Laden...
Bamberg
Eine Pflanze stellt sich vor

Der Duft der Provence im eigenen Garten: Lavendel pflanzen und pflegen

Mit seinen herrlichen violetten Blüten ist Lavendel ein Klassiker, im Garten, oder in Töpfen und Kästen. Der charakteristische Duft erinnert sofort an die prallen Lavendelfelder in der Provence. Die robuste Pflanze ist nicht nur beliebt bei Insekten, sondern auch bei Hobbygärtnern. Lavendel ist pflegeleicht und hat eine lange Blütezeit. Damit auch Ihr Lavendel lange schön ist, gibt es hier Tipps & Tricks von der Kräuterexpertin.
Artikel drucken Artikel einbetten
Lavendel
Lavendel sieht nicht nur hübsch aus, sondern ist zudem pflegeleicht, duftend und hält Mücken fern. Bild: Nennieinszweidrei/ pixabay.com
Kostenfreie Garten-App
Jetzt installieren
Tipps für Garten & Balkon lesen!

Die duftende Pflanze aus dem Mittelmeergebiet ist ein Klassiker in unseren Gärten. Er blüht bereits im Frühsommer und trägt je nach Sorte weiße, rosa, violette, hell- oder dunkelblaue Blüten. Auch in der Färbung der Blätter unterscheiden sie sich: mal dunkelgrün mal silbrig. Einige Lavendelsorten sind inzwischen sogar winterhart und eignen sich deshalb auch für die Bepflanzung von Kübeln für Balkon und Terrasse.  Damit der Lavendel genauso prächtig gedeiht wie in der Provence sollten aber Standort und Pflege stimmen. Getrud Leumer von der Gärtnerei Mussärol ist Expertin wenn es um Kräuter, Lavendel und Heilpflanzen geht und gibt und erklärt uns, worauf es ankommt, damit der Lavendel lange schön ist. 

Der richtige Standort

Duftlavendelsorten lieben die volle Sonne. Der optimale Standort ist daher möglichst windgeschützt und warm. "Der Boden sollte eher mager, also nährstoffarm  und locker sein" erklärt Getrud Leumer. "An Standorten mit schwerem, lehmigen Boden ist eine gute Bodenvorbereitung wichtig, sowie die Zugabe von Kies und/oder Sand als Lockerung." Das Pflanzloch sollte beim Setzen mindestens doppelt so groß sein wie die Pflanze, um dem Lavendel Raum für ein gesundes Wachstum zu ermöglichen. 
 
Lavendel kann das ganze Jahr über gepflanzt werden, vorausgesetzt es besteht keine Frostgefahr mehr. Im Frühling und Frühsommer werden allerdings am besten neue Wurzeln gebildet, da dann meist die perfekte Bodentemperatur und -feuchtigkeit herrscht.  
 

Beliebte Sorten für Garten und Balkon sind:

  • Echter Lavendel 
  • Provence Lavendel
  • Schopflavendel  
  • Hidcote Blue
  • Peter Pan
  • Miss Katherine (blüht rosa)
  • Arctic Snow (blüht weiß)
  • Blue Mountain White (blüht weiß)

Gertrud Leumer von der Bamberger Kräutergärtnerei Mussärol erklärt, dass vor allem der Echte Lavendel und der Provence Lavendel besonders beliebt sind. Der Echte Lavendel ist besonders ölhaltig, duftet stark und ist daher besonders geeignet, wenn man Lavendel auch als Heilpflanze und Küchenkräuter verwenden möchte. Provence Lavendel wächst etwas ergiebiger und größer und punktet daher vor allem durch seine Optik. Beide Sorten sind winterhart. 

Die richtige Pflege

Während der Wachstumsphase sollte man junge Lavendelpflanzen etwa ein- bis zweimal gießen. Danach brauchen die Pflanzen in der Regel nur noch wenig Wasser, wenn sie im Garten gepflanzt wurden. Auch Dünger benötigt Lavendel im Garten keinen.
Andere Regeln gelten für Lavendel, der im Kübel wächst. Dort sollte man regelmäßiger, aber dennoch zurückhaltend gießen und düngen. Die Trockenperioden schwächen den Lavendel nicht, sondern härten ihn hingegen eher ab. 

Um Lavendel im Garten zu überwintern, sollte man auf Vliese oder andere Abdeckungen verzichten. Mit trockenen, frostigen Wintern kommen die Pflanzen grundsätzlich besser klar als mit feuchten und milden. 

