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Lohn versus Gehalt: Wo liegt der Unterschied?

Einkommen, Verdienst, Lohn, Gehalt oder Honorar - in Deutschland gibt es viele Begriffe, um das Entgelt einer wirtschaftlichen Tätigkeit zu bezeichnen. Doch es ist nicht immer das Gleiche gemeint.
Das 330-fache Gehalt bekam ein Arbeiter in Chile überwiesen.
Das 330-fache Gehalt bekam ein Arbeiter in Chile überwiesen. Foto: CC0 / Pixabay / moerschy
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  • Lohn oder Gehalt?
  • Übersicht über die verschiedenen Entgeltformen
  • Beispiel für Gehalt und Lohn 
  • Fazit

Laut dem StepStone Gehaltsreport 2022 lag in Deutschland im Jahr 2021 das jährliche Bruttodurchschnittsgehalt bei 51.009 €. Im regionalen Vergleich verdienen Arbeitnehmer*innen in Süddeutschland besser als im restlichen Deutschland, wobei Unternehmer*innen in Hessen das höchste Gehalt bezahlen (Mediangehalt bei 47.840 €). Die meisten Arbeitnehmer entscheiden sich für einen Beruf, der ihren persönlichen Neigungen und Fähigkeiten entspricht, jedoch ist das Gehalt einer der wichtigsten Faktoren bei der Berufswahl. Doch was bedeutet Gehalt eigentlich? Wo sind die Unterschiede zwischen Lohn und Gehalt?

Entgelt-Begriffe erklärt: Lohn oder Gehalt?

Lohn und Gehalt bedeuten zunächst, dass am Monatsende Geld auf dem Konto erscheint, für welches man auch gearbeitet hat. Doch es gibt einen Unterschied: Während "Lohn" das Entgelt eines Arbeiters bezeichnet und sich nach der tatsächlich geleisteten Arbeit richtet, bezeichnet "Gehalt" das monatliche Entgelt von Angestellten. Diese bekommen jeden Monat ein fest vereinbartes Entgelt. Überstunden werden in der Regel auf einem Gleitzeitkonto gutgeschrieben, auch haben zum Beispiel Urlaubstage hier keine Auswirkungen auf das Gehalt, denn das Grundgehalt bleibt jeden Monat gleich.

Gehalt wird den meisten Angestellten bezahlt, währenddessen Lohn meist im produzierenden oder gastronomischen Gewerbe, oder auch Minijobbern gezahlt wird. Die geleistete Arbeit kann hier nach Stunden, Stückzahl oder Akkord berechnet werden, wobei die Berechnungsgrundlage immer gleich bleibt und durch Zuschläge, wie Nachtarbeit, aufgestockt werden kann. So kann es durchaus sein, dass der tatsächliche Verdienst jeden Monat variiert, weiter haben auch hier Feiertage oder Urlaub Einfluss auf die Höhe des ausgezahlten Lohns, da sich das Urlaubsentgelt nach dem Durchschnittslohn der letzten 13 Wochen vor Urlaubsbeginn richtet. 

Beim sogenannten Arbeitslohn handelt sich in erster Linie um einen steuerlichen Begriff. Hier bildet das Einkommensteuergesetz die Grundlage (Paragraph 8 Abs. 1, Paragraph 19 Abs.1). Vom Prinzip gelten zunächst sämtliche Einnahmen als Arbeitslohn, die ein*e Arbeiternehmer*in vom Arbeitgeber als Entgelt für erbrachte Leistungen erhält. Hierzu zählt nicht nur der monatliche Grundlohn, sondern es können auch Trinkgelder oder Sachbezüge hinzukommen. Ob es sich um Lohn oder Gehalt handelt, wird im Vertrag oder den Tarifverträgen festgehalten. Die Unterscheidung hängt nicht nur von der Einteilung in Angestellter und Arbeiter ab, sondern oft auch von der Branche

Übersicht über die verschiedenen Entgeltformen

Auch wenn das monatliche Entgelt häufig als Einkommen bezeichnet wird, gibt es in der Praxis je nach Arbeitsverhältnis unterschiedliche Bezeichnungen für das Arbeitsentgelt: 

