• Höhere Rente: Deutsche Rentner*innen bekommen mehr Geld
  • Grund dafür ist die Anpassung der Rentenformel
  • Auch 2023 soll es eine Rentenerhöhung geben
  • Rentengarantie: Rente sinkt nicht mit den Löhnen 

Eine kräftige Rentenerhöhung steht an: Viele Rentner*innen können sich in den kommenden Jahren über deutlich mehr Rente freuen. Nachdem die im Sommer übliche Erhöhung der Altersbezüge in diesem Jahr wegen der Corona-Krise im Westen Deutschlands komplett ausfällt und im Osten nur um 0,72 Prozent angehoben wird, dürfen sich Rentner im nächsten Jahr über eine deutliche Erhöhung freuen. Laut dem Rentenversicherungsbericht der Bundesregierung sollen die Altersbezüge zum 1. Juli 2022 für Rentner aus Westdeutschland um 4,8 Prozent und für Rentner aus Ostdeutschland um 5,6 Prozent steigen. Auch im darauffolgenden Jahr 2023 soll es eine Rentenerhöhung in den alten Bundesländern um 3,15 Prozent und in den neuen Bundesländern um 3,88 Prozent geben.

Höhere Rente 2022: So viel mehr Geld soll es geben

Eine Änderung der Rentenformel ist Hauptursache für eine mögliche starke Rentensteigerung in den kommenden zwei Jahren. Diese Änderung, die bereits 2018 im Zuge des Rentenreformpaketes durchgeführt wurde, beinhaltete die Aussetzung des sogenannten Nachholfaktors. Den Nachholfaktor hatte Olaf Scholz 2007 zu Zeiten der Finanzkrise eingeführt. Dieser Mechanismus sorgte dafür, dass Renten nicht stiegen, wenn Lohnerhöhungen frühere Lohnrückgänge ausglichen. Er ist seit 2018 ausgesetzt. Rentenbeiträge werden seither auch dann erhöht, wenn die Lohnsteigerungen nur frühere Lohnrückgänge ausgleichen. Unabhängig von allgemeinen Lohnsteigerungen erhöht das Auf und Ab in der Wirtschaft somit die Renten, wie die Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung berichtet.

Als Folge der Corona-Pandemie sind laut der Rentenversicherung die Löhne in Deutschland um 2,3 Prozent gesunken. Aufgrund der Rentengarantie sinken die Renten nicht entsprechend mit. Sobald die Löhne nach der Krise wieder das alte Niveau erreichen, gilt das für die Altersfürsorge als Lohnerhöhung und sie steigen mit. Die Einkommenssteigerung nach der Krise erhöhen somit die Renten, obwohl viele Arbeitnehmer unter dem Strich nicht mehr verdienen als vor der Pandemie.

In der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung schätzt der Professor Alex Börsch-Supan die möglichen Kosten der Rentenerhöhung für den Staat auf rund vier Milliarden Euro. In den Jahren nach 2022 sind es immerhin noch drei Milliarden Euro. Laut Börsch-Supan können sich die Rentenausgaben wegen des ausgesetzten Nachholfaktors bis 2050 zu fast 100 Milliarden Euro summieren. Vorausgesetzt die Wirtschaft würde sich nach der Pandemie wieder erholen.

Die Erhöhung der Renten 2022 ist abhängig von mehreren Faktoren

Gegenüber dem Tagesspiegel schildert Börsch-Supan eine Situation, bei der die Rentenerhöhung 2022 noch abgemildert werden könnte. Demnach könne die Erhöhung halbiert werden, wenn der Nachholfaktor sofort nach der Wahl wieder eingeführt würde, sodass er schon im Juli 2022 wieder gelten würde.

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Eine Rentenerhöhung in dem genannten Maße für 2022 kann das Bundesarbeitsministerium nicht bestätigen und ist unter vielen Vorbehalten zu sehen, so berichtet der Tagesspiegel. Laut einer Sprecherin des Ministeriums ist eine Rentenerhöhung von einer Menge Faktoren abhängig, die sie in diesen Zeiten noch nicht absehen könne.

Dazu zählen beispielsweise die wirtschaftliche Entwicklung dieses Jahres sowie die Lohnentwicklung. Konkrete Zahlen können erst im kommenden März genannt werden. Zuletzt hatte der Regierungsbeirat vorgeschlagen, das Renteneintrittsalter auf 68 zu erhöhen. Grund seien "schockartig steigende Finanzierungsprobleme".

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