• Aktuell werden viele Rentner*innen doppelt besteuert
  • Sowohl auf das Einkommen als auch auf die spätere Rente werden Steuern gezahlt
  • Das soll verhindert werden - Ampel plant Änderung bei Rente
  • Werden Rentner*innen bald deutlich Geld sparen? Davon hängt es ab

Die Rente bleibt weiterhin ein veraltetes Modell: So geht es zum einen rechnerisch nicht mehr auf, zum anderen werden Rentner*innen doppelt besteuert. Die Ampel möchte das nun ändern, damit Rentner*innen mehr in der Tasche haben. Auch interessant: Die stärkste Rentenerhöhung seit Jahrzehnten kommt - Regierung beschließt Steigerung von bis zu 6,12 Prozent.

Warum wird die Rente eigentlich besteuert?  

Die aktuelle Ampelkoalition möchte eine Doppelbesteuerung der Rente verhindern. Aktuell ist die Lage so, dass Beschäftigte erst Steuern auf die Versicherungsbeiträge und anschließend auf die Rente entrichten müssen.

Darauf wurde reagiert: So soll die gesetzliche Rente in Zukunft voll versteuert werden, die Beiträge während der Erwerbstätigkeit sind dann jedoch in voller Höher steuerlich geltend zu machen. 

Da in Deutschland alle Einkünfte ab einem gewissen Freibetrag versteuert werden, muss auch die Rente zumindest einmal besteuert werden. Dies soll in Zukunft jedoch bei der Auszahlung der Rente geschehen und nicht mehr vorher. 

Rentensteuer: So viel müssen Rentner abgeben 

Wer 2021 in Rente gegangen ist, der muss 81 % der Rentenzahlung mit dem individuellen Steuersatz versteuern. Aktuell sollen erst Personen, die 2040 in Rente gehen, 100 % ihrer Rente versteuern. Diese Übergangszeit soll nun bis 2060 gestreckt werden.

Die jährliche Steigerung der Besteuerung würde sich dadurch verlangsamen. Aktuell wird eine Steigerungsrate von 0,5 % pro Jahr angenommen.

In diesem Übergang möchte man weg von der Besteuerung der Einzahlung in die Rente, hin zur Besteuerung der Rentenauszahlung. Durch die verlängerte Übergangszeit soll dann auch eine etwaige Doppelbesteuerung ausgeglichen werden. Betroffen sind davon aktuell vor allem Mitte- bis End-Vierziger. Diese müssen ab 2040 die Rente voll versteuern, können die Rentenbeiträge jedoch erst ab 2025 voll absetzen. 

Was soll sich bei der Rente ändern?

Die Ampel hat indessen schriftlich festgehalten, dass eine doppelte Besteuerung auch in Zukunft vermieden werden soll. Momentan ist rund ein Viertel der 20 Millionen Rentner in Deutschland davon betroffen, dieser Teil zahlt Steuern.

Der restliche Teil ist vor der Neuordnung in Rente gegangen oder erhält nur so geringe Einkünfte, dass gar keine Steuern gezahlt werden müssen. 

Für Rentner*innen, die 2017 in Rente gegangen sind, liegt der zu viel besteuerte Anteil, im Laufe des Berufslebens, knapp unter 10.000 Euro. Bei Rentnern, die 2020 in Pension gegangen sind, lag der Betrag bereits bei mehr als 22.000 Euro. Wer 2040 die Rente antritt, bei dem wurden über 53.000 Euro zu viel besteuert. Die aktuelle Übergangszeit geht also nicht auf, teilweise werden mehr als 20 % der Rente zusätzlich besteuert. Erst in 50 Jahren hat dies laut der Studie von Finanzmathematiker Werner Siepe ein Ende. 

Welche Auswirkungen hat das für die Rentner?

Die verlängerte Übergangszeit bedeutet für viele Rentner eine potenzielle Steuerentlastung. Beim Jahrgang 1975 und einem Einkommen von etwa 3.250 Euro brutto, läge die Entlastung insgesamt bei knapp 12.500 Euro. Topverdiener mit rund 7.050 Euro brutto könnten bis zu 23.500 Euro im Laufe ihres Lebens sparen. Die Auswirkungen sind stark jahrgangsabhängig.

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Ebenfalls gut schneidet der Jahrgang 1980 ab, Durchschnittsverdiener erhalten einen Steuervorteil von rund 9.950 Euro. Topverdiener sogar etwa 18.800 Euro. Den geringsten Vorteil haben Menschen aus dem Jahrgang 1960.

Ebenso schneiden Rentenversicherte des Jahrgangs 1990 nicht gut ab. Die individuellen Ersparnisse müssen anhand des Jahrgangs sowie des Einkommens errechnet werden, allgemein bedarf die neue Regelung jedoch noch einiges an Nacharbeit. 

Was passiert, wenn ich mehrere Renten beziehe?

Beziehen steuerpflichtige Rentner Renteneinkünfte aus unterschiedlichen Quellen, wird für jede Rente ein gesonderter Freibetrag ermittelt. Unterschiedliche Renten können etwa eine Alters- Witwen- oder eine sogenannte Rürup-Rente sein. 

Die Festschreibung des Rentenfreibetrags führt dazu, dass künftige Rentenerhöhungen immer in voller Höhe steuerpflichtig sind und nicht nur mit dem prozentualen Besteuerungsanteil.

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