Deutschland
Tierheim

Spenden fürs Tierheim: Worauf du achten solltest und warum Geld nicht immer das beste ist

Tierheime sind auf Geld-Spenden angewiesen. Doch es gibt auch andere Arten der Unterstützung, worüber sich Tierheime freuen. Zum Beispiel: deine Zeit.
Wie kannst du Tiere im Tierheim unterstützen?
Wie kannst du Tiere im Tierheim unterstützen? Foto: CC0 / Pixabay / meineresterampe
+3 Bilder
  • Die Situation der Tierheime
  • Finanzielle Spenden für Tierheime
  • Spenden der besonderen Art: Futter, Sachspenden und deine Zeit
  • Wie du Spenden von der Steuer absetzen kannst
  • Was du noch tun kannst: ein Bürotier gefällig?

In Deutschland gibt es unter dem Dachverband vom Deutschen Tierschutzbund e.V. mehr als 740 Tierschutzvereine mit 550 Tierheimen, die sich professionell für eine fachgerechte Unterbringung und Betreuung von Tieren kümmern. Doch viele Tierheime kommen finanziell an ihr Limit. Ihre Lage ist schwierig. Wie kannst du Tierheimtiere am besten unterstützen? 

Die Situation der Tierheime

Wer schon mal ein Tierheim besucht hat, weiß, wie sich die Tierchen über jede kleine Aufmerksamkeit freuen. So auch Mambo. Ein 12-jähriger braun-schwarzer Mischlingshund. Noch bis vor kurzem lebte er bei seinem alten Frauchen in einem liebevollen zu Hause. Doch durch einen plötzlichen Schlaganfall und der nachfolgenden schweren Pflegebedürftigkeit seiner Besitzerin verlor Mambo sein Zuhause. Familienangehörige der Besitzerin wollten den Mischling nicht haben. Ein Tier passe nicht in ihr Lebensbild. Mambo lebt seitdem im Tierheim zusammen mit anderen Artgenossen. Nebenan die kleine Katze Betty. Sie wurde vollkommen abgemagert und verwahrlost aufgefunden. Es liegt nahe, dass sie vor langer Zeit einfach ausgesetzt wurde.

Wie Mambo und Betty ergeht es vielen Tieren, die im Tierheim landen. Dabei kann man noch von Glück reden, weil sie dort versorgt werden. Tierpfleger*innen und ehrenamtliche Helfer*innen kümmern sich um die verlassenen Tiere. Die wenigen Fördergelder der Länder oder Kommunen reichen nicht aus, um all den herrenlosen, misshandelten oder verloren gegangenen Tieren in artgerechter Haltung einen Unterschlupf zu gewähren und sie ausreichend zu versorgen. Tierheime sind auf Spenden, Mitgliedschaften und Erbschaften angewiesen. Denn die meisten Tierheime werden privatwirtschaftlich von Vereinen getragen, die unter dem Dach vom Deutschen Tierschutzbund e.V. organisiert sind. Die ehrenamtlichen Vereinsmitglieder und Vereinsvorstände setzen sich bei den nahezu undurchdringlichen Verwaltungsapparaten und bei der Politik der höheren Ebenen für bessere Anspruchs-Bedingungen und Bezuschussung der Tierheime ein. Sie ringen um jeden Euro.

Doch wie soll man als Privatperson helfen, wenn man ohnehin knapp bei Kasse ist? Müssen es immer Geldspenden sein? Nein. Du hast auch andere Möglichkeiten. Beispielsweise kannst du vor Ort den Tieren und den Mitarbeitern des Tierheims deine Zeit für eine ehrenamtliche Mitarbeit spenden.

Finanzielle Spenden für Tierheime

Tierheime freuen sich immer, wenn du sie finanziell unterstützt. Du kannst das auf verschiedene Arten tun:

