Deutschland
Was kostet eine Beerdigung?

Nach dem Tod: Wie viel kostet eine Beerdigung in Deutschland?

Die Kosten für eine Beerdigung betragen schnell mehrere tausend Euro. Wie setzt sich das zusammen und welche preiswerteren Alternativen gibt es?
Die letzte Ruhstätte – auch die Lage des Grabes bestimmt den Preis.
Die letzte Ruhstätte – auch die Lage des Grabes bestimmt den Preis. Foto: CC0 / Pixabay / congerdesign
+3 Bilder
  • Wie setzen sich die Kosten für eine Beerdigung zusammen?
  • Welche Möglichkeiten gibt es?
  • Was ist die preiswerteste, was die teuerste Variante?
  • Alternativen zum klassischen Begräbnis

Nichts im Leben ist umsonst, nur der Tod – und der kostet das Leben. So sagt ein deutsches Sprichwort. Doch stimmt das so? Die Kosten für ein Begräbnis sprechen eine andere Sprache. Sarg, Grab und vieles mehr gehen schnell ins Geld. Im Durchschnitt betragen die Kosten etwa 13000 Euro. Aber es gibt preiswertere Möglichkeiten. Welche sind das und wie teuer kann es eigentlich genau werden?

Welche Kosten entstehen bei einer Beerdigung

In Deutschland gilt eine Bestattungspflicht. Das bedeutet, dass ein Verstorbener nach seinem Tod beerdigt werden muss. Die Ausgestaltung der Pflicht ist allerdings Ländersache. Ferner gilt eine Friedhofspflicht bzw. ein Friedhofszwang. Dementsprechend muss die Bestattung zwangsläufig auf einem Friedhof durchgeführt werden.

Doch das ist nur ein Teil dessen, was eine Beerdigung kostet. Wie genau setzen sich die Kosten zusammen? Diese setzen sich aus Bestatterleistungen, Fremdleistungen sowie den Friedhofsgebühren zusammen. Eine beispielhafte Übersicht:

  • Überführung
  • Sarg (und ggf. Urne)
  • Einsargung
  • Totenbekleidung
  • Aufbahrung
  • Verwaltungskosten
  • Leichenschau/Totenschein
  • Sterbeurkunde
  • Krematorium (bei Einäscherung)
  • Traueranzeige
  • Kranz
  • Trauerredner
  • Orgelspieler
  • Kaffeetisch 
  • Beisetzungsgebühren
  • Grabnutzungsgebühren
  • Nutzung Trauerhalle
  • Grabstein
  • Grabpflege

Einige dieser Punkte können auch entfallen, je nach Wunsch der verstorbenen Person oder der Hinterbliebenen. Einiges jedoch lässt sich nicht umgehen, allerdings sind auch Alternativen möglich, die weniger stark zu Buche schlagen. 

Fixe Kosten

Zu den Kosten, die nicht vermeidbar sind, gehören in erster Linie die Gebühren für den Liegeplatz auf dem Friedhof. Diese werden vom Friedhofsträger festgelegt, in den meisten Fällen ist dies die Stadtverwaltung. Diese Gebühren können sehr stark variieren und sind auch von der Lage der Grabstätte abhängig und werden von der Auswahl beeinträchtigt. Ein Einzelgrab in einer bestimmten Lage wird teurer als ein Reihengrab, wo der Liegeplatz zugewiesen wird. Auch ist ein Urnengrab preiswerter als ein Erdgrab. Im Allgemeinen stehen, je nach Friedhof, folgende Möglichkeiten zur Verfügung:

  • Wahlgrab
  • Reihengrab
  • Anonymes Grab
  • Urnenstele
  • Kolumbarium
  • Gruft