Für die Überwinterung im Topf ist ein frostfreier, aber unbeheizter Platz am besten. Treppenaufgänge, eine helle Garage oder Kellerräume eignen sich zum Beispiel dafür. Soll der Lavendel im Kübel draußen überwintern, sollte man auf ein frosthartes Pflanzgefäß achten und dieses am besten an die Hauswand stellen.

Gerturd Leumer ist sich sicher: Für eine kompakte Form und buschiges langlebiges Wachstum ist es wichtig, den Lavendel regelmäßig zurückschneiden. Nur Mut beim Rückschnitt empfiehlt die Expertin, denn je stärker der Rückschnitt, desto kräftiger die neuen Triebe. Der Rückschnitt wirkt zudem gegen das verkahlen des Lavendels von unten. Ist der Lavendel verkahlt, wird er immer länger und ist unten nicht mehr so schön anzuschauen. Gertrud Leumer schneidet ihren Lavendel etwa zwei bis dreimal mal im Jahr. Der erste Schnitt erfolgt im März, und geht dabei tief ins alte Holz, der zweite Schnitt folgt etwa im Juni und der dritte, nach dem erneuten Ansetzen kleinerer Blüten im September. "Schneidet man seinen jungen Lavendel direkt im zweiten Jahr regelmäßig zurück, kann eine Pflanze gute zehn Jahre alt werden" erklärt Leumer.

Lust auf leckeres Lavendeleis? Hier gibt's das Rezept!

Der perfekte Partner

Die meisten Pflanzen im Garten schätzen Lavendel in ihrer Nachbarschaft, da die intensiv duftenden Halbsträucher Schädlinge wie Schnecken und Blattläuse fernhalten können. Besonders Rosen, die besonders häufig von Blattläusen befallen sind dankbar durch den Lavendel geschützt zu werden.
Aber Achtung:
Rosen haben ganz andere Ansprüche an ihren Standort als der blühfreudige, sonnenhungrige Lavendel. Die volle Sonne ist für die Rosen zwar kein Problem, allerdings brauchen sie einen gut gedüngten und eher feuchten Boden. Daher sollten man bei der Pflanzung auf einen gewissen Abstand achten, damit der Lavendel nicht zu feucht steht und eingeht.

Natürliche Schädlingsbekämpfung: So schützen Sie Ihre Pflanzen

"Aber auch alle anderen sonnenliebenden Kräuter wachsen gerne neben dem Lavendel" erklärt Leumer. "Salbei, Bergbohnenkraut und Basilikum beispielsweise haben ähnliche Ansprüche, brauchen viel Sonne und wenig Wasser." 

Die richtige Ernte

Mit ein paar Tipps ist es ganz leicht,  die charakteristische Duftnote bestens zu trocknen und zu erhalten.

  • Lavendel schneidet man am besten in der Mittagssonne, denn so hat sich die Feuchtigkeit der Nacht bereits verflüchtigt. 
  • Der optimale Zustand ist erreicht, sobald die Blumen in der Mitte der Rispe bereits geöffnet sind. Grundsätzlich gilt, dass geerntet wird, bevor die Blüten ganz auf sind.
  • Für eine schnelle Trocknung hängt man kleine Bunde kopfüber an einen schattigen und trockenen Platz. Nicht in die Sonne hängen, da sonst die ätherischen Öle schnell verloren gehen. 

Noch keine Idee, was Sie mit dem getrockneten Lavendel machen sollen? Es lassen sich zum Beispiel duftende Trockensträuße oder Säckchen daraus machen, die im Wäscheschrank für angenehmen Duft sorgen und Motten fernhalten. Aber auch in der Kosmetik, findet Lavendel zahlreiche Anwendungsmöglichkeiten. In der Gärtnerei Mussärol von Getrud Leumer findet man ein breites Angebotsspektrum. Hier gibt es auch Produkte aus Lavendelöl und aus Lavendelhydrolat, ein Nebenprodukt des Lavendelöls, das durch die Destillation gewonnen wird. Lavendelhydrolat findet seine Anwendung beispielsweise im erfrischenden Lavendelwasser fürs Gesicht - perfekt für den Sommer!

Getrud Leumer von der Bamberger Kräutergärtnerei Mussärol führt in sechster Generation den Gärtnerberuf weiter. Der Schaukräutergarten mit seinen mehr als 200 verschiedenen Arten und Sorten dient gleichzeitig als Mutterpflanzenquartier, aus dem die Gärtnerin Material für die Weitervermehrung gewinnt. Einen Teil der Pflanzen bietet Gertrud Leumer in Form von Duftkräuterkränzen und Räucherbüscheln an, selbstgemachte Leckereien sind bei Mussärol ebenfalls zu finden.

 

 

Verwandte Artikel