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Franken
Blaue Holzbiene

Blaue Holzbiene breitet sich in Franken aus: Warum wir keine Angst vor ihr haben müssen

Durch den Klimawandel breitet sich die die blaue Holzbiene in Deutschland weiter aus. Warum Hobbygärtner keine Angst vor dem großgewachsenen Insekt haben brauchen, lesen Sie hier.
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Blaue Holzbiene
Die Blaue Holzbiene verbreitete sich aufgrund des Klimawandels in den letzten Jahren in ganz Deutschland. Foto: jggrz/Pixabay

Seit dem Sommer 2003 verbreitet sich vor allem in Süddeutschland die blaue Holzbiene, in der Wissenschaft auch Xylocopa violacea genannt. Gerade durch den Klimawandel ist sie aber in den letzten Jahren auch in ganz Deutschland immer präsenter. War sie lange nur im Südwesten Deutschlands anzutreffen, reicht ihr größtenteils geschlossenes Verbreitungsgebiet mittlerweile bis nach Osnabrück–Hannover und Berlin. In einigen Gebieten hat sie sich sogar bis nach Südschweden vorgewagt. Die einzige Ausnahme: Größere Höhenlagen und weitere Waldareale werden von ihr ausgespart.

Verglichen mit der Honigbiene unterscheidet sich die Holzbiene nicht nur im Aussehen. Mit ihrer Körperlänge von bis zu 28 Millimetern zählen Holzbienen zu den größten Vertretern der Bienen. Außerdem sind sie auch wegen des hummelartigen Körperbaus, der schwarzen Behaarung und der schwärzlichen, violett irisierenden Flügel einfach von anderen Bienen-Arten zu unterscheiden. Andere Xylocopa-Arten, die vor allem in Südeuropa vorkommen, weisen auf Brust und am Hinterleib gelbe Haare auf.

Blaue Holzbiene: Keine Angst vor dem Brummer

Anders als die Honigbiene bildet die Holzbiene keinen Staat. Stattdessen lebt sie bevorzugt alleine. Und auch wenn man bei einem großen schwarzen Insekt vielleicht eine andere Assoziation hat, ist die Holzbiene völlig harmlos. Nur wenn sie wiederholt bis aufs Äußerste bedrängt wird, sticht sie.

Die Holzbiene heißt so wegen ihrer besonderen Angewohnheit: Sie bohrt nämlich bevorzugt kleine Höhlen in morsches Holz, um dort ihren Nachwuchs aufzuziehen. Die Kauwerkzeuge der Holzbiene sind dabei so kräftig, dass sie Sägemehl produziert, wenn sie sich in das Holz hineinbohrt. Das passiert in stundenlanger Intensiv-Arbeit mit den starken Kiefern. Dadurch entstehen bis zu 30 Zentimeter lange Gänge. Dort legt die Holzbiene dann auch Nistzellen an, wo sie eine zähe Pollenmasse als Proviant für ihren Nachwuchs gemeinsam mit einem Ei ablegt. Die Larven wachsen in den Holzgängen schnell heran und verpuppen sich. So gibt es bereits zum Juli schon die nächste Bienengeneration.

Die Holzbiene gehört zu den langzüngigen Bienen. Daher findet man sie vor allem an Schmetterlings-, Korb- und Lippenblütlern. Um an Nahrung zu kommen, greift die Holzbiene auf einen besonderen Trick zurück. Kommt sie trotz ihrer langen Zunge nicht an den Nektar einer tiefen Blüte, knabbert sie ein Loch in die Blütenwand. So kann es passieren, dass sie nicht mit den Pollen der Pflanze in Berührung kommt. Damit nimmt sie den Nektar, ohne die Blüte zu bestäuben.

Holzbiene im eigenen Garten halten

Die Holzbiene ist erfahrungsgemäß sehr standorttreu. Meistens bleiben sie an dem Ort, an dem sie geschlüpft sind. Manchmal errichten sie ihre eigene Höhle sogar in demselben Holz, in dem sie geboren wurden.

Möchte man die Holzbiene in seinem Garten behalten, sollte man davon absehen „Totholz“ direkt loszuwerden oder zu verbrennen. So behält die Holzbiene ihren Lebensraum.

Oder aber man errichtet ein Insektenhotel. Versteckt man dieses an einer unauffälligen Stelle im Garten, freuen sich die Holzbienen ebenso darüber.

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