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Mein Partner, meine Altersvorsorge

Frauen sollten sich um ihre Altersvorsorge lieber selbst kümmern anstatt sich auf ihren Partner zu verlassen.
 
Gerade weil Frauen oft schlechter bezahlt werden als Männer, ihre Erwerbstätigkeit häufiger unterbrechen und schließlich weit weniger Rente bekommen, sollten sie ihre Altersvorsorge selber in die Hand nehmen.  Foto: Wiltrud Zweigler/be.p
Gerade weil Frauen oft schlechter bezahlt werden als Männer, ihre Erwerbstätigkeit häufiger unterbrechen und schließlich weit weniger Rente bekommen, sollten sie ihre Altersvorsorge selber in die Hand nehmen. Foto: Wiltrud Zweigler/be.p
Noch heute vertrauen erstaunlich viele Frauen darauf, dass ihr Lebensabend durch ihren Partner finanziell abgesichert ist. Emanzipation hin oder her: Jede vierte Frau, die in einer Beziehung lebt, verlässt sich in puncto Altersvorsorge immer noch auf ihren Partner, so eine Emnid-Umfrage im Auftrag der Postbank. Von den Männern vertrauen nur halb so viele auf die Rücklagen ihrer besseren Hälfte. Vor allem Verheiratete liebäugeln mit den Ersparnissen ihres Ehepartners. Während 92 Prozent der Ledigen selbst vorsorgen, sind es gerade mal 70 Prozent der Verheirateten. Angesichts von Berechnungen der OECD überrascht es, dass so viele Frauen die Verantwortung für ihre Altersvorsorge aus der Hand geben. Demnach erhalten Frauen in Deutschland im Schnitt nur halb so viel Rente wie Männern ausbezahlt wird.
Jede zehnte Rentnerin zwischen 66 und 75 Jahren lebt in Armut; von den über 76-Jährigen ist es sogar jede siebte. Im Vergleich dazu sind mit sechs Prozent nur halb so viele Männer von Altersarmut betroffen.
Dem weiblichen Geschlecht lediglich Bequemlichkeit zu unterstellen, wäre zu einfach. Frauen verdienen immer noch deutlich weniger als ihre männlichen Kollegen und sind in schlechter bezahlten Berufen beschäftigt.
Sie nehmen häufiger und länger berufliche Auszeiten für ihre Familie oder arbeiten phasenweise in Teilzeit. "Trotz oder besser gerade wegen dieser Benachteiligungen und Lücken im Erwerbsleben müssen Frauen die Rücklagen für ihr Alter selbst bilden", sagt Katharina Freudenhammer von der Postbank. "Das ,Versorgungsmodell Ehemann' ist nicht mehr zeitgemäß. Die Scheidungsrate steigt, und Beziehungen werden immer häufiger zu Lebensabschnittspartnerschaften." Auch mit einem niedrigen Einkommen kann im Laufe der Jahre ein finanzielles Polster aufgebaut werden. Es gilt: Je früher man anfängt, desto mehr kann man mit kleineren Sparbeiträgen erreichen, da Zins und Zinseszins für die Anlegerin arbeiten.
"Es lohnt sich, kleine monatliche Sparbeiträge zu leisten und größere Summen, zum Beispiel Teile vom Weihnachtsgeld, zuzuzahlen", rät Freudenhammer. "In jedem Fall sollten staatliche Förderungen genutzt werden. Die Anlagen müssen individuell ausgewählt werden, am besten mit Hilfe eines Finanzexperten."
Und eine professionelle Beratung ist bei vielen dringend nötig: Jede zehnte Frau sagt von sich, dass sie über keinerlei Finanzwissen verfügt, so die Umfrage. Von den Männern bescheinigen sich hingegen nur vier Prozent diese Wissenslücke. Katrin Baum/be.p