Beim Wahlgrab sind die Lage und auch die Art des Grabes wählbar, so zum Beispiel Einzel- oder Mehrfachwahlgrab. Hier sind die Preisunterschiede beachtlich, was sich auch durch eine mögliche Verlängerung der Liegezeit noch steigern kann. Vom Friedhofsträger ist abhängig, ob eine Verlängerung möglich ist. Da die Gebühren von Stadt zu Stadt unterschiedlich sein können, ergeben sich hier große Kostenunterschiede. Durchschnittlich muss von Kosten in Höhe von 2500 Euro ausgegangen werden. Da in Deutschland eine Sargpflicht besteht, mit Ausnahme für Angehörige bestimmter Religionsgruppen, muss ein Sarg gekauft werden, auch wenn eine Feuerbestattung gewünscht wird. Hier liegen die Kosten zwischen 500 und 2500 Euro. Bei einer Feuerbestattung kommen noch die Kosten für das Krematorium und eine Urne dazu; diese betragen für das Krematorium zwischen 150 und 600 Euro, für die Urne zwischen 60 und 700 Euro. 

Sonstige Kosten und wo gespart werden kann

Zu den unabwendbaren Kosten kommen oft noch zusätzliche Ausgaben hinzu, so zum Beispiel für die Anzeige in den Zeitungen, den Trauerkaffee, Kranz und auch für den Steinmetz, der die Grabeinfassung und den Grabstein herstellt. Diese Leistung ist nicht gerade preiswert und kann sehr schnell mehrere tausend Euro kosten. Hier lohnt es sich, auch wenn man im Moment der Trauer vielleicht nicht die Nerven dazu hat, mehrere Angebote einzuholen. Auch die Kosten für die Grabpflege sollten mit einkalkuliert werden, wenn man sie nicht in Eigenregie übernimmt. Diese kann, wenn man sie vergibt, für die gesamte Liegedauer schnell einen Betrag in Höhe von 2500 bis zu 20000 Euro betragen. 

Hilfe und Dienstleistungen im Trauerfall: Unter trauer.inFranken.de

Man könnte sagen, der Tod ist teuer. Durch die Bestattungspflicht entstehen Kosten, welche auf die nächsten Angehörigen zukommen. Wer dafür zu sorgen hat, auch das ist gesetzlich festgelegt, und zwar im § 1968 BGB. Darin heißt es: "Der Erbe trägt die Kosten der Beerdigung des Erblassers." Das bedeutet, dass der oder die Erben die Kosten der Bestattung tragen müssen. Unabhängig davon, wie das Verhältnis dieser zu dem Verstorbenen war. Üblicherweise verläuft die Kostentragungspflicht nach folgender Reihenfolge: Vertraglich Verpflichtete, Erben, Unterhaltspflichtige, öffentlich-rechtlich Verpflichte nach dem jeweiligen Bestattungsgesetz des Bundeslandes. 

Doch wie kann man die letzte Ruhe günstiger gestalten? Grundsätzlich kann man sagen, eine Feuerbestattung ist am Ende günstiger als eine normale Erdbestattung, da hier die Kosten für die Grabstelle geringer sind und man eventuell, je nachdem, ob der oder die Verstorbene dies gewünscht hat, eine Baumbestattung veranlassen kann. Im günstigsten Fall kommt man auf eine Summe von ca. 3500 Euro, nach oben gibt es allerdings fast keine Grenzen, im teuersten Fall kann man etwa 20000 Euro (ohne Grabpflege) kalkulieren. Eine Beratung und ein Preisvergleich sind also anzuraten. Wo sonst gespart werden kann, das ist im Einzelfall zu prüfen, wie beispielsweise beim Trauerkaffee, Grabstein usw.

Neben den bekannten klassischen Beerdigungen sind natürlich Alternativen möglich, wie zum Beispiel eine Diamantbestattung oder auch eine Weltraumbestattung. Teilweise sind diese allerdings in Deutschland so nicht erlaubt bzw. nur mit Umwegen möglich und auch teurer als die klassischen Bestattungen. Manche sind preiswerter, hier lohnt sich die Beratung beim Bestatter. Zusammenfassend muss man sagen, dass eine Bestattung ins Geld geht und man früh genug prüfen sollte, ob es Möglichkeiten gibt, Vorsorge zu treffen, um die Hinterbliebenen nicht zu stark zu belasten und man die Beerdigung erhält, die man sich für sich selber wünscht. 

Verwandte Artikel