Kohlebergbau, Fracking, Rüstung: Damit wird am Weltmarkt das große Geld verdient. Dazu tragen unbewusst auch Anleger*innen bei, die in entsprechende Fonds investieren. Doch der Wind hat sich gedreht. Insbesondere durch die Corona-Krise ist die Idee des nachhaltigen Investierens im Mainstream angekommen. Laut einer aktuellen Studie*, erwartet über die Hälfte der deutschen Bevölkerung mittlerweile von ihrer Bank, dass sie nachhaltige Finanzprodukte anbietet. Aber was sind überhaupt nachhaltige Geldanlagen?

Was bedeutet „nachhaltig investieren“ eigentlich?

Ganz einfach gesagt bedeutet es, sein Geld sozial verantwortlich, nach ökologischen oder ethischen Aspekten zu investieren. Nachhaltige Investments gehen einher mit mehr Umweltschutz, Verzicht auf Kinderarbeit, besseren Arbeitsbedingungen sowie gleichem Lohn für gleiche Arbeit von Männern und Frauen. Man spart also und erzielt dabei positive Effekte auf die Umwelt, Gesellschaft und Wirtschaft. Aber lohnt sich das auch für den eigenen Geldbeutel?

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Kann ich mein Geld nachhaltig investieren und trotzdem gute Renditen erzielen?

Die Antwort ist ein deutliches „Ja“. Dass Nachhaltigkeit und Rendite nicht zusammenpassen, ist ein klar widerlegtes Ammenmärchen. Zahlreiche wissenschaftliche Studien belegen sogar das Gegenteil. Wer sein Geld in nachhaltig wirtschaftenden Unternehmen anlegt, erzielt mindestens genauso hohe Renditen wie bei konventionellen Geldanlagen. Während der Corona-Krise haben sich nachhaltige Fonds sogar besser entwickelt als nicht-nachhaltige. Über 200 Studien belegen inzwischen den positiven Einfluss einer nachhaltigen Ausrichtung von Unternehmen auf ihre Aktienkursentwicklung.**

Warum erzielen nachhaltig wirtschaftende Unternehmen bessere Renditen?

Viele Geschäftsmodelle passen nicht mehr in unsere Zeit. Mit Blick auf die Klimakrise haben beispielsweise Unternehmen und Konzerne, die CO2-intensiv wirtschaften, ein Problem. Tabakkonzerne haben hohe Klagerisiken und Textilkonzerne, die unter schlechten Arbeitsbedingungen in Fernost produzieren lassen, gehen große Reputationsrisiken ein. Nachhaltig agierende Unternehmen hingegen punkten mit ressourcenschonenden Verfahren, verantwortungsvoller Unternehmenspolitik, hohem Innovationspotential und struktureller Risikovermeidung. Diese Punkte sorgen dafür, dass sie im Wettbewerb oft die Nase vorne haben. Um in nachhaltig orientierte Unternehmen zu investieren und so an ihrem Erfolg teilzuhaben, gibt es verschiedene Wege.

Welche Arten von nachhaltigen Finanzprodukten gibt es?

Nachhaltige Geldanlagen gibt es mittlerweile in vielen Varianten. Besonders beliebt bei Einsteigern sind nachhaltige Fonds. Hier gibt der Anleger sein Geld einer Fondsgesellschaft. Diese kauft Aktien, die sie nach bestimmten Kriterien aussucht. Die DekaBank beispielsweise analysiert bei Unternehmen, die sie in einen nachhaltigen Fonds aufnimmt, über 250 ESG-Kriterien. Die Abkürzung ESG steht dabei für Environment (ökologische Nachhaltigkeit), Social (soziale Nachhaltigkeit) und Governance (nachhaltige Unternehmensführung). Untersucht wird unter anderem, ob sich Unternehmen für den Umweltschutz einsetzen, welche Bedeutung die Gesundheit ihrer Mitarbeiter für sie hat und wie angemessen ein Unternehmen mit Risiken umgeht.

Keine Lust zum Lesen? Dann einfach zugucken. Hier werden nachhaltige Fonds kurz & knapp erklärt:

Wie viel Geld muss ich anlegen, um nachhaltig zu investieren?

Schon mit 25 Euro im Monat kann man in nachhaltige Fonds investieren und so langfristig ein kleines Vermögen ansparen. Den Sparbeitrag kann man jederzeit aufstocken oder kürzen und natürlich auch ganz aussetzen. So lässt sich beispielsweise der weggefallene Soli-Zuschlag gewinnbringend investieren. Es gibt aber auch Produkte, die Sicherheit und Chancen kombinieren, also Kombinationen aus Festgeld und Investment.

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Bei welchen Banken und Fondsgesellschaften kann ich nachhaltig investieren?

Genauso, wie man heutzutage nicht mehr in einen Bio-Supermarkt gehen muss, um Bio-Milch zu kaufen, bekommt man auch nachhaltige Geldanlagen bei nahezu jedem konventionellen Finanzinstitut. Auch die Sparkasse Erlangen bietet ihren Kunden verschiedene nachhaltige Finanzprodukte an. Wie bei allen Finanzprodukten gilt: Vereinbaren Sie einen Termin bei Ihrem Ansprechpartner und lassen Sie sich beraten.

*Quelle: PWC, Privatkundenstudie: Sustainable Finance, September 2020

** Quelle: Gunnar Friede, Timo Busch & Alexander Bassen (2015), ESG and financial performance: aggregated evidence from more than 2000 empirical studies, Journal of Sustainable Finance & Investment, 5:4, 210–233 Clark, Gordon L. and Feiner, Andreas and Viehs, Michael, From the Stockholder to the Stakeholder: How Sustainability Can Drive Financial Outperformance (March 5, 2015)


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