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Wärmepumpe als Heizquelle: Lohnt sich die Alternative zu Öl und Gas? - Alle Infos & Anbieter-Vergleich

Sind Wärmepumpen die bessere Alternative zu Öl- und Gasheizungen? Wie gut sind sie wirklich, was kosten sie und sind sie eine echte Zukunftsperspektive? Das solltest du unbedingt wissen.
Heizen mit Wärmepumpe: Rentable Alternative zu Öl oder Gas? - Alle Infos & Anbieter-Vergleich
Wie rentabel ist eine Wärmepumpe und ist sie eine gute Alternative zu Öl und Gas? Foto: ri/pixabay.com
  • Wie funktionieren Wärmepumpen? Welche Technik sich dahinter verbirgt.
  • Sind sie günstige Umweltschützer oder teure Stromfresser?
  • Das sind die Vor- und Nachteile: Besser im Voraus alle Kosten durchrechnen.
  • Diese Fördermöglichkeiten gibt es: Staat finanziert Technik mit bis zu 50 Prozent

Die Kosten für Gas und Öl explodieren. Eine echt gute Gelegenheit, einmal über die Modernisierung der Heizungsanlage nachzudenken - besonders vor dem Hintergrund, dass die energetische Sanierung von Häusern im Allgemeinen sowie die Erneuerung von Heizungen vom Staat deutlich gefördert und bezuschusst wird. Eine Möglichkeit wäre zum Beispiel die Investition in eine Wärmepumpen-Anlage. Diese wurde und wird in den vergangenen Jahren und auch heute noch als besonders umweltfreundlich, besonders wartungsarm und schließlich auch kostengünstig gefeiert. Zusammen mit Förderungen von bis zu 50 Prozent des Anschaffungspreises hört sich das Ganze nach der sprichwörtlichen Eier-legenden-Wollmilchsau an. Doch ist dem wirklich so? Oder werden womöglich gewisse Nachteile einfach unter den Teppich gekehrt.

Heizen mit Wärmepumpen: Was man vor einer Anschaffung wissen sollte

Schauen wir uns dazu erst einmal an, wie eine Wärmepumpen-Heizung überhaupt funktioniert: Meist wird zur Erklärung derselben gerne das Bild von der Umkehrung des Kühlschrank-Prinzips bemüht. Das beschreibt, wenn man nicht unbedingt an den genauen technischen Feinheiten interessiert ist, diese Technik schon recht gut. Wie wir ja alle wissen, kursiert in unserem Kühlschrank ein Kältemittel, das die Wärme des Innenraums aufnimmt und dann nach außen abgibt. Auf diese Weise entsteht der Kühleffekt.

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Bei einer Wärmepumpen-Heizung funktioniert das Ganze gewissermaßen mit umgekehrten Vorzeichen. Ein Rohrsystem, in dem sich ebenfalls ein Kältemittel befindet, läuft außerhalb des Hauses entweder durch die Luft, das Erdreich oder das Grundwasser. Diesen Medien wird dann Wärme entzogen, welche dann in das Innere des Gebäudes geleitet wird und dort als Heizung oder zur Warmwassererzeugung dient. Sowohl für diesen Pumpvorgang als auch zur notwendigen Verdichtung des Kältemittels, wird Strom benötigt.

Im Idealfall könnte solch eine Heizung bereits mit diesem Strom auskommen und wäre damit in der Tat extrem sparsam.

Was die Technik leisten kann: Kostengünstiger Umweltschützer oder teurer Klimakiller?

Hauseigentümer, die diesen Effekt noch weiter steigern wollen, könnten diesen dann sogar aus einer auf dem Dach befindlichen Photovoltaik-Anlage beziehen. Dies wäre dann die sowohl kostengünstigste als auch umweltfreundlichste Lösung. Jedoch spielen dabei noch weitere Faktoren eine Rolle. Dies beginnt bereits beim Standort und der Frage, wie viel Wärme sich aus Luft, Erde oder Grundwasser an dem jeweiligen Standort überhaupt gewinnen lässt und selbstverständlich auch der Dämmung des Hauses.

