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Zigaretten-Stopfmaschine: So viel Geld sparen Raucher wirklich damit

Zigaretten sind teuer. Viele stopfen daher bereits selbst. Wie funktioniert es und wie viel kannst du sparen? Welche Stopf-Maschinen sind in Deutschland nicht erlaubt?
Beim Rauchen löst sich das Geld buchstäblich in Rauch auf.
Beim Rauchen löst sich das Geld buchstäblich in Rauch auf. Foto: CC0 / Pixabay / realworkhard
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  • Wie viele Menschen rauchen in Deutschland?
  • Wie teuer ist Rauchen?
  • Wie sieht es in anderen Ländern aus?
  • Kann man mit Selber-Stopfen Geld sparen?
  • Was braucht man dazu und was ist erlaubt?

Rauchen ist schädlich. Dennoch rauchen immer noch sehr viele Menschen. Allerdings ist es mittlerweile ein teures Vergnügen. Wie sind die Preise in Deutschland im Vergleich zu anderen Ländern? Wie kann man dennoch Geld sparen? Welche Möglichkeiten gibt es? Und wie ist die Rechtslage?

Wie viele Menschen rauchen und wie teuer ist es?

2018 rauchten laut einer Erhebung etwa 23 Prozent aller Deutschen. Dabei lag die Quote bei Männern bei 26 Prozent, bei den Frauen bei 20 Prozent. Im Schnitt raucht jeder Raucher etwa 863 Zigaretten pro Jahr. War bis 2021 die Quote rückläufig, so scheint sie aktuell wieder zu steigen. Von den Gesundheitsgefahren abgesehen, geht diese Sucht auch ins Geld. Kostete eine Zigarette im Jahr 2002 rund 16 Cent, so ist der Preis mittlerweile auf 36 Cent pro Stück angestiegen. Anfang 2022 steigt er auf 38 Cent. Dabei liegt der Steueranteil bei über 64 Prozent. Zurzeit kostet also eine Schachtel einer beliebten Marke mit 20 Stück 7,60 Euro.

In anderen Ländern ist es sogar noch teurer. In Irland kostet die Schachtel mit 20 Stück zwischen 12 und 15 Euro, in Frankreich rund 10 Euro. New Yorker Läden bieten Schachteln für zwischen 13,50 und 14 US-Dollar an. Norwegen hat momentan die höchsten Preise mit 16 Euro die Schachtel. Am günstigsten sind Polen mit 3,50 Euro, die Slowakei mit 3,95 Euro und Serbien mit 2,80 Euro, Tschechien liegt mit 4 Euro die Schachtel auch im eher günstigen Bereich. Hier decken sich viele Raucher aus Deutschland ein. Allerdings muss man hier auf die Freigrenzen achten. Und ob sich eine Fahrt dahin bei den momentanen Benzinpreisen lohnt, das sei dahingestellt.

Viele Urlaubsreisende versuchen daher auch, sich im Duty-Free Shop am Flughafen einzudecken. Die schlechte Nachricht: Bei Flügen innerhalb der EU ist es nicht erlaubt, dort einzukaufen beziehungsweise ist die Steuer zu entrichten. Zwar hast du eine höhere Freimenge, doch einen wirklichen Preisvorteil leider nicht. Bei Flügen außerhalb der EU, wie jetzt zum Beispiel auch nach Großbritannien, ist es möglich, steuerfrei dort einzukaufen, doch liegt die Freimenge sehr niedrig. So darf man nur 200 Zigaretten steuerfrei einführen. Alles, was darüber hinaus geht, muss versteuert werden. Sollte man beim Schmuggel erwischt werden, wird aus dem vermeintlichen Schnäppchen schnell ein Verlustgeschäft

Wie kann man sparen?

Am meisten sparst du natürlich, indem du nicht rauchst. Doch welche Alternativen zur fertigen Zigarette gibt es? Da ist natürlich das klassische Selber-Drehen. Die Ersparnis liegt hier zwischen 50 bis satten 85 Prozent, je nach Tabak und der verwendeten Menge. Dies liegt vor allem daran, dass loser Tabak anders besteuert wird als Zigaretten. Allerdings ist diese Art nicht für jeden geeignet. Zum einen bedarf es einiger Übung, bis du den "Dreh" raus hast, zum anderen ist es schwierig, im Freien bei starkem Wind oder gar Regen eine Zigarette herzustellen. Auch ist es nicht unbedingt jedermanns Sache, die Finger in den Tabak zu stecken und ihn unter den Fingernägeln zu haben. Doch es gibt auch die Alternative der Stopfmaschine. Brauchst du beim Selberdrehen nur Tabak, Blättchen und ggf. Filter, so musst du bei den Maschinen schon ein wenig Geld investieren. Diese Maschinen reichen von einfachen Maschinen, die man hin- und herbewegt bis hin zu elektrischen Maschinen, die auf Knopfdruck eine fertige Zigarette fabrizieren, welche der industriell gefertigten nahekommt.

Liegen die billigen Apparate bei wenigen Euro, so kosten die Hightech-Maschinen schnell mehrere hundert Euro. Dazu kommen noch die Ausgaben für die Hülsen, die sich jedoch im Cent-Bereich bewegen. So kosten die günstigsten unter 0,5 Cent das Stück. Da auf Tabak die Steuer auch etwas günstiger ist, spart man am Ende doch noch einiges an Geld. Aber auch hier gilt: Es bedarf einiger Übung, bis man eine Zigarette in einer ordentlichen Qualität fertigen kann. Gerade am Anfang kann es passieren, dass man zu wenig Tabak nimmt oder zu viel, dann wird die Zigarette zu lose oder zu fest. Doch es gibt noch eine Falle: Elektrische Stopfmaschinen dürfen in Deutschland nicht frei verkauft werden. Auch der Verkauf von Einzelteilen dafür ist nicht erlaubt. Hintergrund: Mit diesem Verbot soll verhindert werden, dass Privatpersonen eine eigene, illegale Produktion eröffnen und unter der Hand damit Handel treiben. Paradox: Der Gebrauch einer solchen Maschine ist erlaubt. 

Eine Zeitlang gab es sogenannte Sticks. Diese waren im Grunde genommen vorgestopfte Zigaretten, die mit einem hauchdünnen Papier umgeben waren. Diese steckte man in Hülsen, welche man separat erwerben musste. Der Vorteil: Es war einfach und die Sticks waren steuerlich Tabak gleichgesetzt. Doch dieser Steuervorteil wurde 2015 aufgehoben. Heute spielen die Sticks keine Rolle mehr. Noch sind die "Iqos" etwas günstiger als normale Zigaretten. Der Preis für ein Stück liegt bei circa 30 Cent. Doch braucht man hier noch einen Erhitzer. Bei dieser Art des Rauchens wird der Tabak nicht verbrannt, sondern nur erhitzt. Ob dies weniger schädlich ist, sei dahingestellt. Doch auch hier ist durch die Anhebung der Steuer, wie bei E-Zigaretten, mit einer weiteren Verteuerung zu rechnen. 

Fazit

Es gibt immer noch legale Möglichkeiten, beim Rauchen zu sparen. Allerdings sollte man sich grundsätzlich die Frage stellen, ob man überhaupt rauchen muss.