Pixabay
  • Der richtige Standort im Garten
  • Pflanzzeit und Rankhilfen
  • Hopfen richtig pflegen
  • Dekorativer Sichtschutz
  • Wertvoll für Insekten und Vögel

Jeder Bierfan kennt Hopfen als Zutat in seinem Lieblingsgetränk, nämlich als Bierwürze. Hopfen ist neben Malz, Hefe und Wasser eine der vier Hauptbestandteile, die im Bayerischen Reinheitsgebot niedergeschrieben sind. Bereits seit dem neunten Jahrhundert nimmt man Hopfen, um das Bier zu verfeinern. Doch die Kletterpflanze kann noch viel mehr. Sie ist eine äußerst dekorative Gartenpflanze, die beispielsweise am Rankgitter als zuverlässiger Sichtschutz eine deutlich schönere und ökologisch wertvollere Alternative zu Sichtschutzelementen aus Plastik, Holz oder Gabionen wäre. Als Fassadengrün schmückt der Hopfen malerisch die Dörfer. Zudem kennt man Hopfen als Schlaf- und Beruhigungsmittel. Hopfen kann auch im eigenen Garten gut gedeihen - wie, haben wir für dich zusammengefasst.

Der Hopfen als Gartenpflanze

Der Hopfen ist eine mehrjährige Kulturpflanze, die ihren Ursprung vermutlich im Mittelmeerraum oder in Asien hat. Da der Hopfen bereits längst verwildert ist, findet man ihn nahezu in ganz Deutschland auch als Wildpflanze. Der Hopfen bevorzugt sonnige Standorte mit wenig Schatten. Idealerweise ist der Boden nährstoffreich, tiefgründig, locker und feucht. Aus diesem Grund sollte man bei der Anpflanzung im eigenen Garten auf die Verwendung von stickstoffreichem Boden beziehungsweise spezieller Gartenerde* achten, die viel wertvollen Humus und Nährstoffe enthält.

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Da Hopfen jedoch sehr anpassungsfähig und pflegeleicht ist, kommt er auch mit anderen Bodentypen zurecht. Je nach den Bedingungen am Standort, wächst der Hopfen zwischen 2,5 und 7 Metern pro Jahr. Aufgrund der Höhe des Hopfens solltest du ihm unbedingt eine Rankhilfe* zur Verfügung stellen. Die Triebe des Hopfens wachsen rechts herum, also im Uhrzeigersinn. Orientieren sich die Triebe aus irgendeinem Grund nach links, wachsen sie irgendwann nicht mehr weiter und der Hopfen beginnt zu kümmern. Neben klassischen Rankhilfen eignen sich auch senkrechte Spanndrähte*, wie beispielsweise aus dem kommerziellen Hopfenanbau.

Vorsicht: Hopfen mag keine Staunässe, aber auch keine länger andauernde Trockenheit. Hopfen pflanzt man am besten im Frühjahr oder aber auch im Herbst. Ist die Pflanze nach etwa einem Jahr gut im Boden verwurzelt, schiebt sie sich im Pflanzenwachstum stark nach oben. Hopfen kann man sogar im Kübel pflanzen, wenn dieser groß genug ist. Meist bleibt Hopfen im Kübel jedoch kleiner, als Hopfenpflanzen, die frei eingesetzt werden. Möchte man den Hopfen im Kübel umpflanzen, sollte das allerdings im Frühjahr geschehen. Hopfen im Kübel braucht zudem einen Überwinterungsschutz. Der im Garten gepflanzte Hopfen kommt jedoch wunderbar mit winterlichen Minusgraden zurecht, da die Wurzeln tiefer liegen als im Kübel.