  • Geld überweisen: Alle Tierheime besitzen ein Spendenkonto, worauf du deine Spende überweisen kannst. Die Kontonummer teilen dir die zuständigen Ansprechpartner gerne mit. Falls das Tierheim deiner Wahl eine Website hat, kannst du die Details auch dort abrufen. Übrigens: Du kannst dir auch zu deinem Geburtstag eine Geldspende für das Tierheim wünschen.
  • Tier-Patenschaften übernehmen: Willst du den Tieren langfristig helfen? Oftmals benötigen Tierheime die Übernahme von Tierpatenschaften. Sie sind sehr dankbar dafür. Mit einer monatlichen Spende finanzierst du ein Tier oder eine Tiergruppe. Du kannst dir auch zu deinem Geburtstag eine Patenschaft von deinen Angehörigen wünschen, anstelle von Geschenken, auf die du verzichten kannst.  Oder genau umgekehrt: Vielleicht hast du Lust, jemandem mit einer Tierpatenschaft zu beschenken. Eine weitere Möglichkeit ist es auch, wenn du zusammen mit deinen Arbeitskollegen eine Patenschaft übernimmst. Eine Firmen-Patenschaft sozusagen. Frag doch deinen Chef und dein Team nach solch einer wohltätigen Zuwendung. Das könnt ihr sogar nach Außen kommunizieren und sicherlich Ansehen ernten. Als Unternehmen zeigt man damit soziale Verantwortung, sowie Interesse am Tierwohl- und das nicht nur auf dem Teller. Vorteilhaft ist zudem, dass sich eine Patenschaft steuerlich absetzen lässt.
  • Mitglied im Verein des Tierheims werden: mit einer Mitgliedschaft zahlst du eine monatliche oder jährliche Mitgliedsgebühr, die dem Tierheim zugutekommt. Obendrein bist du ein Teil der Tierheimfamilie, kannst bei Aktionen mitwirken und erhältst stets aktuelle Informationen.

Spenden der besonderen Art: Futter, Sachspenden und deine Zeit

Vielen Tierheimen fehlen die kleinen Dinge. Daher kannst du sie auch mit Gebrauchsgüter unterstützen.

  • Sachen spenden: Frage bei deinem Tierheim nach, welche Artikel und Produkte es gerade benötigt. Viele Tierheime haben Wunschlisten, worauf die benötigten Gegenstände stehen. Das können Futternäpfe, Hundehalsbänder, Schlafkörbchen, Spielsachen, Katzengras oder Transportboxen sein. Manchmal sind es auch alltägliche Dinge wie Reinigungsmittel, Katzenstreu oder Kleintier-Heu. Die Tiere und das Tierheim sind sehr dankbar dafür.
  • Futter spenden: Wenn du im Supermarkt, in der Drogerie oder bei einem Zoohändler einkaufen gehst, dann leg doch etwas Tiernahrung in deinen Einkaufswagen. In einigen Geschäften gibt es an der Kasse Sammelboxen für Tierfutter. Dort findest du auch Informationen über das örtliche Tierheim oder über die Tierschutzorganisation, wie z.B. die Katzenhilfe, denen deine Futterspende zugutekommt.
  • Zeit spenden: Eines der nützlichsten und wertvollsten Formen des Gebens ist deine Zeit. Die wenigen Mitarbeiter des Tierheims haben oftmals nur geringe zeitliche Kapazitäten, um sich ausreichend um die Tierchen zu kümmern. Mit deiner zeitlichen Unterstützung kannst du zum Beispiel mit den Hunden spazieren gehen, mit den Katzen spielen oder bei der Pflege helfen. Kurzum: deine Aufmerksamkeit schenken. Mit diesem Ehrenamt hilfst du den dortigen Mitarbeitern. Sie sind dankbar dafür. Doch denk daran, das Tierheim im Voraus zu kontaktieren, um deine Pläne zu besprechen. Nachdem du über den Umgang mit den Tieren eingelernt wurdest, kannst du loslegen.

Wie du Spenden von der Steuer absetzen kannst

Spenden an Tierheime sind grundsätzlich steuerlich absetzbar. Trage den Wert, den du ausgegeben hast als "Sonderausgabe"  in deine Steuererklärung ein. Das Tierheim muss eine akkreditierte, also anerkannte gemeinnützige Organisation sein, damit deine Absetzung durchgeht. Voraussetzung ist laut Abgabenordnung (AO), die selbstlose Förderung der Allgemeinheit. Eine seriös geführte Organisation erkennst du an ihrer Gemeinnützigkeit. Fazit: Eine Spendenquittung darf das Tierheim nur ausstellen, wenn es den Status der Gemeinnützigkeit besitzt.

