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Rente 2022

Rente und Inflation im Juli 2022: Wie viel bleibt von der Rentenerhöhung ab heute wirklich?

Heute dürfen sich Rentner*innen über die größte Rentenerhöhung seit Jahrzehnten freuen. Aber wie viel bleibt von dem Geld wirklich für die Rentner*innen übrig - und wie viel geht durch die Inflation verloren?
Inflation: So wenig bleibt von der Rentenerhöhung wirklich übrig
Die größte Rentenerhöhung seit Jahrzehnten steht kurz bevor, aber gleichzeitig ist die Inflation so hoch wie ewig nicht. Welchen Einfluss hat das auf die Rente? Foto: Marijan Murat/dpa (Symbolbild)
  • Stärkste Rentenerhöhung seit Jahrzehnten: Ab 1. Juli 2022
  • Rente steigt um 5,35 Prozent im Westen und 6,12 Prozent im Osten
  • Inflation: Lebensmittel- und Energiepreise steigen
  • Entlastungspaket 2022: Rentner*innen profitieren von Energiepauschale nicht
  • Was bleibt am Ende von der Rentenerhöhung?

Eigentlich haben Rentner*innen in diesem Jahr einen echten Grund zur Freude: Zum 1. Juli wird die Rente so stark erhöht wie seit den 1980er Jahren nicht mehr. Im Westen steigen die Renten nach einer Nullrunde im vergangenen Jahr zum 1. Juli um 5,35 Prozent, im Osten nach einer nur geringen Erhöhung 2021 um 6,12 Prozent. Gleichzeitig ist die Inflation aber mit über 7 Prozent ebenfalls so hoch wie seit Jahrzehnten nicht. Die Ampel-Regierung hat deshalb bereits im März ein umfassendes Entlastungspaket für Bürger*innen beschlossen - aber einer Personengruppe bleibt bei vielen Maßnahmen auf der Strecke: die Rentner*innen

Keine Energiepauschale: Rentner*innen von Maßnahme ausgenommen 

Die Ampel-Regierung hat unter anderem eine Energiepreispauschale auf den Weg gebracht, die Menschen helfen soll, die gestiegenen Energiepreise zu bezahlen. Die Pauschale beträgt 300 Euro und soll, so das Vorhaben der Ampel, mit dem Gehalt ausgezahlt werden. Rentner*innen wurden bei der Maßnahme aus dem Entlastungspaket allerdings nicht berücksichtigt. Nur Einkommensteuerpflichtige Beschäftigte, die in den Steuerklassen 1 bis 5 eingeordnet sind, sollen die Bonus-Zahlung erhalten.

Um als Rentner*in an die 300 Euro zu kommen gibt es zwar einen legalen Trick, aber grundsätzlichen gehen Menschen im Ruhestand erst einmal leer aus. Lediglich die Rentner*innen, die Grundsicherung erhalten, wurden berücksichtigt. 

Die Energiepauschale zusammen mit den anderen Maßnahmen, wie etwa Einmalzahlungen für Empfänger*innen von Sozialleistungen und dem 9-Euro-Ticket für den ÖPNV, wird den Staat mehrere Milliarden Euro kosten. 

Inflation: Was bleibt Rentner*innen von der Rentenerhöhung 2022 wirklich?

Sozialverbände und Gewerkschaften haben schon beim Beschluss der Rentenerhöhung im April 2022 auf die hohe Inflation hingewiesen: "Die in diesem Jahr vergleichsweise gute Rentenerhöhung wird von den steigenden Preisen komplett aufgefressen", sagte Anja Piel, Vorstandsmitglied des Deutschen Gewerkschaftsbundes der Deutschen Presse Agentur (dpa). 

Die Inflation trifft die Rentner*innen am unteren Ende der Einkommensskala demnach besonders hart. Denn sie wird vor allem von gestiegenen Energie- und Lebensmittelpreisen getrieben.

Im April 2022 lagen die Energiepreise im Vergleich zum Vorjahr laut Statistischem Bundesamt um 35,3 Prozent höher, bei den Grundnahrungsmitteln stieg der Preis für Weizenmehl um 21,4 Prozent, bei Eiern um 24,3 Prozent und bei Butter um 31,3 Prozent. Sollten die Preiserhöhungen und die Inflation so hoch bleiben oder sogar noch weiter steigen, wird vielen Rentner*innen von der Erhöhung am Ende nicht viel übrig bleiben. 

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