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Exotische Zimmerpflanzen: aus Früchten Pflanzen selber ziehen

Die Regale der Supermärkte bieten eine große Auswahl an exotischen Früchten aus tropischen oder subtropischen Gebieten. Nach dem Genuss von Avocado, Papaya & Co. lohnt es sich, den Kern auch mal zum Keimen zu bringen und damit preiswert zu einer neuen Zimmerpflanze zu kommen.
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Aus einem Avocadokern kann man sich selbst eine eigne Avocadopflanze ziehen. Wir erklären wie`s funktioniert...Bild: lizmyosotis/ stock.adobe.com
Aus einem Avocadokern kann man sich selbst eine eigne Avocadopflanze ziehen. Wir erklären wie`s funktioniert...Bild: lizmyosotis/ stock.adobe.com

Aus vielen Früchten kann man mit etwas Geduld exotische Zimmerpflanzen heranwachsen lassen. Auch wenn vielleicht nicht mit Früchten zu rechnen ist, lohnt sich ein Versuch, da diese Pflanzen nicht im Gartencenter angeboten werden. Mit besonderen Wuchs- und Blattformen bereichern sie die heimische Pflanzensammlung. Um die Samen für die Keimung konstant feucht zu halten, bietet es sich an, ein kleines Zimmergewächshaus zu verwenden. Zur Anzucht eignet sich auch eine Glashaube oder der abgeschnittener Boden einer PET-Flasche über dem Blumentopf. Eine durchsichtige, gelochte Folie erhöht ebenfalls gut die Luftfeuchtigkeit. Damit der Samen nicht fault, ist regelmäßiges Lüften notwendig. Zur besseren Keimung kann man den Topf auf eine Heizung bzw. bei Fußbodenheizung direkt auf den Boden stellen. Temperaturen von ca. 20 bis 25 Grad sind ideal zur Anzucht der tropischen Gewächse.

Avocado

Avocados sind ganzjährig im Supermarkt verfügbar und kommen meist aus Spanien, Chile oder Israel zu uns. Um einen Avocadobaum zu ziehen, gibt es zwei Möglichkeiten. Die erste Variante ist die Wasserglasmethode, für die man ein Trinkglas, ein leeres Schraubglas oder auch eine Hyazinthenvase verwenden kann. Zunächst wird der Kern mit warmem Wasser vom Fruchtfleisch befreit. Anschließend werden drei bis vier Zahnstocher mittig in gleichmäßigen Abständen in den Kern gebohrt, die Halt auf dem Glasrand geben sollen. Zum Keimen muss die Spitze des Kerns nach oben zeigen. Der untere dickere Teil sollte immer im Wasser stehen und darf nicht austrocknen. Es wird empfohlen, regelmäßig ca. aller 5 Tage, das Wasser zu wechseln. Bis sich Wurzel und Spross bilden, kann es mindestens 8 Wochen dauern. Hier ist etwas Geduld erforderlich. Eingetopft wird mit Kern, sobald sich die ersten richtigen Blätter zeigen. Bei der zweiten Variante setzt man den Avocadokern gleich zu einem drittel in einen Blumentopf mit Erde, die konstant feucht gehalten werden muss. Die Keimung kann man gut daran erkennen, dass sich der Kern in der Mitte teilt und wenig später der Sproß erscheint. Der Blumentopf sollte ca. 10 cm groß sein, damit nicht so schnell umgetopft werden muss. Avocadobäume werden im Zimmer ca. 1,50 m groß, lassen sich aber gut verschneiden. Das bietet sich auch an, wenn sich der Baum mehr verzweigen soll.

Papaya

Papayas lassen sich gut aus Samen ziehen und werden im Supermarkt und auf Wochenmärkten angeboten. Wichtig ist, dass die verwendete Frucht reif ist, damit die Samen keimen können. Da nicht alle Samen keimfähig sind, bietet es sich an, gleich mehrere der schwarzen Körner auszusäen. Zunächst wird die Frucht in der Mitte aufgeschnitten und der Samen mit einem Löffel entnommen. Bevor die Samen in den Blumentopf können, muss die durchsichtige, gallertartige Haut mit Küchenpapier oder einer alten Zahnbürste vorsichtig abgerubbelt werden. Danach spült man die Kerne unter fließendem, warmem Wasser und lässt sie trocknen. Bis zur Aussaat sollte man nicht so lange warten, da die Samen ihre Keimfähigkeit schnell verlieren. Es bietet sich an, gleich drei bis vier Kerne in einen nicht zu kleinen Blumentopf zu stecken und nur den stärksten Keimling stehen zu lassen, falls mehrere Samen keimen. Das kann schon nach 2 Wochen der Fall sein, aber es kann auch einige Wochen dauern. Papayas sollten hell, aber anfangs ohne direkte Sonneneinstrahlung stehen und vertragen keine Staunässe. Sind die Pflanzen etwas größer, dürfen sie als attraktive Kübelpflanzen auch nach draußen in die Sonne.

Litschi

Litschis sind nicht ganzjährig verfügbar und werden meist in den Wintermonaten bis März im Handel angeboten. Reife Früchte erkennt man daran, dass ihre Schale durchgehend rot ist und keine grünen Stellen zu sehen sind. Braun gefärbte Schalen deuten bereits auf Fäulnis der Früchte hin und sollten entsorgt werden. Nachdem man die harte, stachelige Schale entfernt hat, löst man das leckere, helle Fruchtfleisch vorsichtig vom Kern. Anschließend werden die Kerne gut unter fließendem warmen Wasser abgespült und gereinigt. Zur besseren Keimung kann man die Kerne für 24 Stunden in warmem Wasser einweichen, bis sich die äußere braune Schale des Kerns öffnet. Es wird empfohlen, die Samen sofort auszusäen, da sie nur vier bis fünf Tage keimfähig sind. Die Kerne werden im Abstand von 5 cm, 1 bis 2 cm tief und horizontal in Töpfe mit Anzuchterde ausgesät. Wenn das Substrat gleichbleibend feucht und warm gehalten wird, dauert es ca. zwei bis drei Wochen bis zur Keimung. Sobald sich das erste richtige Blattpaar zeigt, können die Keimlinge in separate Blumentöpfe umziehen. Litschis wachsen sehr langsam und sind gut als Zimmerpflanze geeignet, dürfen in den Sommermonaten aber auch auf Terrasse oder Balkon umziehen.

Sigrun Hannemann vom Bergblumengarten mit dem Fokus auf naturnahes Gärtnern. Frau Hannemann ist Gartenbloggerin und schreibt auf ihrem Blog und im Hortus-Netzwerk.de über ökologisches und insektenfreundliches Gärtnern. Für den Naturgartenverein e.V. testet sie Gärten zum Verleih der deutschen Plakette "Natur im Garten".

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