Hier findest du eine große Auswahl an Zubehör für Hunde, Katzen und Kleintiere - jetzt ansehen

Damit das Finanzamt deine Spenden anerkennt, achte auch darauf, dass die erforderlichen Angaben auf der Bescheinigung stehen. Diese wären: Betrag, Datum und Zweck der Spende.

Spendenbescheinigungen sind Bestandteil deiner Steuerunterlagen. Bewahre sie für mögliche Anfragen von Steuerbehörden gut auf. Darüber hinaus kannst du auch Sachleistungen oder deinen Zeitaufwand für dein ehrenamtliches Engagement von den Steuern absetzen. Einfach den entsprechenden Geldwert deiner Arbeit auf der Spendenquittung eintragen lassen. Das geht so: Bei Sachspenden kannst du den Neupreis bzw. den entsprechenden Zeitwert eintragen. Um dein zeitliches Engagement absetzen zu können, solltest du vorab mit dem Tierheim eine Vereinbarung treffen. Beispielsweise legt Ihr für deine tatsächlich geleistete Arbeit einen Stundensatz fest. Nur, dass das Tierheim diesen Betrag nicht auszahlt, sondern das auf deiner Spendenquittung vermerkt. Für den Fall, dass ihr in der Firma eine Patenschaft übernehmt, ist es für das Management wertvoll zu wissen, dass diese Spende abgesetzt werden darf. Teile diesen Vorteil auf jeden Fall deinem Chef mit.

Was du noch tun kannst: ein Bürotier gefällig?

In den Tierheimen gibt es viele Tiere mit traurigen Schicksalen, die darauf warten liebevoll aufgenommen zu werden. Verständlich ist aber auch, dass Interessenten mit der Übernahme eines Tieres manchmal hadern. Denn wenn man als Vollzeit-arbeitender Mensch sich ein Tier anschafft, könnte das womöglich bedeuten, sein geliebtes Tier für viele Stunden alleine zu Hause zu lassen.

Genau hier kommt der eigene Arbeitsplatz ins Spiel. In dem letzten Jahrzehnt haben fortschrittliche Unternehmen Tiere als Büromitglieder erfolgreich integriert. Manche Mitarbeiter solcher Unternehmen nehmen ihre Tiere einfach mit. Oder es gibt gar eine firmeneigene Fellnase. Tiere, wie z.B. Hunde sorgen für ein geringeres Stresslevel und gute Stimmung im Team und bei Kunden. Sofern die Umstände das zulassen oder deine Berufsbranche nicht an strengen Bedingungen gebunden ist (z.B. wegen Hygieneeinhaltung in der Medizin- oder Lebensmittelbranche), ist es vielleicht an der Zeit, zusammen mit deinen Kollegen für eine tierfreundliche und offene Unternehmenskultur einzutreten. Auch Katzen eignen sich als Bürotiere. Sie bringen Harmonie in den Arbeitsalltag. Besonders Unternehmen oder auch Ämter, die in ländlichen Regionen angesiedelt sind und Möglichkeiten zu einem Freigang haben, wären gute Pfleger und Paten für die Stubentiger. Solange zuverlässige Bezugspersonen die Verantwortung übernehmen und eine Versorgung auch an den Wochenenden gewährleistet ist, lässt das Tierheim sicherlich mit sich verhandeln und stimmt einer Adoption zu. Auch andere Tiere, wie Hasen oder Hamster kommen als Büromitglieder in Betracht. Sprich mit deinen Kollegen, Vorgesetzten und dem Tierheim darüber.

Viele Tiere und sicherlich alle Tierheimbewohner, darunter auch solche wie Mambo und Betty, danken deinem Engagement und deinem mutigen Herz für Tiere!

Artikel enthält Affiliate Links

*Hinweis: In der Redaktion sind wir immer auf der Suche nach nützlichen Produkten für unsere Leser. Es handelt sich bei den in diesem Artikel bereitgestellten und mit einem Einkaufswagen-Symbol beziehungsweise einem Sternchen gekennzeichneten Links um sogenannte Affiliate-Links/Werbelinks. Wenn du auf einen dieser Links klickst bzw. darüber einkaufst, bekommen wir eine Provision vom Händler. Für dich ändert sich dadurch nichts am Preis. Unsere redaktionelle Berichterstattung ist grundsätzlich unabhängig vom Bestehen oder der Höhe einer Provision.