Laut Experten sind zumeist gut wärmeisolierte Neubauten mit Flächen- oder Fußbodenheizung für diese Art der Wärmeerzeugung deutlich vorteilhafter, als etwa ein schlecht isolierter Altbau mit einzelnen Radiator-Heizkörpern. Ebenso spielt die verbaute Anlage und die Frage eine wichtige Rolle, wie viel Energie die Heizung aus der zuvor eingesetzten Energie letztlich gewinnen kann. Ein Indikator dafür ist die sogenannte Jahresarbeitszahl, welche das Verhältnis dieser beiden Faktoren angibt. Ist die Zahl höher, dann ist die Wärmepumpen-Heizung entsprechend effizienter.

Sind all diese genannten Einflussfaktoren jedoch nicht ideal, dann muss mit einer Art elektrischem Heizstab zusätzlich Wärme erzeugt werden. Dies kann jedoch im schlechtesten Fall die Stromrechnung in astronomische Höhen treiben 

Wo Licht ist, ist auch Schatten: Vor- und Nachteile der Wärmepumpen-Heizung

Zusammenfassend kann also schon einmal gesagt werden, dass eine Wärmepumpen-Heizung durchaus sehr umweltfreundlich sein kann, da sie nicht mit fossilen Brennstoffen betrieben wird. Das Optimum ist dann erreicht, wenn der Strom aus der hauseigenen Solaranlage gewonnen wird und eine effiziente Anlage in gut isolierten Gebäuden betrieben wird. Aber auch der Bezug von Strom, der aus regenerativen Energien wie Wasser- oder Windkraft stammt, macht diese Heizmethode attraktiv. Klar muss jedoch sein, dass diese positiven Effekte für den Klima- und Umweltschutz auch ganz schnell wieder verpuffen, wenn man seinen Strom aus Kohle-, Gas- und Atomkraftanlagen bezieht. Von der Kostenseite zeigt sich auch hier eine große Bandbreite von äußerst günstig bis relativ teuer.

Teuer wird es vor allem dann, wenn die Jahresarbeitszahl relativ niedrig ist, das Haus schlecht gedämmt ist und man dann viel Strom zum Heizen benötigt. Auch können bei Sole-Wasser-Pumpen oder Wasser-Wasser-Anlagen relativ hohe Erschließungskosten anfallen und die Genehmigungsverfahren schwierig werden. Dies ist jedoch bei Luft-Wasser-Wärmepumpen nicht der Fall. Und wer solch eine Anlage bei einem Haus-Neubau schon im Voraus integriert, hat nicht nur klare Vorteile bei der Gesamtkonzeption, sondern spart gleich einmal den Schornstein ein.

Auch die Wartungskosten sind im Vergleich mit anderen Heizungssystemen deutlich niedriger. Ebenso entfallen die Kosten für den Schornsteinfeger. Lediglich alle zwei Jahre sollte einmal ein Handwerker die Anlage überprüfen. Dabei fallen in der Regel etwa 100 Euro plus die Arbeitszeit und Anfahrtskosten für den Techniker an. Insgesamt sind Wärmepumpen-Heizungen fast ein ganzes Leben lang äußerst wartungsarm.

Trotz attraktiver staatlicher Förderung: Gesamtkosten unbedingt im Auge behalten  

Wenn man dann noch die staatlichen Fördermöglichkeiten und Kostenzuschüsse von bis zu 50 Prozent ausnutzt, dann lässt sich auch äußerst günstig und umweltfreundlich heizen. Dennoch empfiehlt es sich auf jeden Fall wirklich alle Kosten, also nicht nur die für die Heizung selbst, sondern auch für die Erschließung und Genehmigung sowie für etwaige zusätzliche Wärmedämm-Maßnahmen des Hauses, im Voraus genau zu kalkulieren. Nur so wird man keine unliebsamen Überraschungen erleben.

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Auch daran sollte man am besten vorher schon denken: Im Gegensatz zu den Grundwasser- und Erdwärmepumpen kann es im Außenbereich beim Betrieb von Luftwärmepumpen zu einer gewissen Geräuschentwicklung kommen. Somit ist es vorteilhaft, diese nicht gerade neben seinem Schlafzimmer anzubringen. Um möglichen Ärger mit den Nachbarn zu vermeiden, ist es auch in dieser Beziehung sinnvoll, den Standort des Gerätes vorher genau zu planen.

Wenn alles passt, kann man mit Wärmepumpen-Heizungen viel Freude haben und diese bei hohen Außentemperaturen im Sommer sogar als Klimaanlage nutzen. Weitere Informationen gibt es unter anderem bei der Verbraucherzentrale

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