  • Gehalt meint eine regelmäßige, monatliche Bezahlung von Angestellten oder Beamten*innen.
  • Lohn ist eine, nach Stunden berechnete Bezahlung eines Arbeiters für die geleistete Arbeit.
    • Zeitlohn ist die gängigste Lohnform und eine Bezeichnung für Gehälter, Stundenlöhne und Tagelöhne.
    • Leistungslohn wird die Bezahlung vor allem im Bereich Akkordarbeit genannt, hier wird oft nach Stückzahl und nicht nach Stunden bezahlt.
    • Prämienlohn wird auch dem Bereich des Leistungslohns zugeschrieben, es handelt sich meistens hierbei um eine Art Bonus bei Überschreitung des festgelegten Ziels.
    • Unternehmerlohn ist eine spezielle Lohnform von Unternehmern und bedeutet die Zahlung des eigenes Gehalts aus dem Unternehmen.
  • Gewinnbeteiligung / Überschuss meint eine sachliche oder monetäre Leistung für eine juristische Person (z.B. Unternehmensbeteiligung).
  • Honorar ist die Bezahlung der freien Berufe oder auch die Vergütung für eine nebenberufliche Tätigkeit (z.B. Arzt, Rechtsanwalt, Schriftsteller, Wissenschaftler).
  • Einkommen bedeutet die sachliche oder monetäre Leistung für einen bestimmten Zeitraum für eine natürliche oder juristische Person (z.B. Einnahmen aus Vermietung).
  • Einnahmen sind Geldleistungen aller Art (Arbeit, Vermögen) die monatlich oder jährlich zur Verfügung stehen.
  • Einkünfte sind die positive Differenz zwischen Einnahmen und Ausgaben.
  • Verdienst bedeutet eine sachliche oder monetäre Leistung für eine natürliche Person.

Im Allgemeinen wird das Entgelt der Arbeitnehmer*innen in verschiedene Lohn- oder Gehaltsgruppen eingeteilt, wie beispielsweise "Lohn-/Gehaltsgruppe I, II, usw.". Der Arbeitsvertrag legt fest, in welche Gruppe der oder die Arbeitnehmer*in eingeordnet wird und welche Verpflichtungen daraus entstehen. Der Tarifvertrag regelt dagegen die weiteren Bestimmungen. Je höher die Gruppeneinstufung, desto höher ist auch das Gehalt. Grundsätzlich ist das Arbeitsentgelt frei verhandelbar, sofern es keine Einschränkungen wie den Mindestlohn oder einen gültigen Tarifvertrag gibt. 

Beispiele für Gehalt und Lohn

Das Gehalt für Arbeitnehmer setzt sich weiter aus unterschiedlichen Bestandteilen zusammen, zum Beispiel fallen hierunter auch Bonuszahlungen und Prämien, Vermögenswirksame Leistungen, ein Kinderbetreuungsbonus, die Betriebliche Altersvorsorge, Urlaubs- und Weihnachtsgeld oder auch Gutscheine, sowie Firmenwagen, Jobtickets und technische Produkte. In Deutschland beträgt das monatliche Netto-Gehalt durchschnittlich 2.044,92 Euro (24.539 Euro im Jahr) für eine*n ledigen Arbeitnehmer*in ohne Kind in Steuerklasse 1. 

Im Durchschnitt bekommen beispielsweise Altenpfleger*innen in Deutschland nach der Ausbildung 2.600 – 3.200 Euro brutto Gehalt im Monat. Handelt es sich dabei weiter um eine Einrichtung mit einem geregelten Tarif, so sind sowohl Vergütung als auch Aufstiegschancen in der Regel besser, auch Weiterbildungen fördern die höher Stufung in eine andere Tarifgruppe mit zugleich höherem Gehalt. 

Ein*e Maschinenbediener*in im Automobilbereich dagegen arbeitet häufig nach Akkordlohn, das bedeutet er*sie bekommt zusätzlich zum Grundlohn noch einen Akkordzuschlag. Ein*e Mitarbeiter*in erhält zum Beispiel 15 Euro Grundgehalt pro Stunde. In der Zeit schraubt er*sie vier Fahrräder in Endmontage zusammen. Der Betrieb gibt 20 Minuten pro Fahrrad als Zeit vor. Als Akkordzuschlag sind 20 Prozent festgelegt, was 18 Euro pro Stunde bedeutet: 15 Euro + 20 Prozent von 15 = 18 Euro. Aus dieser Zahl ergibt sich der Minutenfaktor von 0,3 Euro / Minute (18 / 60 Minuten). Somit erhält die Person einen Akkordlohn von 4 Stück x 20 Minuten Vorgabezeit x 0,3 Euro / Minute = 24 Euro Stundenlohn.

Fazit

Egal ob tariflich geregelte Bezahlung, Festanstellung oder freie Mitarbeit, in Deutschland gibt es verschiedene Formen der Beschäftigung mit unterschiedlichen Vor- und Nachteilen. Jedoch ist die Vergütungsart je nach Beruf, aber auch innerhalb einer Branche durch verschiedene Verdienstunterschiede und Anstellungsarten nicht eindeutig festzulegen. 

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