Ökologischer und dekorativer Sichtschutz

Möchtest du Hopfen als Sichtschutz pflanzen, solltest du pro laufendem Meter zwei Pflanzen einsetzen, um die gewünschte Blattdichte zu erlangen. Vorher solltest du eine passende Rankhilfe für die Pflanze setzen. Der Hopfen treibt sehr früh im Jahr aus und schiebt sogar bis zu einem Meter Wachstum pro Woche an. Da er dafür sehr viel Energie benötigt, solltest du auf die richtige Düngung* der Kletterpflanze achten. Ab dem Frühsommer ist die völlige Dichte des Blattwerkes des Staudenschlingers erreicht und bildet einen zuverlässigen Sichtschutz. Der Hopfen blüht von Juni bis September. Ab August kann man die Hopfenfrüchte ernten.

Vermehrt werden kann Hopfen durch das Einsetzen von Stecklingen oder durch das Aussähen von Samen, bei älteren Pflanzen ist die Teilung des Wurzelballens möglich. Nach dem notwendigen Kürzen im Herbst zieht sich die Kletterpflanze ein zum Überwintern. Das heißt, dass von Herbst bis zum Frühling kein Sichtschutz durch die Pflanze mehr besteht. Möchtest du einen ganzjährigen Sichtschutz, wäre es hier eine gute Alternative, ein Sichtschutzelement*, beispielsweise aus Holz, mit dem Hopfen zu begrünen. Das Sichtschutzelement dient dem Hopfen gleichzeitig als Rankhilfe.

Entscheidest du dich dafür, Hopfen bei dir im Garten einzusetzen, tust du außerdem deiner Umwelt etwas Gutes. Anstelle von Totmaterial, wie beispielsweise Gabionen oder Plastikelementen, bietest du vielen Insektenarten, wie beispielsweise dem Tagpfauenauge, ein wichtiges Futtermittel oder Versteckmöglichkeiten. Vögeln gibst du die Möglichkeit, im Dickicht der Blätter ihr Nest zu bauen und ihren Nachwuchs aufzuziehen. Die weiblichen Früchte des Hopfens verwendet man übrigens zum Bierbrauen oder für die Naturheilkunde. Die Hopfenfrüchte und jungen Triebe sind essbar.

Wissenswertes über Hopfen

Hopfen ist nicht nur besonders hübsch als Fassadenbegrünung, Sichtschutz oder als Zierelement für den eigenen Garten. Er ist zudem preisgünstig, wächst sehr schnell, ist äußerst pflegeleicht und ist vielseitig nutzbar. Trotz aller Vorteile ist Hopfen nicht, so wie alle anderen Pflanzen, vor Krankheiten oder Schädlingen gefeit. Bemerkt man Auffälligkeiten oder Verfärbungen an den Blättern, im Wachstum der Pflanze oder an den Wurzeln, sollte man schnellstmöglich handeln und der Pflanze helfen.

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Der arabische Gelehrte Abdullah Ibn al-Baytar (1197-1248) fand heraus, dass Hopfen eine schlaffördernden Wirkung hat. Hildegard von Bingen und Albertus Magnus erkannten viele Jahre später ebenfalls, dass Hopfen müde macht und dokumentierten die Wirkung der Kulturpflanze sehr genau. Im Jahr 2007 wählte der Studienkreis Entwicklungsgeschichte der Arzneipflanzenkunde an der Universität Würzburg den Hopfen aufgrund seiner medizinischen Eigenschaften zur Arzneipflanze des Jahres.

Medizinisch anerkannt ist der Hopfen mittlerweile längst in seiner schlaffördernden und beruhigenden Wirkung. Des Weiteren wirkt er sich positiv auf nervöse innere Unruhe aus. Zudem wirkt Hopfen als Bittermittel und fördert die Verdauung, ist appetitanregend und beruhigt die Magenschleimhaut. In der deutschen Kultur- und Kunstgeschichte ist Hopfen tief verwurzelt. Oft findet man ihn als Darstellung in christlichen Gemälden oder als Altarschmuck zu kirchlichen, feierlichen Anlässen. Natürlich darf er auch als Deko-Objekt bei Volksfesten und Brauchtümern nicht fehlen.

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