Franken
Gartensprechstunde

Gartensprechstunde: Jupp Schröder spricht über Seifenkraut, Mangold und Knöterich

Unser Gartenexperte Jupp Schröder spricht in seiner Gartensprechstunde über die Geschichte und die Verwendung von Seifenkraut, erklärt, wie Mangold länger frisch bleibt und stellt verschiedene Knöterichgewächse vor.
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Auch im Garten sieht das Seifenkraut dekorativ aus. Es gibt die Pflanze in vielen schönen Zuchtformen. Bild: Jupp Schröder
Auch im Garten sieht das Seifenkraut dekorativ aus. Es gibt die Pflanze in vielen schönen Zuchtformen. Bild: Jupp Schröder
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Natürlicher Waschmittelersatz

An Gewässern und Gräben findet man das Seifenkraut häufig. Die Pflanze kann zwischen 0,70 m und 1 m hoch werden. Kinder haben früher aus ihr einen starken Schaum produziert. Dieser befindet sich besonders in der dicken rübenartigen Wurzel. In der Vergangenheit verwendete man es vor allem zum Wäschewaschen. Dazu wurde eine Abkochung der Wurzel benutzt. Beim Waschen von Wäsche reinigt es zwar nicht so gründlich wie unsere gewohnten chemischen Waschmittel, aber es schont das Gewebe und man braucht keinen Weichspüler mehr. Heutzutage empfiehlt man den Sud vor allem zum Waschen feiner Seidenstoffe. Die Ernte des Seifenkrautes ist übrigens das ganze Jahr über möglich.

So bleibt Mangold länger haltbar

Wenn der Mangold nach der Ernte mit samt den Stielen gleich in einen Eimer mit etwas Wasser gestellt wird, bleiben die Blätter länger frisch. Niemals aber sollte das Erntegut, auch nicht für kurze Zeit, in der Sonne stehen. Das Gleiche gilt auch für Schnittblumen. Bei Mangold zeigen sich schon einige Blätter mit Mehltau. Deshalb sollte man das laufende Ernten nicht zu lange hinaus zögern und sich sinnvoller durch Eingefrieren einen Vorrat erarbeiten.

Betrunkene Schmetterlinge

Der prächtige Schmetterling Admiral wird jetzt vom faulenden Obst magisch angezogen. Manchmal kommt es vor, dass er betrunken ist und sich beim Menschen auf die Stirn oder Nase setzt. Durch die Gärung im faulen Obst wird nämlich Zucker in Alkohol umgewandelt. Heuer fallen die Äpfel und Birnen schon sehr frühzeitig vom Baum.

Die Bartblume gehört zu den wenigen Sträuchern, die erst im Spätsommer und Herbst blüht. Sie ist deshalb für Schmetterlinge und Co eine wichtige späte Nahrungsquelle. Die Sträucher werden wie Rosen so etwa Anfang April zurück geschnitten. Sie blühen, wie der Schmetterlingsstrauch, jeweils am neu zu bildenden Holz. Ein zu früher Rückschnitt führt oft im Winter zum Tod dieser schönen Sträucher.

Bunte Tomaten auf dem Teller

Tomaten gibt es in sehr vielen Formen und Farben wie zum Beispiel Tigerella, Golden Königin, Dattelwein, Orange Queen, Golden Sun, Schwarze Russische und Eiertomaten. Bei dem warmen und trockenen Wetter wurden die Tomaten bis jetzt weitgehend von der Kraut- und Braunfäule verschont. Die Pilzkrankheit lässt Früchte, Stängel und Blätter braun werden. Sie breitet sich nur dann aus, wenn die Blätter mehrere Stunden lang nass sind. Am besten ist ein großzügiges Dach oder ein Tomatenhaus, das an zwei Seiten offen steht, so dass die Luft durchstreichen kann. Früchte, die ohne Glas und Kunststoff direkt von der Sonne direkt verwöhnt werden, schmecken am besten. Gut ist es deshalb, Tomaten in Kübeln bei ungünstigem Wetter unter einen Dachvorsprung an die Südseite eines Gebäudes zu stellen. Außerdem speichern Wände tagsüber die Wärme und geben diese in kühlen Nächten zum Teil wieder ab.

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Knötericharten sind Powerblüher

Alle Knötericharten stehen jetzt in voller Blüte. Es gibt sie als Stauden, Wasserpflanzen, Wiesenblumen und Schlinggewächse. Allen gemeinsam ist die Blütenform. Die Einteilung der Pflanzenarten erfolgt nämlich nach dem Aussehen der Blüte und nicht nach der Wuchsform. So wird der Schlingknöterich scherzhaft auch Architektentröster genannt, weil er ganze Häuser überwuchern kann. Der Japanische Knöterich ist mit seiner immer größer werdenden Ausbreitung als Neubürger zu einem echten Problem in manchen Gärten und in der Landschaft geworden.

Über unseren Gartenexperten:

In drei Jahrzehnten als Kreisfachberater für Gartenbau in Lichtenfels hat Jupp Schröder mit fast jedem Gartenproblem schon einmal zu tun gehabt. Sein Lebensmotto lautet auch heute noch: "Wenn man die nötige Geduld aufbringt, stellt sich der Erfolg von selber ein".

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