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Kostenfalle Notdienst: Vier Tipps, mit denen Sie sich vor Betrügern schützen können

Ein gebrochene Wasserleitung, eine defekte Heizung und zu allem Überfluss noch den Wohnungsschlüssel von innen stecken gelassen: In solchen Fällen muss der Notdienst ran. Doch Verbraucher sollten sich vor unseriösen Angeboten in Acht nehmen.
 
Hier muss der Schlüsselnotdienst ran: Doch Verbraucher sollten sich vor Betrügern und hohe Preisen in Acht nehmen. Symbolbild: Kai Remmers/dpa
Hier muss der Schlüsselnotdienst ran: Doch Verbraucher sollten sich vor Betrügern und hohe Preisen in Acht nehmen. Symbolbild: Kai Remmers/dpa

Wenn die Wohnungstür schon zugefallen ist, der Schlüssel aber noch im Flur liegt oder wenn die Heizung ausgerechnet am bitterkalten Sonntagmorgen ausfällt, dann muss schnellstens ein Schlüssel- oder Handwerker-Notdienst her. Doch ausgerechnet die misslichsten Situationen nutzen Betrüger häufig aus. Vor allem bei der Internetrecherche nach Notdiensten ist Vorsicht geboten. Mit ein paar einfachen Tipps können sich Verbraucher aber vor unseriöser Beratung und Wucherpreisen schützen.

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1. Wenn Wespen zu Mitbewohnern werden:

Beim Thema Schädlingsbekämpfung gilt generell: Bloß keinen Notdienst kontaktieren. Preise zwischen 80 und 150 Euro inklusive Anfahrt für das Beseitigen eines Wespennestes seien akzeptabel, sagt Matthias Bauer von der Verbraucherzentrale Baden-Württemberg. Alles darüber sei allerdings Abzocke. "Die richtige Anlaufstelle ist die Untere Naturschutzbehörde in der Gemeinde des Verbrauchers, die dann für Abhilfe sorgt", sagt Bauer. Im absoluten Notfall, etwa an einem Wochenende, könne auch die Feuerwehr bei der Wespenbekämpfung aushelfen.

2. Wenn die Haustür zu früh ins Schloss fällt:

Laut einer Umfrage unter 600 deutschen Schlüsseldiensten bewegt sich der normale Preis für eine Türnotöffnung je nach Bundesland zwischen 59,40 und 83,61 Euro. "Auch in einer Notsituation sollten Geschädigte Angebote und Preise von ortsansässigen Schlüsseldiensten vergleichen", sagt Carolin Semmler von der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen. Semmler rät außerdem dazu, bereits beim ersten Telefonat mit dem Notdienst nachzuhaken, wie weit die Anreise für den Monteur ist. Wer einen Notdienst unter einer örtlichen Vorwahl anruft, muss nur die Kosten für die An- und Abfahrt innerhalb der Ortsgrenzen zahlen. Bevor ein Notdienst endgültig mit der Türöffnung beauftragt wird, sollten sich Betroffene zuerst nach einem verbindlichen Komplettpreis erkundigen. Zuschläge dürfen Schlüsseldienste nämlich nur außerhalb der üblichen Arbeitszeiten verlangen.

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3. Wenn bei Beschwerden niemand mehr erreichbar ist:

Doch selbst bei vorherigen Kostenvereinbarungen kann es noch zu bösen Überraschungen auf der Abrechnung kommen. "Die Webseiten der Handwerker-Notdienste sollten sich Verbraucher genau anschauen", empfiehlt Frithjof Jönsson von der Verbraucherzentrale Berlin. Ein fehlendes oder lückenhaftes Impressum, in dem beispielsweise nur ein Name, eine Handynummer oder eine 0800-Rufnummer aufgeführt ist, sollte Betroffene auf jeden Fall abschrecken. "Das Impressum gibt auch Aufschluss darüber, ob der Anbieter sich tatsächlich in der Nähe befindet", erklärt Jönsson.

4. Wenn Verbraucher bei der Bezahlung unter Druck gesetzt werden:

Wer beim Bezahlen massiv unter Druck gesetzt oder zum sofortigen Begleichen der Rechnung aufgefordert wird, sollte am besten Zeugen hinzuziehen. Das können beispielsweise Nachbarn sein. "Notfalls sollten Betroffene die Polizei kontaktieren", rät Matthias Bauer. Legt ein Handwerker nach getaner Arbeit eine Rechnung vor, dann muss diese neben einer Adresse auch eine Rechnungs- sowie eine Steuernummer enthalten. Fehlt eine dieser Angaben, sollte auf keinem Fall bezahlt werden. "Sinnvoll ist, sich etwa über Berufsverbände oder Innungen nach seriösen Notdiensten zu erkundigen", sagt Matthias Bauer.

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