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Tipps und Tricks im Garten

Ein Kräuterbeet wie im Bauerngarten: Tipps & Tricks von der Gartenexpertin

Im Sommer braucht es einfach frische Kräuter! Für verschiedene Gerichte, Pestos, oder Limonaden. Und Kräuter schmecken natürlich aus dem eigenen Kräutergarten am aller besten! Dabei ist Kräuter pflanzen auch keine große Kunst - ein paar einfache Tipps & Tricks von Sabine Gründler von der Gärtnerei Böhmerwiese sorgen dafür, dass die Kräuter nicht nur gepflanzt werden, sondern auch eine vielversprechende Ernte einfahren.
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Kräuterkiste
©Marlon Bönisch - stock.adobe.com
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Planen und anlegen eines Kräutergartens

Sabine Gründler von der Gärtnerei Böhmerwiese kennt sich aus mit den verschiedensten Kräutern. Nicht nur weil sie sie selber gerne in der Küche nutzt, sondern weil sie Kräuter auch in ihrer Gärtnerei verkauft. "Grundsätzlich gibt es viele verschiedene Möglichkeiten zu Hause Kräuter zu pflanzen. Besonders schön finde ich - wenn man den nötigen Platz hat - einen Kräutergarten als Bauerngarten.  Also ein Kräuterbeet, das mit Kies und einer kleinen Buchsbäumchen abgegrenzt wird" erzählt die Gartenexpertin.  "Aber auch im Hochbeet, oder in Töpfen kann ein Kräutergarten gelingen und zudem noch toll aussehen" so Gründler weiter. 

Der beste Ansatz für die Planung eines Kräutergartens ist die Überlegung mit was man gerne kocht, oder welche Kräuter man vielleicht gesundheitlich gut verwenden kann. Für den klassischen Kräutergarten als Bauerngarten empfiehlt Sabine folgende Kräuter:

  • Roter Basilikum
  • Borretsch
  • Dill
  • Thymian
  • Gewürzsalbei
  • Kapuzinerkresse
  • Kerbel
  • Majoran
  • Petersilie
  • Pfefferminze
  • Ringelblume
  • Rucola
  • Schnittlauch
  • Bohnenkraut

Viele der aufgezählten Kräuter sind winterhart und/ oder mehrjährig. An Borretsch zum Beispiel hat man zwei Jahre in Folge Freude. Andere müssten im Folgejahr ausgetauscht werden. Beim Einfplanzen der Kräuter kann man auf die verschiedenen Höhen achten: Thymian beispielweise bleibt eher niedrig und sollte daher eher außen gepflanzt werden, Rosmarin hingegen wird recht hoch und sollte daher eher in das Innere des Kräuterbeets gepflanzt werden. Im Grund vertragen sich aber alle Kräuter gut und mann kann auch einfach einen bunten Mix an Höhen und Tiefen pflanzen. 

Wer es exotisch mag, oder gerne Gerichte aus der Thailändischen Küche isst, pflanzt sich Zitronengras, Koriander, Thai Basilikum, Zitronenverbene und einen Currystrauch in seinen Kräutergarten

Standort und Pflege

Ein Kräuterbeet pflanzt man am besten an einem sonnigen oder halbschattigen Standort. Die Erde sollte sandig und gut durchlässig sein und einen hohen Nährstoffanteil besitzen. 

Für Kräuter eignen sich natürliche Dünger wie Hornspäne, Algen oder ein Brenneselsud. Auch Rasenschnitt kann den Boden mit Nährstoffen anreichern. Beim Düngen gilt: Weniger ist mehr. Bekommen Kräuter zu viel an Nährstoffen, leidet das Aroma darunter. Auch der Geschmack lässt stark an Intensität nach. Kräuter sollten daher eher sparsam gedüngt werden. Ein bis zwei Düngergaben pro Jahr sind ausreichend. Die erste Düngergabe sollte im Frühjahr zu Beginn des Wachstums erfolgen, die zweite folgt dann im Frühsommer. 

Eine bis maximal zwei Düngergaben im Jahr für Ihre Kräuter mit hohem Nährstoffbedarf sind absolut ausreichend. Die erste Düngergabe sollte im Frühjahr zu Beginn des Wachstums gegeben werden, eine zweite ist im Frühsommer möglich. Werden die Pflanzen frisch ins Kräuterbeet gesetzt, sollte man mit dem Düngen ebenfalls noch warten, da die frische Erde vorerst genügend Nährstoffe enthält. 

Auch beim Gießen der Kräuter sollte man das richtige Mittelmaß finden. Ein gutes Anzeichen für Wassermangel sind schlappe Blätter. In einem sehr heißen Sommer sollte man aber durchaus jeden Tag gießen. "Wenn es sehr heiß ist ringeln sich Pflanzenblätter tagsüber auch gerne mal ein" erklärt Sabine Gründler. 

Kräuter im Hochbeet und in Töpfen

Auch in einem Hochbeet oder in Töpfen kann man wunderbar einen kleinen Kräutergarten anlegen. 
Bei der Bepflanzung im kleinen Hochbeet sollte man aber darauf achten, dass das Wasser irgendwo ablaufen kann, sodass das Hochbeet bei Regen nicht volläuft. Die Basis bilden Kies, Humuserde gemischt mit Sand. Besonders schön im Hochbeet ist zum Beispiel Kapuzinerkresse, da diese auch gut nach unten wachsen kann. Im Hochbeet sollte man, anders als im Kräutergarten, etwas mehr düngen, da Nährstoffe dort schneller verbraucht werden. 

Will man seine Kräuter in Töpfe pflanzen, sollte man darauf achten, dass die Töpfe groß genug ist und man regelmäßig gießt.
Profitipp von Sabine Gründler: Wer mit seinem Kräuterbeet auch gleich einen Hingucker für Balkon oder Terrasse schaffen möchte, befüllt einen etwa 50 cm breiten Tontopf und befüllt ihn mit Steinen. Dann kommt ein Stab in die Mitte. An diesem kann man nun viele kleinere bepflanzte Tontöpfe befestigen und gestaltet sich quasi seinen eigenen Kräuterturm. 

Kräuter für Bienen und Insekten

Grundsätzlich sind fast alle Kräuter bienenfreundlich, wenn sie blühen. Besonders beliebt bei Bienen und anderen Insekten sind aber auch folgende Kräuter: 

  • Färberkamille
  • Türkischer Drachenkopf
  • Ysop
  • Oregano
  • Thymian
  • verschiedene Salbeiarten
  • blühender Rosamarin

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Sabine Gründler, Mitinhaberin der Gärtnerei Böhmerwiese ist Floristin und Gärtnerin aus Leidenschaft. Schwerpunkte der Gärtnerei sind die Floristik für alle Fälle, insbesondere Veranstaltungsfloristik und Grabgestaltung und Grabpflege, sowie Gartengestaltung und deren ganzjährige Pflege.

 

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