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Steuer sparen 2021: Deutliche Erleichterungen für Steuerzahler – so holst du mehr Geld raus

2021 ist ein gutes Jahr für Steuerzahler: Durch spürbare Erleichterungen soll vielen Menschen mehr Geld bleiben. Vom Soli bis zur Homeoffice-Pauschale findest du hier die wichtigsten Änderungen bei der Steuer im Überblick - und wie du davon profitieren kannst.
 
Das Bundesfinanzministerium in Berlin gewährt 2021 einige Steuererleichterungen.
Das Bundesfinanzministerium in Berlin gewährt 2021 einige Steuererleichterungen. So kannst du bei der Steuer sparen. Foto: BMF/Hendel
  • Steuererklärung 2021: Mit diesen Erleichterungen kannst du Geld sparen
  • Viele müssen keinen Soli mehr bezahlen
  • Erleichterung im sozialen Bereich
  • Das müssen Vermieter wissen
  • Was ändert sich für Berufstätige?
  • Diese steuerlichen Änderungen gelten rückwirkend für 2020

Das laufende Jahr bringt für Steuerzahler einige Erleichterungen. Laut dem Lohn- und Einkommensteuer Hilfe-Ring Deutschland (Steuerring) gelten die Änderungen teilweise rückwirkend für 2020, wie zum Beispiel die Homeoffice-Pauschale

Steuer 2021: Soli wird teilweise abgeschafft

Seit Jahren wird über die Sinnhaftigkeit des Solidaritätszuschlags (Soli) und dessen Abschaffung diskutiert. Für die meisten Steuerzahler ist es nun so weit: Er fällt dieses Jahr weg!

Zu den Glücklichen zählen Singles mit einem Einkommen bis zu rund 73.000 Euro. Bei Ehe- und eingetragenen Lebenspartnern hängt das von der Anzahl der Kinder ab. Das Finanzamt zieht beispielsweise bei Familien mit zwei Kindern bis zu einem Jahresbrutto von rund 151.000 Euro keinen Soli mehr ein. Viele Arbeitnehmer müssen also weniger Steuern zahlen. Liegt das Einkommen über den genannten Grenzen, erhöht sich der Solidaritätszuschlag schrittweise.

Der Soli wurde 1991 zur Finanzierung der Deutschen Einheit eingeführt und sollte eigentlich nur vorübergehende erhoben werden.

Soziale Erleichterungen für Steuerzahler

Auch im sozialen Bereich gesteht der Staat Erleichterungen zu. So steigt zum Beispiel der Unterhaltshöchstbetrag, wie auch der Grundfreibetrag, auf 9.744 Euro an. Wer also bedürftige Angehörige oder andere begünstigte Personen unterstützt, kann Zahlungen bis zu diesem Betrag als außergewöhnliche Belastungen ansetzen. Das eigene Einkommen der unterstützten Person wird dabei jedoch berücksichtigt. Der Steuerring macht darauf aufmerksam, dass bei Zuwendungen an Unterhaltsempfänger im Ausland die entsprechenden länderspezifischen Werte gelten.

Das Kindergeld steigt für das erste und zweite Kind monatlich von 204 auf 219 Euro an. Für das dritte Kind vergibt die Familienkasse 225 Euro im Monat und ab dem vierten Kind sind es 250 Euro. Die Freibeträge für Kinder erhöhen sich insgesamt auf 4.194 Euro. Bei Abgabe einer gemeinsamen Steuererklärung gelten 8.388 Euro.

Erstmals seit 1975 gibt es nun vielfältige steuerliche Änderungen für Menschen mit Behinderung. So verdoppeln sich zum Beispiel die Pauschbeträge. Die konkrete Höhe ist vom jeweiligen Grad der Behinderung abhängig. Außerdem gibt es ab 2021 eine behinderungsbedingte Fahrtkostenpauschale und überarbeitete Regeln rund um den Pflegepauschbetrag.

Steuerliche Vorteile für Vermieter

Auch Vermieter profitieren von den Steueränderungen, vor allem die, die an Angehörige vermieten. Denn bei einem Verwandtschaftsverhältnis bestehen meist günstigere Konditionen.

Um als Eigentümer dennoch Belastungen, wie Werbungskosten, Erhaltungsaufwendungen oder Finanzierungskosten, vollständig absetzen zu können, musste die Miete bisher mindestens 66 Prozent des ortsüblichen Mietpreises betragen.

Ab 2021 liegt dieser Mindestwert nur noch bei 50 Prozent. Das gilt übrigens auch bei der Vermietung an fremde Personen.

Steuer-Reformen 2021: So profitieren Berufstätige

Für Pendler erhöht sich die Entfernungspauschale und zwar schrittweise. Ab dem 21. Kilometer wird das "Kilometergeld" von bisher 30 Cent auf 35 Cent angehoben. Diese Pauschale steigt ab 2024 nochmals auf 38 Cent an und gilt dann vorerst bis 2026. Die Erhöhung betrifft auch Familienheimfahrten im Rahmen einer doppelten Haushaltsführung, die Reisekosten allerdings nicht.

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Für Geringverdiener wurde die Mobilitätsprämie eingeführt. Davon profitieren Berufstätige, bei denen sich die Entfernungspauschale ab dem 21. Kilometer nicht mehr auswirkt, weil ihr zu versteuerndes Einkommen unterhalb des Grundfreibetrags liegt.

Die Mobilitätsprämie ist ebenfalls zunächst bis 2026 gültig. Wenn das Einkommen unter dem Grundfreibetrag liegt, muss in der Regel keine Steuererklärung abgeben werden. Wer jedoch von der Mobilitätsprämie profitieren möchte, kann diese nur mit einer Steuererklärung beantragen.

Coronabedingte Steuer-Änderungen gelten rückwirkend

Die aufgrund der Corona-Pandemie eingeführte Homeoffice-Pauschale beträgt fünf Euro pro Tag, maximal jedoch 600 Euro im Jahr. Diese kann man in der Steuererklärung als Werbungskosten absetzen. Das gilt, wenn kein häusliches Arbeitszimmer vorhanden ist, aber trotzdem von zu Hause aus gearbeitet wird.

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Diese Homeoffice-Regelung betrifft rückwirkend auch das Steuerjahr 2020 und ist auf zwei Jahre befristet. Bei Arbeitstagen im Homeoffice entfällt die Entfernungspauschale.

Mit dem sogenannten zweiten Corona-Steuerhilfegesetz hat sich auch der Entlastungsbetrag für Alleinerziehende von 1.908 Euro im Jahr auf 4.008 Euro im Jahr erhöht. Auch diese Regelung gilt rückwirkend für 2020. Sie ist jedoch ab sofort unbefristet und verschafft Alleinerziehenden zusätzlich für die kommenden Jahre einen Steuervorteil.

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